DFB-Team vor dem Spiel gegen Südkorea Lang und zäh

Vor dem Spiel gegen Südkorea bewegt sich die Stimmung beim DFB-Team zwischen Entschlossenheit und Bangen. Ein klarer Sieg ist gefordert. So sicher, dass das auch klappt, ist niemand.

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Aus Kasan berichten und


Oliver Bierhoff hat derzeit an mehreren Stellen zu kämpfen. Er muss die sportliche Qualität der Nationalmannschaft gegen Kritik verteidigen, er vor allen steht im Fokus, wenn die Eventisierung der Nationalelf an den Pranger gestellt wird, und jetzt muss sich der Teammanager auch noch der Mücken erwehren. In Kasan, wo Wolga und Kasan-Fluss zusammenfließen, ist das Klima nun einmal drückend, perfekt für die kleinen Stiche. Der Mücken.

"Hoffentlich wird das Turnier lang, gerne auch zäh", sagt Bierhoff, mit den Armen wedelnd, Insekten vertreibend, während die Nationalspieler nebenan auf dem Trainingsplatz von Kasan ihre Runden drehen. Es ist das Abschlusstraining vor dem dritten Gruppenspiel gegen Südkorea (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ZDF). Ein Gegner, der dem DFB-Team eigentlich keine großen Sorgen bereiten sollte, aber die Zeiten sind derzeit nicht so, irgendeinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen.

Der Bundestrainer lobt in der Pressekonferenz im Stadion derweil "die guten Konterspieler" der Koreaner, er warnt vor Stürmer Son Heung Min, dem im Grunde einzigen Star im Team, "der überall auf dem Platz auftaucht": "Da müssen wir sehr aufmerksam sein." Und dann kommt auch noch die Hitze dazu. 30 Grad am Nachmittag, mindestens. Ist das etwa auch noch ein Nachteil? "Wir sind in beiden Spielen bis zum Schluss Tempo gegangen", sagt Joachim Löw und prophezeit: "Mit der Hitze werden wir nicht mehr Probleme haben als die Südkoreaner."

Löw und Bierhoff reden sehr zurückhaltend

Mit der Partie gegen die Schweden ist das Ärgste in letzter Sekunde abgewendet worden, aber so ganz gelockert wirken sie noch längst nicht, die leitenden Herren beim DFB. Der Einzug ins Achtelfinale ist noch nicht geschafft, und für Überheblichkeit ist aktuell gar kein Raum. Ein Patzer gegen Südkorea, das würde in die Geschichte eingehen, und es würde kein Ruhmesblatt werden. Das wissen Löw und Bierhoff sehr genau, und entsprechend zurückgenommen sind ihre Äußerungen.

Video: "Habe Löw schon redseliger erlebt"

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"Die Drucksituation vor dem Schweden-Spiel war enorm", sagt Bierhoff, und der Druck ist immer noch spürbar. Jeder rechnet mit einem Sieg gegen Südkorea, man muss genauer sagen, mit einem klaren Sieg. Damit all die Rechenbeispiele, wer bei welcher Konstellation weiterkommt, gar nicht erst angestellt werden müssen. "Ich bin keiner, der im Vorfeld all diese Szenarien durchspielt", sagt Löw. Über den Spielstand in der Parallelpartie Mexiko gegen Schweden werde er dennoch "natürlich jederzeit informiert sein, um entsprechend reagieren zu können".

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Er wird dies ohne Jérôme Boateng tun müssen, der nach Gelb-Rot gesperrt ist und dem die "Süddeutsche Zeitung" attestierte, die Sperre tue ihm vielleicht sogar ganz gut, um "einmal etwas herunterzukühlen". Boateng versuchte gegen die Schweden alles zu machen, was man auf dem Fußballfeld so tun kann. Bis auf die Stelle des Torwarts hat er in diesem Spiel möglicherweise jede Position betreut, es war schon zu viel des Guten.

Es ist kein Odonkor-Moment

Die Euphorie nach dem Schweden-Spiel, nach dem so späten Tor, nach der Erlösung durch den Freistoß von Toni Kroos, sie könnte größer sein. 2006 hatte Deutschland ein ähnlich schwieriges Spiel gegen die Polen durch ein ähnlich spätes Tor 1:0 gewonnen, Tor Oliver Neuville, Flanke David Odonkor. Damals war das der Auslöser für die Begeisterung im Land. Mittlerweile hat die Mannschaft aber ganz andere Ansprüche, so ein knapper Sieg über einen international mittelmäßigen Gegner ist kein Hurra-Augenblick mehr, im Team merken sie selbst vor allem, was noch nicht rund läuft.

