Reaktionen auf Last-minute-Sieg "Deutschland ist immer Deutschland"

"... und am Ende gewinnt Deutschland": Gary Lineker hat seinen klassischen Spruch übers Fußballspiel leicht modifiziert. Toni Kroos will es Missgünstigen gezeigt haben. Und die Schweden vermissen Respekt.

DFB-Offizieller und Schwedens Trainer nach dem Spiel
REUTERS

DFB-Offizieller und Schwedens Trainer nach dem Spiel


Es war mal wieder eines dieser Spiele. Eine dieser Partien, an deren Ende einem Gary Linekers Spruch durch den Kopf geht vom Spiel, das 22 Leute spielen, und am Schluss gewinnt immer Deutschland. Auch dem früheren englischen Stürmerstar ging er durch den Kopf - und nach Jérôme Boatengs Platzverweis und Toni Kross' spätem Siegtor twitterte er ein Update:

"Fußball ist ein simples Spiel. 22 Männer jagen 82 Minuten lang dem Ball hinterher, und den Deutschen wird ein Spieler herausgestellt, so dass 21 Männer 13 Minuten lang dem Ball hinterherjagen, und am Ende gewinnen die Deutschen irgendwie, verdammt." Ja, schon passend - aber es fällt in der universellen Gültigkeit ein wenig ab gegenüber dem Original.

Da passen schon eher die ungläubigen Titelzeilen der internationalen Sportpresse. "Das deutsche Wunder", glaubt "L'Equipe" aus Frankreich gesehen zu haben.

lequipe.fr

Und die spanischen Kollegen von der "As" seufzen: "Deutschland ist immer Deutschland".

Screenshot as.com
as.com

Screenshot as.com

Die deutsche Bundesregierung äußerte sich in Person ihres Sprechers Steffen Seibert begeistert: "Wahnsinn!"

Bei den Nationalspielern war die Erleichterung über das späte Tor, das die Achtelfinalchancen so deutlich verbesserte, verständlicherweise riesig - insbesondere bei Jérôme Boateng.

Mesut Özil, der nach viel Kritik, aber auch manchem Zuspruch nach der Auftaktniederlage gegen Mexiko auf der Bank bleiben musste, präsentierte sich jubelnd mit Marco Reus in der Kabine - und betonte den Zusammenhalt im Team.

Innerer Zusammenhalt, geschaffen durch äußeren Widerstand - das ist ja die beinahe schon klassische Mentalität erfolgreicher Fußballmannschaften. Ein Musterbeispiel dafür war das Interview von Toni Kroos gleich nach dem Spiel auf dem Feld.

Von "Eiern", die man brauche, sprach der Siegtorschütze auch noch, und von den "400 Pässen", die er im Spiel gespielt habe, bei denen eben mal zwei daneben gegangen seien. Hier das bemerkenswerte Interview.

Einer der beiden Pässe, die ihm misslungen waren, hatte zum zwischenzeitlichen 0:1 durch Ola Toivonen geführt. Doch, wie die spanische Sportzeitung "Marca" anerkannte - den Fehler hat er wirklich wiedergutgemacht.

Das Foul, durch das Kroos überhaupt die Gelegenheit zu seinem finalen Freistoß bekam, beging in der Nachspielzeit der schwedische Einwechselspieler Jimmy Durmaz - er sah sich auf Instagram wüsten, auch rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt.

Doch Schwedens Trainer Janne Andersson war auf der Pressekonferenz viel mehr stocksauer auf die Reaktionen von der deutschen Bank. Ein Video des schwedischen Fernsehens zeigt, wie Mitarbeiter des DFB-Teams nach dem Schlusspfiff provozierend in Richtung schwedische Bank stürmen. Zu erkennen sind Georg Behlau aus der Organisationsabteilung und Uli Voigt von der Medienbetreuung. Es kam zu Rangeleien, der vierte Offizielle stellte sich zwischen die Streitenden.

"Einige der Deutschen fingen an zu feiern, indem sie in unsere Richtung liefen. Sie fingen an, Gesten zu machen, das hat mich sehr verärgert", sagte Andersson. "Nach dem Schlusspfiff schüttelt man sich die Hände und benimmt sich nicht so", kritisierte Andersson. Einige auf der deutschen Bank hätten sich "in einer Art und Weise verhalten, die nicht korrekt war, man lässt den Gegner auch in Ruhe trauern". Mehrere schwedische Medien machten mit dem Ärger über den mangelnden Respekt auf.

"Aftonbladet"-Screenshot
aftonbladet.se

"Aftonbladet"-Screenshot

Später am Abend veröffentlichte die DFB-Delegation auf Twitter eine Entschuldigung. Das Verhalten "entspricht nicht unserer Art", heißt es darin.

feb

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.