In Sankt Petersburg WM-Halbfinale - und im Stadion sind Plätze frei

"Was soll denn das sein? Ein Freundschaftsspiel?": Zuschauer im Stadion von Sankt Petersburg und Fans vor den Fernsehern wunderten sich über etliche freie Sitzplätze.

Halbfinale Frankreich gegen Belgien im Sankt-Petersburg-Stadion
DPA

Halbfinale Frankreich gegen Belgien im Sankt-Petersburg-Stadion


Das Stadion in Sankt Petersburg, spektakulär auf der Krestovsky-Insel gelegen, fasst 67.000 Zuschauer. Ein würdiger Austragungsort für ein WM-Halbfinale. Doch als die Hymnen von Frankreich und Belgien erklingen, sieht es so aus:

Es geht darum, wer ins Finale einer Weltmeisterschaft kommen kann. Es spielen Frankreich und Belgien, die beiden im Turnierverlauf stärksten Mannschaften. Und dann das!

Im Verlaufe des Spiels kamen bald schon die ersten irritierten Reaktionen in den sozialen Netzwerken. "Zeit"-Reporter Oliver Fritsch wünschte sich die lautstarken Fans aus Mexiko herbei:

Martin Schneider von der "Süddeutschen" spielte auf die hohen Baukosten der Arena in Sankt Petersburg an.

Und beim britischen Ableger des TV-Senders Eurosport fühlte man sich sogar in ein Freundschaftsspiel versetzt.

Selbst als Samuel Umtiti das Siegtor per Kopf erzielte, waren im Hintergrund jede Menge blaue, also leere Sitzschalen zu erkennen.

Samuel Umtiti trifft vor locker gefüllten Rängen
Getty Images

Samuel Umtiti trifft vor locker gefüllten Rängen

Im offiziellen Spielbericht der Fifa (PDF-Datei) ist von 64.286 Zuschauern die Rede. Demnach wären bloß ein paar Hundert Karten nicht verkauft worden. Doch der SPD-Politiker Jan Böning äußerte sein Mitgefühl für die echten Fußballfans, die allzu gerne dieses Spiel im Stadion gesehen hätten.

Woran könnte es liegen? Gab's an den Würstchenständen Wodka umsonst, wie manche witzelten? Oder ist es einfach das Grundproblem, dass man Monate im Voraus die Tickets bestellen musste?

Tickets ohne die Zustimmung der Fifa zu übertragen oder weiterzuverkaufen stellt, darauf wies der Weltverband ausdrücklich hin, gemäß russischer Gesetze eine Ordnungswidrigkeit dar.

feb

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