Uruguays Sieg gegen Russland Jetzt treffen sie auch noch

Bislang überzeugte Uruguay bei der WM durch eine starke Abwehr. Doch nun zeigen sich die Superstars Suárez und Cavani in Torlaune. Russland wurde überrumpelt - und wird im Achtelfinale wohl ausscheiden.

Luis Suárez (unten) und Edinson Cavani
REUTERS

Luis Suárez (unten) und Edinson Cavani


Szene des Spiels: In der dritten Minute der Nachspielzeit wechselte Uruguays Trainer Óscar Tabárez Superstar Edinson Cavani aus. Der Torjäger hatte wenige Augenblicke zuvor sein erstes Tor bei dieser WM erzielt. Als Cavani zur Bank lief, hielt Tabárez ihn kurz fest und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Danach lachten beide. Beinah schien es so, als hätten sie sich über den Gegner lustig gemacht. Angesichts des Spielverlaufs wäre das durchaus nachvollziehbar gewesen.

Das Ergebnis: Uruguay besiegt WM-Gastgeber Russland deutlich 3:0 und feiert den Sieg in der Gruppe A. Hier geht's zur Meldung.

Die erste Hälfte: Uruguay war von Beginn an das bessere Team. Luis Suárez verwandelte einen Freistoß direkt in die Torwartecke von Russlands Keeper Igor Akinfeev (10. Minute). Denis Cheryshev erhöhte per Eigentor zum 2:0 für Uruguay. Der Offensivspieler hatte einen Schuss von Diego Laxalt unhaltbar für Akinfeev abgefälscht (23.). Für den Gastgeber kam es noch bitterer: Rechtsverteidiger Igor Smolnikov sah bereits nach 36 Minuten Gelb-Rot und fehlt damit im Achtelfinale.

Die zweite Hälfte: Nach dem Seitenwechsel gab es kaum noch Torchancen. In der 90. Minute nutzte Cavani eine der wenigen und staubte zum 3:0 ab.

Rekordjäger: Durch seinen zweiten Treffer in Russland steht Suárez nun bei insgesamt sieben WM-Toren. Selbst Diego Forlán hat es nur auf sechs Tore bei WM-Endrunden gebracht. Suárez fehlt nun nur noch ein Treffer, um mit Uruguays Rekordtorschützen Óscar Omar Míguez gleichzuziehen. Míguez hat bei den Weltmeisterschaften 1950 und 1954 in insgesamt sieben Spielen acht Tore erzielt.

Uruguays heimlicher Star: Wenn man über die wichtigsten Profis der Nationalmannschaft Uruguays nachdenkt, fallen einem zunächst die Angreifer Suárez und Edinson Cavani ein, vielleicht noch Abwehrchef Diego Godín. Doch der Fixpunkt im Aufbauspiel des Teams heißt Rodrigo Bentancur. Der Mittelfeldspieler von Juventus hat an diesem Tag seinen 21. Geburtstag gefeiert und sich beinahe mit einem Treffer belohnt, Akinfeev parierte jedoch glänzend (28.). Bentancurs ehemaliger Trainer Guillermo Barros Scheletto hatte ihn bereits während seiner Zeit bei den Boca Juniors mit Paul Pogba verglichen. In Russland beweist Bentancur, dass dieser Vergleich keineswegs abwegig ist.

Rodrigo Bentancur
AFP

Rodrigo Bentancur

Abwehrbollwerk: Drittes Gruppenspiel - und weiterhin kein Gegentreffer. Uruguays Verteidigung um Godín steht bislang sicher. Im Achtelfinale wird der Gegner stärker sein als Russland, Saudi-Arabien oder Ägypten. Doch neben Uruguay gibt es mit Kroatien nur ein Team, das bislang ebenfalls noch kein Tor kassiert hat.

WM der Elfmeter und Eigentore: Cheryshevs Eigentor war das bislang sechste bei dieser WM. So viele Treffer ins eigene Tor hatte es nur bei der WM 1998 gegeben. Auch die Elfmeter-Statistik wird immer gigantischer. Durch die zwei Strafstöße beim Parallelspiel der Gruppe zwischen Saudi-Arabien und Ägypten gab es bislang 18 Elfmeter. Der vorherige Rekord lag bei 15 Strafstößen und wurde 2010 in Südafrika aufgestellt.

Fazit des Spiels: Bei allem Respekt für Saudi-Arabien und Ägypten, aber gegen Uruguay war Russland bei der Heim-WM erstmals richtig gefordert - und wirkte phasenweise überfordert. Egal auf welches Team der Gastgeber im Achtelfinale trifft: Es wird wohl ein Abschiedsspiel.

Fotostrecke

8  Bilder
Uruguays Sieg gegen Russland: Aufwärmphase abgeschlossen

Uruguay - Russland 3:0 (2:0)
1:0 Suárez (10.)
2:0 Cheryshev (23., Eigentor)
3:0 Cavani (90.)
Uruguay: Muslera - Caceres, Coates, Godín, Laxalt - Torreira - Nández (73. Rodríguez) , Vecino - Bentancur (63. De Arrascaeta) - Suárez, Cavani (90.+3 Maxi Gómez)
Russland: Akinfeev - Smolnikov, Kutepov, Ignashevich, Kudryashov - Gazinsky (46. Kuzyaev), Zobnin - Samedov, Miranchuk (60. Smolov), Cheryshev (38. Fernandes) - Dzyuba
Schiedsrichter: Diedhiou (Senegal)
Gelbe Karten: Betancur - Gazinsky
Gelb-Rot: Cheryshev
Zuschauer: 41.970



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Nonvaio01 25.06.2018
1. naja
rausgespielt war keines der tore. Trotzdem denke ich das die weit kommen, denn nur mit einer guten abehr gewinnt man die WM.
andreika123 25.06.2018
2.
Ich habe das Gefühl das der Autor gar nicht erwarten kann bis die Russen raus fliegen. Natürlich wird es bald sein, so wie andere Fußball Nationen. Das Achtelfinale für Russland ist eine Errungenschaften was für andere selbstverständlich ist dir es aber nicht erreichen werden. Also weniger Zynismus bittet.
coyote38 25.06.2018
3. Russlands wahres Gesicht
Heute haben wir gesehen, warum niemand vor dem Turnier auch nur einen Rubel auf Russland gewettet hat. Bisher hatte die Sbornaja das große Glück, mit Saudi-Arabien und Ägypten noch größeres Fallobst in der Gruppe zu haben, als sie selbst sind ... ein Maßstab waren die beiden ersten Spiele der russischen Mannschaft aber nicht ... 8:1 Tore hin oder her.
GueMue 25.06.2018
4. Warum muss man Russlands Abschied wuenschen
Wenn man feststellt, dass sie gegen Uruquay, nun nicht gerade ein WM Favorit, ueberfordert wirken. Ein kleiner Rueckblick zeigt, dass Russland oft grandios begann und eher peinlich endete. Passierte auch schon Deutschland - eher selten- und England - eher oft- und bedeutet nicht das Ende des Landes.
bauklotzstauner 25.06.2018
5.
Erst fliegt laut SPON Russland trotz eines 5:0 im Eröffnungsspiel "sicher" in der Vorrunde raus - dann schaffen sie den zweiten Sieg... Nun überleben sie also das Achtelfinale nicht.... Kann man nicht einfach mal den Fußball passieren lassen, statt ständig seine von antirussischen Ressentiments gespeisten Wunschvorstellungen zu projizieren?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.