Neuer über Affäre um Özil und Gündogan "Hat schon ein bisschen gestört"

Die Debatte um Mesut Özil und Ilkay Gündogan sorgt seit Wochen für kontroverse Diskussionen. DFB-Kapitän Manuel Neuer hat nun über die Folgen für die Mannschaft gesprochen - der Wirbel sei "belastend" gewesen.

Manuel Neuer
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Manuel Neuer


Kapitän Manuel Neuer hat am Tag des Turnierauftakts gegen Mexiko zugegeben, dass die Erdogan-Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan die Vorbereitung der Fußballnationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft beeinträchtigt hat. "Am Anfang hat das schon ein bisschen gestört in der Mannschaft, war sogar belastend", sagte Neuer in einem Interview der "Bild am Sonntag".

Nach dem Treffen und den Fotos der beiden in Gelsenkirchen geborenen DFB-Spieler mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan müssen sich der DFB und die Sportliche Leitung um Bundestrainer Joachim Löw mit der Thematik beschäftigen, ebenso die Spieler. "Wir haben es dann thematisiert, auch in Einzelgesprächen. Wenn jemanden etwas belastet, dann spricht man eben", sagte Neuer.

In Deutschland sorgt das Thema nach wie vor für kontroverse Diskussionen. Es kam sogar zu einer Straftat. Am Auto von Gündogan wurde eine Scheibe eingeschlagen.

Gegen die beiden Spieler mit türkischen Wurzeln gab es auch Pfiffe bei den Länderspielen im Vorfeld der WM-Endrunde in Russland. Neuer warb darum, mit dem Beginn der deutschen WM-Spiele zumindest vorerst einen Schlussstrich zu ziehen. "Grundsätzlich liegt das jetzt aber alles in der Vergangenheit, wir müssen nach vorne auf unser Ziel schauen. Jetzt ist WM! Wir haben das für uns aus der Welt geschafft und benötigen jetzt alle einen klaren Kopf", sagte der 32 Jahre alte Torhüter.

"Seit wir in Russland gelandet sind, haben wir uns konzentriert auf das Spiel gegen Mexiko vorbereitet", sagte der Kapitän: "Vielleicht ziehen wir jetzt noch mehr an einem Strang, und die Probleme der Vorbereitung werden am Ende in positive Energie umgewandelt."

mru/dpa

insgesamt 22 Beiträge
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schehksbier 17.06.2018
1. Schlussstrich?
Nachdem die beiden Spieler (erwachsene Menschen) die Nummer mit "ihrem verehrten Präsidenten" abgezogen haben, einer sich recht halbherzig dazu erklärt hat, der andere völlig abgetaucht ist, soll die Angelegenheit nun nicht mehr thematisiert werden? Weil ja Fußballspiele wesentlich wichtiger sind? Der DFB hat schon ein lausiges Bild abgegeben, Bierhoff dem Ganzen die Restwürze verliehen und nun stößt Neuer in das gleiche Horn? Ach, wie einfach Probleme oder zweifelhafte Aktionen wegzuwischen sind, wenn man nur der Zunft der Balltreter angehört...
1971tekin 17.06.2018
2. Schade Deutschland
Seit der WM 2006 ist die deutsche Nationalmannschaft zur Mannschaft aller in Deutschland lebenden Menschen geworden. Sie ist eine bunte Mischung und ein Spiegel der Bevölkerung. Es hat zwar sehr viel länger gedauert als in Frankreich oder England aber dafür ist es nachhaltiger. Die Entwicklungen der letzten Wochen sind die Rache der Nationalisten die diesen Zusammenhalt in der Bevölkerung nicht ertragen. Sie würden am liebsten garkein Özils , Gündogany und Boatengs in der Mannschaft haben. Dürfen und können das nicht sagen. Seit Erdogan ist es allerdings salonfähig geworden über ihn die Türken in Deutschland zu diskreditieren. Darum ist das Thema leider viel grösser als Erdogan und Gündogan. Ich bin besorgt über mein Deutschland.
mirage122 17.06.2018
3. Liebling der Nation
Alles was Manuel Neuer von sich gibt, wird medial sofort bis zum Abwinken ausgeschlachtet. Was die Erdogan-Geschichte angeht, so sollte er doch lieber mit seiner Meinung hinter dem Berg halten. Niemand weiß so genau, was die wirklichen Gründe für das gemeinsame Foto waren. Ich denke, ganz besonders Özil wird sich äußern, wenn er auf dem Fußball-Platz die entsprechenden Leistungen abgeliefert hat und nicht mehr ausschließlich in der totalen Kritik steht..
mmm27-70 17.06.2018
4. GENUG mit dem Thema Özil und Gündogan
Die Manschaft soll sich um die anstehenden Spiele kümmern! Auch Herr Neuer. Ich hoffe das Spiel heute gegen Mexiko läuft gut damit dieses Thema Özil und Gündogan endlich aufhört und die Medien über ein anderes Thema berichten. Aber, by the way, wenn es nicht gut läuft hat man ja schon einen Grund warum es nicht lief ... Gündogan und Özil haben die Vorbreitung gestört etc. ... ES REICHT! LASST DIE BEIDEN JUNGS IN RUHE! Es nervt nur noch!
cmann 17.06.2018
5. Denkbar ungünstiger Zeitpunkt,
die Geschichte ist noch nicht beendet, auch wenn sich die DFB Verantwortlichen bemühen sie für beendet zu erklären. Es bleibt allgemein ein ungutes Gefühl weil beide Spieler sich nicht gerade als "Ausbund von Glaubwürdigkeit" erweisen. Ehrlich gesagt würde ich es besser finden wenn sie nicht in der Mannschaftsaufstellung auftauchen würden. Für mich sind sie zur Zeit eher ein "Störfaktor" trotz ihrer zweifellos vorhandenen fußballerischen Klasse. Bei einem derartigen Turnier kommt es auf viele Kleinigkeiten an. Wenn es schief geht und beide Spieler spielen könnten sie ganz schnell, ob begründet oder nicht, zu den Buhmännern der öffentlichen Meinung werden. Begründungen lassen sich da leider ganz schnell finden.
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