Felix Brych Serbien beschwert sich offiziell über deutschen Schiedsrichter

Nach der Niederlage gegen die Schweiz hat Serbien nun offiziell Beschwerde bei der Fifa gegen Felix Brych eingelegt. Der Verband kritisiert, dass ein deutscher Schiedsrichter für das Spiel ausgewählt wurde.

Schiedsrichter Felix Brych (r.) zeigt Luka Milivojevic Gelbe Karte
DPA

Schiedsrichter Felix Brych (r.) zeigt Luka Milivojevic Gelbe Karte


Serbien hat nach der 1:2-Niederlage gegen die Schweiz bei der Fifa einen Protest gegen den deutschen Schiedsrichter Felix Brych eingereicht. Das berichtete der nationale Fußballverband (FSS) am Sonntag auf seiner Homepage.

"Zahlreiche Berichte der Weltmedien und besonders die Videoaufnahmen aller umstrittenen Situationen im Laufe des Spiels belegen die Tatsache, dass wir in diesem Match schweren Schaden erlitten haben", begründete der Verband seinen Schritt.

Brych hatte in der Partie am Freitag in der 66. Minute nach einem Zweikampf im Strafraum auf Stürmerfoul gegen Serbien und nicht auf Elfmeter entschieden und verzichtete auf den Einsatz des Videoassistenten.

"Uns ist unklar, wie ein deutscher Schiedsrichter überhaupt für ein Spiel zwischen der Schweiz und Serbien ausgesucht werden kann, wenn es allgemein bekannt ist, dass einer der föderalen Schweizer Kantone ein deutscher Kanton ist", heißt es in dem Protest weiter.

Durch die Weigerung von Brych, den Assistenten in Anspruch zu nehmen, seien Serbien Nachteile entstanden. "Es stellt sich die berechtigte Frage, ob mit zweierlei Maß gemessen wird und ob der Videoassistent nur selektiv genutzt wird." Der serbische Verband, Spieler und vor allem die Medien werfen Schiedsrichter Brych außerdem vor, Gelbe Karten vor allem gegen serbische Spieler gezogen zu haben.

"Brutaler Diebstahl"

"Der brutale Diebstahl von Brych", titelte zum Beispiel die serbische Zeitung "Sportski zurnal". "Der Deutsche Felix Brych, eine Schande für die Schiedsrichterorganisation der Fifa, hat Serbien auf dem Weg ins Achtelfinale gestoppt."

Es sei "einer der schlimmsten Diebstähle bei den letzten Weltmeisterschaften. Eine Schande, wie sie schändlicher nicht sein kann." Die Boulevardzeitung "Alo" titelte: "Der Deutsche hat uns bestohlen" und schrieb: "Der Unparteiische massakrierte unsere Mannschaft und ermöglichte unserem Gegner, eine Niederlage in einen Sieg umzuwandeln."

Andere stellten sich hinter Brych. "Er war wirklich gut", sagte beispielsweise der Schweizer Ex-Referee Urs Meier im ZDF über die Leistung von Brych. "Er war sehr ruhig, sehr souverän."

Bei der WM gab es bereits Beschwerden mehrerer Verbände über Schiedsrichter, Folgen hatten diese keine.

koe/dpa



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