Remis gegen Marokko Spanien - Gruppensieger auf den letzten Drücker

Was für eine Dramatik in der Schlussphase: Marokko stand kurz vor dem ersten Sieg bei dieser WM, aber Iago Aspas' Ausgleich rettete Spanien noch Platz eins in Gruppe B. Im Achtelfinale heißt der Gegner Russland.

Jubelnde Spanier
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Jubelnde Spanier


Spanien ist in seinem letzten Gruppenspiel gegen Marokko nicht über ein 2:2 (1:1) hinausgekommen. Die Marokkaner, die nach zwei Spielen in der Vorrunde bereits ausgeschieden waren, gingen durch einen Treffer von Khalid Boutaïb in Führung (14. Minute). Das Team von Fernando Hierro konnte durch Isco ausgleichen (19.). Den zweiten Treffer für Marokko erzielte Youssef En Nesyri (81.). Spanien schlug durch Iago Aspas (90.+1) zurück. Da im Parallelspiel Iran in letzter Minute gegen Portugal ausgleichen konnte, bedeutet der späte spanische Treffer gleichzeitig den Sieg in Gruppe B.

Für eine Überraschung sorgte der Außenseiter zu Beginn der Partie: Nach einem Missverständnis zwischen Sergio Ramos und Andrés Iniesta an der Mittellinie schnappte sich Boutaïb den Ball, rannte ungehindert auf das spanische Tor zu und tunnelte David De Gea zur Führung (14.). Spanien reagiert zügig: Andrés Iniesta legte für Isco auf, der aus sechs Metern mit rechts einschoss (19.). Marokko ließ sich von dem Ausgleich nicht beeindrucken. Boutaïb konnte kurz darauf die spanische Abwehr erneut überwinden, als er nach einem Einwurf frei vor De Gea auftauchte. Diesmal konnte Spaniens Keeper klären (25.).

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Spaniens Remis gegen Marokko: Last-minute-Ausgleich zum Gruppensieg

In der zweiten Halbzeit griff Marokko früh an: Nordin Amrabat kam im rechten Halbraum frei zum Schuss und traf das linke Lattenkreuz (55.). Wieder antwortete der Favorit. Einen Kopfball von Isco rettete Verteidiger Romain Saïss auf der Linie (61.). En Nesyri erzielte in der Schlussphase per Kopf den erneuten Führungstreffer für den Außenseiter (81.). Erst in der Nachspielzeit konnte Spanien die Niederlage abwenden, als Aspas eine Flanke nach einem kurz ausgeführten Eckball mit der Hacke ins Tor drückte (90.+1). Zunächst wurde auf Abseits entschieden, doch nach dem Videobeweis war klar: das Tor zählte.

Spanien spielt nun am 1. Juli in Moskau gegen Russland, den Zweiten der Gruppe A (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Spanien - Marokko 2:2 (1:1)
0:1 Boutaib (14.)
1:1 Isco (19.)
2:1 En Nesyri (81.)
2:2 Iago Aspas (90.+1)
Spanien: De Gea - Carvajal, Piqué, Ramos, Alba - Busquets, Thiago (74. Asensio) - Silva (84. Moreno), Isco, Iniesta - Costa (74. Aspas)
Marokko: El Kajoui - Dirar, Da Costa, Saiss, Hakimi - El Ahmadi, Boussoufa - N. Amrabat, Belhanda (63. Fajr), Ziyech (85. Bouhaddouz) - Boutaib (72. En-Nesyri)
Gelbe Karten: El Ahmadi, N. Amrabat, Da Costa, Boussoufa, El Kajoui, Hakimi Schiedsrichter: Irmatow (Usbekistan)
Zuschauer: 30.000

ngo



insgesamt 3 Beiträge
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polza_mancini 26.06.2018
1. Wirklich schade...
Die Marokkaner wären in einigen anderen Gruppen wohl locker durchgekommen. Für die Nicht-Abseitserkennung beim Ausgleich musste man ja mit dem Lineal an den Bildschirm - bin mir nicht sicher, ob der der VAR dafür gedacht war...insgesamt ein "leicht spanienfreundlicher" Schiri...
Robert_Rostock 26.06.2018
2.
Zitat von polza_manciniDie Marokkaner wären in einigen anderen Gruppen wohl locker durchgekommen. Für die Nicht-Abseitserkennung beim Ausgleich musste man ja mit dem Lineal an den Bildschirm - bin mir nicht sicher, ob der der VAR dafür gedacht war...insgesamt ein "leicht spanienfreundlicher" Schiri...
"Für die Nicht-Abseitserkennung beim Ausgleich musste man ja mit dem Lineal an den Bildschirm" - Dann gilt selbiges auch, um Abseits zu erkennen. Und ich bin schon der Meinung, dass in diesem Fall "Im Zweifel für den Angreifer" gelten sollte. Also: Abseits nur dann, wenn es eindeutig zu erkennen ist.
polza_mancini 26.06.2018
3. Hab mich falsch ausgedrückt...
Zitat von Robert_Rostock"Für die Nicht-Abseitserkennung beim Ausgleich musste man ja mit dem Lineal an den Bildschirm" - Dann gilt selbiges auch, um Abseits zu erkennen. Und ich bin schon der Meinung, dass in diesem Fall "Im Zweifel für den Angreifer" gelten sollte. Also: Abseits nur dann, wenn es eindeutig zu erkennen ist.
Völlig korrekt, dass das Tor gegeben wurde. Es ist allerdings weiterhin das Problem - wie in der Bundesliga -, wann der VAR denn nun eigentlich zum Zuge kommen soll, eigentlich doch bei "klaren" Fehlentscheidungen. Hier hätte das Tor also schon genau wegen der Regel "im Zweifel..." gelten müssen. Wenn man künftig jede Torraumszene anschauen möchte - gerne! Aber dann bitte irgendwann mal einheitlich...
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