WM 2018 Sieg im Elfmeterschießen - WM-Gastgeber Russland wirft Spanien raus

Die Überraschung ist perfekt: Russland hat sich in einem zähen Achtelfinale gegen Favorit Spanien durchgesetzt. Die Entscheidung für den WM-Gastgeber fiel erst im Elfmeterschießen.

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WM-Gastgeber Russland ist die Sensation geglückt. In einem schwachen Achtelfinalspiel setzte sich die von den Fans lautstark angefeuerte Sbornaja gegen Spanien - immerhin Weltmeister von 2010 - 5:4 nach Elfmeterschießen durch. Nun trifft Russland im Viertelfinale auf den Sieger der Partie Kroatien gegen Dänemark (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Eine Überraschung gab es bereits vor dem Anpfiff: Altstar Andrés Iniesta, 34 Jahre, saß zu Beginn nur auf der Bank. In seinem wohl letzten WM-Turnier hatte der ehemalige Barcelona-Mittelfeldspieler bislang sämtliche Gruppenspiele bestritten, war zweimal ausgewechselt worden. Für Iniesta startete Marco Asensio.

Es dauerte nur bis zur zwölften Minute, bis der Favorit in Führung lag. Nach einer Freistoßhereingabe von rechts gingen Sergio Ramos und Sergey Ignashevich gemeinsam zu Boden, der Ball sprang an die Hacke des Russen - und von dort ins Tor. Ein Rekord: Mit 38 Jahren ist Ignashevich der älteste Eigentorschütze bei einer WM.

Nur wenige Highlights bis zur Verlängerung

Doch die Sbornaja ließ sich nicht beeindrucken - und kam noch vor der Pause zum Ausgleich: Wieder war es eine Hereingabe, die Gefahr schaffte. Spaniens Innenverteidiger Gerard Piqué spielte den Ball mit der Hand, Schiedsrichter Björn Kuipers entschied auf Strafstoß, Artem Dzyuba verwandelte sicher - 1:1 (41. Minute).

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Russland besiegt Spanien: Tausend Pässe, aber schwache Nerven

In der zweiten Hälfte durfte Iniesta dann doch noch mitspielen - doch die Partie verflachte. Als die Zuschauer einzuschlafen drohten, prüfte Iniesta Russlands Keeper Igor Akinfeev, der sein Team mit einer Parade vor dem Rückstand bewahrte - und auch den Nachschuss Iago Aspas entschärfte (85.). Es ging in die Verlängerung.

Dort gab es: einen Torschuss von Asensio (100.), eine Doppelchance von Rodrigo Moreno und Carlos Carvalhal (109.) und eine kurze Befragung des Videoassistenten durch Kuipers nach einem Gerangel im russischen Strafraum (kein Elfmeter) und ein Fernschuss von Moreno (120.).

Die Entscheidung musste das Elfmeterschießen bringen, dort hielt Akinfeev den entscheidenden Strafstoß von Aspas mit dem linken Fuß.

Spanien - Russland 1:1 (1:1, 1:1) n.V. 3:4 i.E.
1:0 Ignashevich (12. ET)
1:1 Dzyuba (41. Handelfmeter)
Elfmeterschießen:
1:0 Iniesta
1:1 Smolov
2:1 Piqué
2:2 Ignashevich
Koke verschießt
2:3 Golovin
3:3 Ramos
3:4 Cheryshev
Aspas verschießt
Spanien: De Gea - Nacho (70. Carvajal), Piqué, Ramos, Alba - Koke Busquets - D. Silva (67. Iniesta), Isco, Asensio (104. Rodrigo) - Costa (80. Aspas)
Russland: Akinfeev - Mario Fernandes, Kutepov, Ignashevich, Kudriashow, Zhirkov (46. Granat) - Samedov (61. Cheryshev), Zobnin, Kuziaev (97. Erokhin) - Dzyuba (65. Smolov), Golovin
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Gelbe Karten: Piqué / Zobnin, Kutepov

bka



insgesamt 59 Beiträge
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honkidonki2 01.07.2018
1. Deutschland II
Damit ist Deutschland II (mit besseren Spielern) auch raus. Ballbesitzfussball ist durchschaut. Zu statisch, zuviel Ballgeschiebe, zu wenige Ideen. Aber selbst schuld: ohne das fahrlässige Handspiel wäre es anders gelaufen.
ekel-alfred 01.07.2018
2. Gruselig
Keiner der Teams hätte weiterkommen dürfen. Das Tor für Spanien war ein Eigentor der Russen und das Tor für Russland ein Handelfmeter. Selbst herausgespielte Torchancen? Mangelware, bis kaum vorhanden.
christine.rudi 01.07.2018
3. Torwart pariert !
... es ist richtiger zu sagen, der Torwart pariert, als der schütze verschießt. Die Chancen setehn mindestens 10:1 für den Elfmeterschützen !
helmipeters 01.07.2018
4. Oje,
Deutschland äh, Die Mannschaft, Portugal, Argentinien und jetzt Spanien - alle raus. Da muss nach deutscher Lesart doch Putin seine Hand im Spiel haben.
hal5000 01.07.2018
5. Duplizität...
Duplizität der Ereignisse. Spanien behäbig, einfallslos, antiquiertes, ineffektives "Ballbesitzspiel" mit fruchtlosem Hin-und-Hergeschiebe vor dem gegnerischen Strafraum (formerly known as "Tiki Taka") - mit dem am Ende gleichen Ergebnis, wie wir es schon als Deutsche von unserer Mannschaft erlitten haben, nur eben eine Runde später. Tja, einmal mehr zeigt sich, dass steter Wille und Befähigung zur Veränderung, da wo nötig, einfach nottut. Lernen durch Schmerz.
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