Letzter Test vor Nominierung des WM-Kaders Deutschland verliert bei Neuer-Comeback

Die gute Nachricht für den DFB: Manuel Neuer konnte spielen und zeigte gute Paraden. Die schlechte Nachricht: Zum ersten Mal seit 32 Jahren unterlag Deutschland wieder Österreich.

Bongarts/Getty Images

Die deutsche Fußballnationalelf hat ihr letztes Testspiel vor der Bekanntgabe des endgültigen Aufgebots für die WM in Russland verloren. In Klagenfurt musste sich die Mannschaft Österreich 1:2 (1:0) geschlagen geben. Mesut Özil hatte den DFB in Führung geschossen (11. Minute). Aber nach der Pause drehten die Gastgeber das Spiel mit Toren von Martin Hinteregger (53.) und Alessandro Schöpf (69.).

Achteinhalb Monate hatte Manuel Neuer wegen einer Fußverletzung auf ein richtiges Fußballspiel warten müssen. Und dann dauerte seine Pause noch einmal 100 Minuten länger. Erst mit Verspätung wurde die Begegnung in Klagenfurt angepfiffen. Schwere Regenfälle und Gewitter hatten zuvor mehrfach für eine Verschiebung des Anstoßes gesorgt.

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Testspiel in Klagenfurt: Österreichs historischer Sieg

Bei einer Absage des Spiels hätte Bundestrainer Joachim Löw keine Gelegenheit mehr gehabt, seinen Wunschtorhüter Nummer eins vor der Kadernominierung am Montag noch einmal zu testen. So aber bekam Neuer die Chance, sich auszuzeichnen. Das tat er vor allem in der 32. Minute, als er einen Schuss von Florian Grillitsch mit einem starken Reflex abwehrte. Auch nach der Pause reagierte Neuer einmal stark gegen Marko Arnautovic.

Pfiffe gegen Özil und Gündogan

Die deutsche Mannschaft war früh in Führung gegangen. Özil hatte einen durch aggressives Zustellen des DFB-Teams erzwungenen Fehlpass von Keeper Jörg Siebenhandl aufgenommen und mit dem linken Fuß in den langen Winkel geschlenzt. Özil jubelte nur verhalten. Er war wie Teamkollege Ilkay Gündogan von Teilen der deutschen Fans ausgepfiffen worden, vermutlich eine Reaktion auf die Fotos der beiden mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

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Testspiel der Nationalmannschaft: Wasserball in Klagenfurt

Nach der Pause gelang Österreich der Ausgleich durch Hinteregger. Der Augsburger nahm eine Ecke von David Alaba am langen Pfosten volley mit dem linken Fuß und traf am chancenlosen Neuer vorbei in die lange Ecke (53.). In der 69. Minute erzielte mit dem Schalker Schöpf ein weiterer Bundesligaprofi den Siegtreffer. Stefan Lainer hatten den Ball von der rechten Grundlinie aufgelegt, Schöpf schloss aus wenigen Metern ab.

Für Österreichs deutschen Nationaltrainer Franco Foda war es der fünfte Sieg im fünften Spiel. Bei der Weltmeisterschaft ist die ÖFB-Auswahl allerdings nicht dabei. Anders als die deutsche Mannschaft. Bei der muss Löw nach dem Spiel in Klagenfurt vier Profis aus dem Aufgebot streichen, um die Sollstärke von 23 Spielern zu erreichen.

Österreich - Deutschland 2:1 (0:1)
0:1 Özil (11.)
1:1 Hinteregger (53.)
2:1 Schöpf (69.)
Österreich: Siebenhandl - Prödl, Dragovic, Hinteregger - Lainer, Baumgartlinger, Zulj (88. Kainz), Alaba - Schöpf (76. Bauer), Grillitsch (79. Ilsanker) - Arnautovic (84. Burgstaller)
Deutschland: Neuer - Kimmich, Rüdiger, Süle, Hector - Khedira (46. Rudy), Gündogan (56. Goretzka) - Brandt (67. Werner), Özil (76. Draxler), Sané (67. Reus) - Petersen (76. Gomez)
Schiedsrichter: Kralovec
Zuschauer: 29.200

rae



insgesamt 63 Beiträge
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Seite 1
hamburger.jung 02.06.2018
1.
Hat gut funktioniert mit Neuer. Sehr erfreulich! Erste Halbzeit war ordentlich, zweite Halbzeit war Österreich gut, dazu sechs Wechsel bei uns. Mit der ersten Elf geht das natürlich anders aus, aber dafür haben wir ja die WM.
labuday 02.06.2018
2. konsquente Fortführung der Trainerqualität seit der EM
wir kommt der dauf, daß er nur 4 Spieler aus dem Kader nehmen muß ? Alle 11 der Startformation plus sicher noch der eine oder andere müssen abgmeledet werden. Ich hoffe, nur man kann 20 nachmelden.
Franke aus Hamburg 02.06.2018
3. Guter Test
mit einem starken Gegner. So ein Spiel bringt Jogi mehr, als Liechtenstein 12:0 wegzuballern. Man hat vor allem gesehen, wie wichtig Boateng und Hummels sind. Kein Spielaufbau von hinten. Deshalb hatte allein Rüdiger in der ersten Hälfte gefühlt Tausend Ballkontakte.
labuday 02.06.2018
4. soso - das ieht anders aus ???
Zitat von hamburger.jungHat gut funktioniert mit Neuer. Sehr erfreulich! Erste Halbzeit war ordentlich, zweite Halbzeit war Österreich gut, dazu sechs Wechsel bei uns. Mit der ersten Elf geht das natürlich anders aus, aber dafür haben wir ja die WM.
die 1. Elf ist noch träger und noch behäbiger und um einiges älter. Das war nix und das wird nix und beim Ausgleich sah der Neuer ganz schön dämlich aus - keine Reflexe mehr.
mirage122 02.06.2018
5. Gut so!
Deutschland war doch schon Weltmeister, bevor die Mannschaft überhaupt los gefahren ist. Dieser Dämpfer hat mit Sicherheit einen Lern-Effekt, der heilsam sein wird. Also: Arroganz beiseite und sich genauso hinten anstellen wie alle anderen auch. Zur "hervorragenden" Löw-Taktik muss in jedem Fall auch ein unbändiger Kampfeswillen der Mannschaft kommen. Der wurde durch diese Niederlage hoffentlich aktiviert.
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