WM 2018 Das sind die besten Offensiv-Spieler des Turniers

An Neymar, Messi und Hazard führt kein Weg vorbei. Doch wo ist eigentlich Ronaldo? Und welcher afrikanische Spieler gehört zwingend in dieses Ranking?

Die besten Offensiv-Spieler der WM
AFP (3); Getty Images

Die besten Offensiv-Spieler der WM

Von


Unmittelbar nach dem WM-Finale am Sonntag wird die Fifa den besten Spieler des Turniers mit dem Golden Ball auszeichnen. Dass die Ehre einem Offensiv-Spieler zuteilwird, ist fast ein Automatismus. Seit der erstmaligen Verleihung 1982 gelang es lediglich einem defensiven Akteur, diese Reihe zu durchbrechen: Oliver Kahn bei der Weltmeisterschaft 2002.

Einen Bonus scheinen zudem Spieler zu haben, die zur jeweiligen Zeit zu den absoluten Superstars des Weltfußballs zählten, sowie - nachvollziehbarerweise - Spieler, deren Teams mindestens das Halbfinale erreicht haben. Doch wie sieht eigentlich ein Ranking der besten Offensiv-Akteure aus, wenn man diese Kriterien beiseitelässt und nur zählt, was auf dem Platz passiert?

Wir wollen diese Frage mit einem Blick in die Daten beantworten und beschränken uns dabei auf einige wenige Statistiken, gruppiert in diesen zwei Kategorien:

  • Torbeteiligungen: Die Zahl der Tore sowie der Torvorlagen. Hier, wie auch bei allen weiteren Statistiken, berechnen wir zur besseren Vergleichbarkeit für jeden Spieler einen Wert pro 90 Minuten Einsatzzeit. Da uns hauptsächlich der Beitrag eines Spielers für das laufende Spiel interessiert, finden Elfmeter keine Berücksichtigung.
  • Offensivaktionen: Um nicht nur die Verwertung der Chancen zu berücksichtigen, betrachten wir des Weiteren die Zahl der gelungenen Offensivaktionen je Spieler - unabhängig davon, ob diese zu einem Tor geführt haben oder nicht. Hierfür bilden wir die Summe der eigenen Torschüsse, aller Vorlagen zu Torschüssen sowie der gewonnenen Dribblings.

Hier finden Sie das Ergebnis unserer Betrachtung, zusammengefasst in einer Grafik:

Drei Spieler heben sich klar erkennbar von allen anderen ab: die permanent gefährlichen Neymar, Lionel Messi und Eden Hazard. Die Sonderrolle der beiden erstgenannten verwundert vermutlich die wenigsten Fußballfans. Eden Hazard, der seine Extraklasse bereits über Jahre hinweg in der englischen Premier League bewiesen hat, gelang es endlich, auch bei einem großen Turnier zu brillieren, als das Herz einer offensiv begeisternd aufspielenden belgischen Mannschaft.

Ähnlich produktiv wie diese Dreiergruppe waren die Superstars Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappé. Sie waren ebenso häufig an Toren beteiligt, erspielten in ihrer Einsatzzeit aber spürbar weniger Offensivaktionen.

Fokussiert man sich eher auf die Effizienz als auf die Anzahl der Torbeteiligungen, so sticht die Gruppe der eiskalten Vollstrecker ins Auge: Romelu Lukaku, Artem Dzyuba und Denis Cheryshev. Sie alle waren im Durchschnitt an mehr als einem Treffer pro 90 Minuten direkt beteiligt. Lediglich ein Spieler übertrifft sie noch und überrascht gleichermaßen in diesem Ranking: Tunesiens Wahbi Khazri gelangen in gerade einmal 264 Spielminuten gleich viele Torbeteiligungen (zwei Tore, zwei Vorlagen).

Abschließend lohnt sich auch ein Blick auf die Gruppe der stets Bemühten, aber Glücklosen. Was die reine Zahl der Offensivaktionen angeht, weisen Isco, Toni Kroos, Mesut Özil und auch Thomas Müller absolute Spitzenwerte auf. Zu Toren beigetragen haben sie dennoch selten. Sei es, weil sie die Chancen selbst nicht nutzten oder weil die Mitspieler den Ball nicht im Tor untergebracht haben.



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Freud 14.07.2018
1. Giganten
Tolle Burschen in ihren wirklichkeitsentfernten Welten. Streichelt sie, salbt sie, werft Ihnen euren letzten Cent hinterher. Sie danken mit einem scheuen Lächeln und verschämten Blicken. Sie erzählen von ihren Familien und ihren Freunden und von der Nation, die sie von Erfolg zu Erfolg führen. Und spielen, und spielen, und spielen. Sie haben den Ball, ja, den Ball.
ayee 14.07.2018
2. Ist aber ein Mannschaftssport
Das Ranking gibt allerdings nicht so viel her. So steht ein brillianter Einzelkönner in einer Mannschaft, in der er alles überragt, sicherlich besser da, als ein brillianter Einzelkönner in einer leistungstechnisch homogenen Truppe. Wenn die ganze Mannschaft gut ist, verteilen sich die Aktionen auf mehr Spieler. Dieses Ranking zeigt also nicht unbedingt die besten Einzelkönner, sondern die besten Einzelkönner relativ zu ihrem Team. Und am Ende entscheidet sowieso, wieviele Offensivaktionen und Tore ein Team hatte und nicht ein einzelner Spieler.
dr.joe.66 14.07.2018
3. genial, aber ohne Titel
Natürlich kommt man an dem kleinen Argentinier nicht vorbei. Fußballerisch ist Messi ein As! Aber für Argentinien war er am Ende doch nicht der ersehnte MessiAs für den Titelgewinn. Und es wird auch wohl nichts mehr damit. Den einen großen Titel hat ihm Ronaldo voraus... Der Brasilianische Superstar Neymar hat wohl in vier Jahren nochmal die Chance auf den ganz großen Titel. Obwohl, letztens las ich irgendwo, dass Neymar schon einen Titel in Russland gewonnen hat: Er ist Wälzmeister. Hazard ist von gleicher Genialität, und immerhin ist er unter den letzten Vier der WM gewesen. Vielleicht holt er sogar noch den dritten Platz, was für das kleine Belgien ein Riesenerfolg wäre. Und wer weiß, vielleicht wird Modric morgen den Pokal in den Himmel recken. Zu gönnen wäre es ihm, der nicht umsonst seit Jahren bei Real Stammspieler ist. Aber auch den Franzosen sei es gegönnt, sie haben ein Klasse-Team. Der stille Star der Mannschaft ist für mich jedoch der Trainer. Vor zwanzig Jahren war er der Rückhalt und Lenker hinter Zizou. Heute hat er die gleiche Rolle auf der Bank. In jedem Fall freue ich mich auf ein packendes Endspiel.
konterspieler 14.07.2018
4. Hazard
ist der beste Spieler dieser WM !
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.