Remis gegen Argentinien Island, der gigantische Fußballzwerg

Dieses Island! Bei der EM vor zwei Jahren stahl das Team allen anderen die Show. Bei der WM machen sie genau so weiter. Gewinner der Partie gegen Argentinien: Cristiano Ronaldo.

Alfred Finnbogason (rechts)
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Alfred Finnbogason (rechts)


Geschichte geschrieben: In der 23. Minute schoss Gylfi Sigurdsson flach in den argentinischen Strafraum. Keeper Willy Cabellero wehrte in die Mitte ab. Dort stand der Augsburger Alfred Finnbogason und bugsierte den Ball aus sieben Metern über die Torlinie. Es war der erste Treffer Islands bei einer Fußball-WM. Historisch.

Das Ergebnis: Island überrascht zum Auftakt der WM und spielt 1:1 (1:1) gegen den Titelkandidaten Argentinien. Bei der EM 2016 war das Team mit demselben Ergebnis gegen den späteren Titelgewinner Portugal gestartet. Hier geht's zur Meldung.

Mini-Island: In der bisherigen WM-Geschichte hat nur Island weniger als eine Million Einwohner. Umgerechnet ist dort rund jeder 15.000. Einwohner auch Nationalspieler. Zum Vergleich: In Argentinien gehört im Durchschnitt nur einer von fast zwei Millionen Menschen zur Landesauswahl.

Die erste Hälfte: Noch bevor sich Finnbogason in Island unsterblich machte, hatte Argentiniens Sergio Agüero zu Argentiniens Führung (19. Minute) getroffen. Der Angreifer von Manchester City ließ Islands Torhüter Hannes Halldorsson nach einer starken Einzelaktion keine Abwehrchance. Der Ausgleichstreffer des Außenseiters vier Minuten später war jedoch verdient - Island hatte in den ersten 45 Minuten die besseren Chancen.

Die zweite Hälfte: In der 64. Minute entschied Referee Szymon Marciniak nach einem Foul von Hördur Magnusson an Maximiliano Meza auf Strafstoß. Lionel Messi übernahm Verantwortung - scheiterte mit seinem Elfmeter jedoch an Halldorsson. Trotz aller Offensivbemühungen gelang Argentinien der Siegtreffer auch in der Folge nicht mehr.

Ronaldo 3, Messi 0: Cristiano Ronaldo erlebte mit drei Toren gegen Spanien einen traumhaften WM-Auftakt. Vor dem Fernseher dürfte er sich nun diebisch über Messis Fehlschuss gefreut haben. In der ewigen Debatte, wer der beste Spieler der Welt ist, war der erste Spieltag ein Argument für den Portugiesen. Nächste Gelegenheit für Messi, zu antworten: im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien am Donnerstag (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ZDF und Sky).

Falsch gewechselt: Argentiniens Trainer Jorge Sampaoli hatte mit den Weltkasse-Spielern Gonzalo Higuaín und Paulo Dybala zwei überragende Wechselmöglichkeiten für die Offensive. Trotz des engen Spiels brachte Sampaoli jedoch Éver Banega und Cristian Pavón in die Partie. Beide Akteure sind - im Gegensatz zu Higuaín und Dybala - nicht gerade dafür bekannt, dass sie den Unterschied machen können. Higuaín kam dann immerhin noch in der 84. Minute ins Spiel. Seine Torchancen in der Schlussphase: null.

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Argentinien vs. Island: Messi verzweifelt an der Island-Mauer

Der ewige Mascherano: Javier Mascherano absolvierte gegen Island sein 144. Länderspiel. Damit ist der 34-Jährige nun alleiniger Rekordnationalspieler Argentiniens. Zuvor hatte er sich die Bestmarke mit Javier Zanetti geteilt.

Fazit des Spiels: Island hatte bei der EM vor zwei Jahren sensationell das Viertelfinale erreicht. Gut möglich, dass das Team von Trainer Heimir Hallgrimsson auch bei der WM wieder für Furore sorgt. Gegen Argentinien, WM-Finalist 2014, hat es im ersten Spiel immerhin gleich zum ersten Punktgewinn gereicht.

Argentinien - Island 1:1 (1:1)
1:0 Agüero (19.)
1:1 Finnbogason (23.)
Argentinien: Caballero - Salvio, Otamendi, Rojo, Tagliafico - Mascherano, Biglia (54. Banega) - Meza (84. Higuaín), Messi, Di María (75. Pavón) - Agüero
Island: Halldorsson - Saevarsson, Arnason, R. Sigurdsson, Magnusson - Gudmundsson (63. Gislason), Gunnarsson (76. Skulason), Hallfredsson, Bjarnason, G. Sigurdsson - Finnbogason (89. Sigurdarson)
Gelbe Karten: -
Bes. Vorkommnis: Halldorsson pariert Foulelfmeter von Messi (64.)
Schiedsrichter: Marciniak (Polen)
Zuschauer: 44.190

insgesamt 19 Beiträge
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melnibone 16.06.2018
1. Uuh!
346.750 Einwohner (September 2017)
winne27 16.06.2018
2. Messi hat 2010 nicht getroffen
Messi hat bei der WM 2010 kein Tor geschossen, also wäre auch bei einem Treffer nicht in den Pele-Seeler-Klose-Ronaldo-Club aufgenommen worden.
KarlRad 16.06.2018
3. schön ist anders
Hab nur dir zweite Halbzeit gesehen. Mit 10 Mann im eigenen 16er stehen, wirkt für mich eher unsympathisch. Hätte der 11-Meter von Messi gesessen, wär das Ergebnis ok.
schueler79 16.06.2018
4. Spielzerstörer
Eigentlich finde ich die Isländer sympathisch, aber wer nur hinten drin steht und das Spiel zerstört, hat keinen Punkt verdient.
ex_Kamikaze 16.06.2018
5. Wer jemandem die Show stehlen will
sollte selbst eine veranstalten. Das war bei dem isländischen Getrete nicht zu sehen. Das war kein Fußball, das war Horror. Warum haben sich nicht gleich alle Spieler auf die Torlinie gestellt?
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