Umfrage Mehrheit spricht sich für Löw-Rücktritt aus

Über die Zukunft des Bundestrainers soll laut DFB-Boss Grindel nicht kurzfristig entschieden werden, Löw selbst fordert "klare Veränderungen". Eine Umfrage ergab nun, dass rund 55 Prozent für seine Ablösung sind.

Joachim Löw
Getty Images

Joachim Löw


Mehr als die Hälfte der Befragten ist nach dem WM-Vorrunden-Aus für den Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Civey im Auftrag des Nachrichtenportals t-online.de. Demnach würden es 55 Prozent befürworten, wenn Löw nach der 0:2-Niederlage gegen Südkorea sein Amt zur Verfügung stellen würde.

Zwölf Prozent der Befragten seien in der Frage unentschieden, 33 Prozent sind demnach gegen einen Rücktritt von Löw.

Löw selbst will erst nach einer eingehenden Analyse über mögliche persönliche Konsequenzen aus dem WM-Debakel entscheiden. "Es braucht tiefgreifende Maßnahmen, es braucht klare Veränderungen, und das müssen wir jetzt besprechen, wie wir das tun", sagte der DFB-Chefcoach nach der Rückkehr der deutschen Fußballnationalmannschaft aus Russland am Donnerstag am Frankfurter Flughafen.

Schon am Mittwochabend hatte er gesagt, dass ihn der schmerzhafte K.o. völlig unvorbereitet getroffen habe, "ich hätte mir das auch nicht vorstellen können, dass wir gegen Südkorea verlieren", gab er zu.

Löw ist seit 2006 Bundestrainer und führte die DFB-Elf 2014 zum WM-Titel in Brasilien. Noch kurz vor der Weltmeisterschaft in Russland hatte Löw seinen Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund bis zur WM 2022 in Katar verlängert.

Gespräche in den kommenden Tagen

"Ich habe gestern Abend mit Jogi Löw gesprochen. Wir sind so verblieben, dass wir in den nächsten Tagen besprechen, wie es weitergeht", sagte der DFB-Boss Reinhard Grindel am Donnerstag der "Sport Bild".

Der Verband habe den Vertrag mit seinem wichtigsten Angestellten deshalb verlängert, weil er diesem den Neuaufbau der Mannschaft in Richtung EM 2020 und WM 2022 zutraue. "Diese Meinung gilt für mich nach wie vor", sagte Grindel. Der DFB-Boss erwartet von der sportlichen Leitung um Löw und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff "eine saubere Analyse". Dann "werden wir darüber sprechen und die notwendigen Konsequenzen ziehen". Welche? Das ist offen.

mho/dpa/SID



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.