4:3 gegen Argentinien Frankreich wie im Rausch, Messi ist raus

Es war das bisher beste Spiel der WM, am Ende wurde es noch mal knapp: Frankreich zieht mit einem überragenden Mbappé ins Viertelfinale ein. Lionel Messi dürfte damit wohl niemals Weltmeister werden.

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Der erste Viertelfinalist bei der WM in Russland steht fest: Frankreich hat sich in der Runde der letzten 16 dank einer starken zweiten Hälfte 4:3 (1:1) gegen Argentinien durchgesetzt. Dass das Team von Trainer Didier Dechamps weiter vom Titel träumen darf, haben sie vor allem Kylian Mbappé zu verdanken. Der Star von PSG erzielte zwei Tore (64./68.) und holte nach einem Sololauf über 60 Meter einen Elfmeter heraus. Während Frankreich feiert, trauert vor allem Lionel Messi. Für den 31-Jährigen war es wohl die letzte Chance auf den Gewinn des WM-Titels.

Die Équipe Tricolore erwischte den deutlich besseren Start: Antoine Griezmann näherte sich dem Tor mit einem sehenswerten Freistoß an, sein Schuss prallte jedoch von der Latte zurück ins Feld (9.). Doch der Angreifer von Atlético Madrid sollte nur wenige Minuten später die Chance bekommen, es besser zu machen: PSG-Star Kylian Mbappé holte nach einem spektakulären Sprint über 60 Meter einen Elfmeter heraus, Griezmann traf anschließend zur verdienten Führung (13.).

Die argentinische Verteidigung war mit dem hohen Tempo des Gegners überfordert. Nach einem langen Ball von Paul Pogba wurde der starke Mbappé erneut kurz vor dem Strafraum mit einem Foul gestoppt. Pogba zielte aber deutlich zu hoch (21.).

Und Messi? Der konnte zunächst weder sich noch seine Mitspieler in Szene setzen. Für den Ausgleich reichte es dennoch - und wie: Ángel Di María setzte einen Schuss aus über 25 Metern ins rechte obere Eck (41.). Der Offensivstar von Paris war bis zu diesem Moment nur auf elf Ballkontakte gekommen.

Mbappé sorgt für die Entscheidung

Nach Wiederbeginn sollte auch Messi erstmals in Erscheinung treten: Ein Schuss des fünffachen Weltfußballers wurde von Gabriel Mercado unhaltbar für Hugo Lloris abgefälscht und bescherte dem WM-Finalisten von 2014 die überraschende Führung (48.).

Doch der Favorit schlug prompt zurück: Eine Flanke von Lucas Hernández vollendete Benjamin Pavard per Direktabnahme mit einem sehenswerten Schuss in den linken Winkel (57.). Für den Profi des VfB Stuttgart war es das erste Länderspieltor.

Die letzte halbe Stunde der Partie gehörte dann aber allein dem überragenden Mbappé: Der 19-Jährige brachte Frankreich sieben Minuten später per Linksschuss aus spitzem Winkel in Führung (64.), kurz darauf schloss er einen schönen Konter über Olivier Giroud gekonnt ab (68.). Argentiniens Treffer durch Sergio Agüero in der Nachspielzeit kam zu spät (90.+3).

Frankreich - Argentinien 4:3 (1:1)
1:0 Griezmann (13. Foulelfmeter)
1:1 Di María (41.)
1:2 Mercado (48.)
2:2 Pavard (57.)
3:2 Mbappé (64.)
4:2 Mbappé (68.)
4:3 Agüero (90.+3)
Frankreich: Lloris - Pavard, Varane, Umtiti, Lucas - Kanté, Pogba - Mbappé (89. Thauvin), Griezmann (83. Fekir), Matuidi (75. Tolisso) - Giroud
Argentinien: Armani - Mercado, Otamendi, Rojo (46. Fazio), Tagliafico - Pérez (66. Aguero), Mascherano, Banega - Pavon (75. Meza), Messi, Di María
Schiedsrichter: Alireza Faghani (Iran)
Gelbe Karten: Matuidi, Pavard, Giroud - Rojo, Tagliafico, Banega, Mascherano



insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
steingärtner 30.06.2018
1.
Liberté, Egalité, Mbappé.
Nonvaio01 30.06.2018
2. nicht erwartet
das die abwehr von Argentienien so schlecht ist. Wie kann nur so weit aufruecken? Gutes spiel.
olaf.lieser 30.06.2018
3. frisches Filet!
Man stelle sich vor, Deutschland im derzeitigen Zustand hätte gegen so eine Mannschaft gespielt. Sie wären filetiert worden! Frankreich ist dieses Jahr gut drauf.
diorder 30.06.2018
4. Mit Messi ist die Mannschaft
ausgeschieden. Nicht er allein. Dieser Starkult ist unfair. Fußball ist ein Mannschaftssport.
hileute 30.06.2018
5. Tolles Spiel
aber beide Mannschaften hatten nicht annähernd Weltmeister Potential. Wie die Argentinier auf die Idee gekommen sind ohne Stürmer erfolgreich zu sein ist mir schleierhaft, vor allem da Messi einen Spieler in der Spitze braucht mit dem er interagieren kann. Außerdem haben sie, die Franzosen übrigens auch, viel zu offen verteidigt. Vor allem bei den Argentinien hab ich mich gewundert, warum sie trotz Führung so offen standen das die Franzosen sie mühelos abschießen konnten.
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