Aufregung um Neymar "Als sei ihm das Bein durchgebrochen worden"

Was für ein Spiel für Neymar: Ein Tor geschossen, eines vorbereitet - doch für die größte Aufregung sorgte mal wieder ein Foul gegen den brasilianischen Stürmer. Und seine Reaktion darauf.

Neymar hält sich den Knöchel
Getty Images

Neymar hält sich den Knöchel


Kein anderer Spieler wurde in den letzten 20 Jahren bei einer Weltmeisterschaft so oft gefoult wie Neymar im ersten Gruppenspiel der Brasilianer gegen die Schweiz.

Meistgefoulter Spieler bei der WM 2018 bislang: Neymar.

Seine WM 2014 wurde durch ein schweres Foul eines Kolumbianers beendet.

Und auch in der Szene, die im Netz für die größte Aufregung während der Achtelfinalpartie zwischen Brasilien und Mexiko sorgte, wurde Neymar gefoult.

Und doch überboten sich viele Nutzer mit negativen Neymar-Kommentaren. Denn nachdem Brasiliens Nummer zehn vom mexikanischen Spieler Layun am Boden liegend einen Tritt auf den Knöchel bekam, wälzte sich der brasilianische Superstar, als habe sein letztes Stündchen geschlagen. Der Vorwurf: Schauspielerei.

Natürlich hat auch der Vorwurf seine Vorgeschichte: Allzu leidend sah man den Stürmer immer wieder in Großaufnahme nach den Fouls der Schweizer. Allzu dramatisch rollte er über den Rasen. Und bald darauf stand er wieder und rannte weiter. So war es auch in dieser zweiten Halbzeit gegen Mexiko. Trägt der falsche Spieler den Namen Jesus?

Auch Teile der Fußballprominenz haben sich auf Neymar eingeschossen. So wie der einstige Star von Manchester United, der Franzose Eric Cantona, der sich schon über Neymars "Spaghetti-Frisur" amüsiert hatte. Nun hat er nachgelegt mit einem weiteren Video, in dem er einen gelben Koffer vorführt. Der sei wie Neymar: "Man berührt ihn kaum, und er dreht und dreht und dreht sich."

Der Brasilien-Experte des ZDF, Zé Roberto, sagte beim Anblick des sich windenden Neymar, dass auch die Fußballfans in Brasilien die übertriebenen Schmerz-Mätzchen ihres Stars sehr kritisch sähen. "Als sei ihm das Bein durchgebrochen worden!", so Zé Roberto abschätzig.

Doch der Fußballjournalist Raphael Honigstein weist auf einen Aspekt hin, der aufgrund von Neymars Showeffekten unterzugehen droht: "War natürlich bei Weitem nicht so schlimm, wie Neymar tat - was für eine Überraschung! - aber Layun hätte vom Platz gestellt werden müssen", schrieb Honigstein bei Twitter. "Seltsam, dass der Videoassistent das übersehen hat."

Dieser Ansicht war auch ein anderer Ex-Fußballstar - Ruud Gullit: "Absichtlich mit dem Fuß auf dem Knöchel zu stehen ist okay?", fragte Hollands einstiges Mittelfeldgenie. "Sogar für die Videoassistenten?"

Mexikos Trainer Carlos Osorio sah das unmittelbar nach dem Schlusspfiff natürlich ganz anders. Seine Mannschaft habe lange Zeit sehr gut gespielt. "Aber leider haben wir viel Zeit verschwendet wegen eines Spielers. Es ist eine Schande für den Fußball", sagte Osorio, ohne Neymar beim Namen zu nennen. "Dadurch haben wir unseren Rhythmus verloren. Das ist ein schlechtes Beispiel für die ganze Welt und all die Kinder vor dem Fernseher. Es sollte nicht so viel Schauspielerei geben."

Um Neymar ist es jedenfalls niemals ruhig. Ach ja, das 1:0 hat er auch geschossen. Und das 2:0 vorbereitet.

feb/pad/dpa



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