"Der Sieg gegen Schweden war ein kleiner Schritt Richtung Achtelfinale, mehr nicht", sagt Löw. Mit Zufriedenheit habe er festgestellt, dass die Spieler schon am Morgen nach dem Sieg wieder konzentriert nach vorne geblickt hätten: "Begeisterung darf auch nicht zu lange dauern." Derzeit ohnehin nicht.

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Wetterchaos vor Spiel gegen Südkorea: Die Frisur sitzt, die erste Elf nicht

Begeisterung - davon sind Sami Khedira und Mesut Özil, die beiden verdienten Weltmeister, in jedem Fall weit entfernt. Beide haben ihre Startplätze gegen die Schweden räumen müssen. Vor allem bei Özil war ein mediales Trommelfeuer vorausgegangen. Ob gerade Özil wieder eine Möglichkeit finde, in das Team zurückzukommen, wurde Löw gefragt. Seine Antwort blieb vage: "Alle Spieler, die gegen Schweden nicht gespielt haben, sind wichtig."



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Papazaca 27.06.2018
1. Klar, Kroos hat Löw's und Bierhoff's Job gerettet,
buchstäblich in letzter Minute. Das ist beiden auch klar. Auch ein DFB hält nicht an einem Trainer und Manager fest, die noch nicht mal die Gruppenphase schaffen. Das alles ist kein Grund, über alle herzufallen. Aber Südkorea hin oder her, von diesem DFB-Team erwarte ich nicht viel. Über das Gegenteil würde ich mich natürlich riesig freuen. Und noch ein Kommentar zu Eurer Grafik: Ein kinetisches Wunderwerk. Der Beweis: SPON kann auch Wunder. Wenn unser Team das auch könnte, wie schön ...
Herr Bayer 27.06.2018
2. Die Sperre von Boateng
ist ein Segen. Gebt Süle eine Chance!
jnek 27.06.2018
3. Ring frei zur nächsten Nörgelei
Also auch heute wieder "Same Nörgel-procedure as yesterday and as the days before"? Sehr bedauerlich. Ich kann es einfach nicht mehr lesen. Gefühlt bei jedem Spieler gibt es etwas auszusetzen, etwas zu verbessern oder einfach nur zu kritteln. Und selbstverständlich bei jedem einzelnen vom Stab, Bierhoff ganz vorneweg. Man hat das blöde Gefühl, dass es immer erst ein Feuerwerk braucht um die ach so kritischen Berichterstatter aus ihrem Nörgelmodus herauszuholen. Wo gab es denn bislang solche Feuerwerke? England? Naja, Standards können sie zumindest, mehr hat man noch wenig gesehen. Belgien? Viele Tore gegen schwache Gegner. Brasilien? Neymar nur durchschnittlich. Frankreich? Nach dem gestrigen Spiel trotz Wundersturm sehr ernüchternd. Spanien? So lala und mit Glück und VAR zum Gruppensieg. Argentinien? Nach gestern und dem Kroatienspiel eigentlich außer Konkurrenz. Usw ...... Übrigens: die "tolle" Graphik ist nicht vom spon sondern von dpa und so heute wohl in fast jeder Tageszeitung zu entdecken.
hooge789 27.06.2018
4. Wenn wir nicht früh treffen,
wird der Druck wieder sehr schnell ins unermessliche steigen. Gepaart mit einer schnellen Führung der Schweden, könnte das wieder ein Tanz auf der Rasierklinge werden. Und das alles um danach gegen Brasilien zu spielen. Harte Zeiten.
jurbar 27.06.2018
5. Kroos und Kimmich kritisieren
die mangelhafte Unterstützung aus dem eigenen Land. Vor allem die deutsche Presse kriegt was ab. Kimmich meint, wir sollten doch an unsere Nationalmannschaft glauben und auf den Zug aufspringen. Bei der Geschwindigkeit, mit der die Elf spielt, für uns sicher kein Problem ?
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