Fußball-WM 2022 Britische Menschenrechtler in Katar vermisst

Zwei Briten sind in Katar vermutlich festgenommen worden. Die Menschenrechtler hatten die Zustände auf den Stadion-Baustellen der WM 2022 und die Situation von Wanderarbeitern untersucht. Amnesty International fordert eine sofortige Aufklärung.

Stadion-Baustelle in Katar: Angeblich Hunderte tote Wanderarbeiter
DPA

Stadion-Baustelle in Katar: Angeblich Hunderte tote Wanderarbeiter


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Hamburg - Die Menschrechtsorganisation Amnesty International hat von den Behörden in Katar die sofortige Aufklärung über den Verbleib von zwei verschwundenen britischen Staatsbürgern gefordert. Das "erzwungene Verschwinden" des 52 Jahre alten Krishna Upadhaya und des 20 Jahre jüngeren Ghimire Gundev sei "extrem beunruhigend". Es liege der Verdacht nahe, dass die beiden in Zusammenhang mit ihrer Arbeit für eine Menschenrechtsorganisation festgenommen wurden, teilte die Organisation mit.

Amnesty International forderte, den Grund für eine mögliche Verhaftung zu nennen und Upadhaya und Gundev den Zugang zu einem Anwalt zu ermöglichen. Zugleich müssten beide vor Folter oder Ähnlichem geschützt werden.

Die beiden Briten hatten für die Organisation Global Network for Rights and Development (GNRD) die Zustände auf den Stadion-Baustellen der geplanten WM 2022 und die Situation von Wanderarbeitern untersucht. In einer Textnachricht an Kollegen hatte sich Upadhyaya vor seinem Verschwinden am 31. August darüber beklagt, von der katarischen Polizei "belästigt und verfolgt" zu werden.

"Uns sind Berichte bekannt, dass zwei britische Staatsangehörige von Katars Behörden festgenommen wurden. Wir überprüfen diese Berichte", hatte ein Beamter der britischen Botschaft in Doha bereits bestätigt. Das GNRD äußerte sich "tief besorgt" und forderte Katars Behörden auf, für die Sicherheit der beiden Briten zu sorgen.

Katar steht seit Langem in der Kritik wegen der Situation der vorwiegend aus Nepal und Indien stammenden Gastarbeiter in dem Emirat. Im vergangenen Jahr hatte es Berichte über Hunderte von toten Wanderarbeitern gegeben. Im Zuge dessen geriet auch die Fifa wegen der Vergabe der WM an das Land am Golf in die Kritik.

tpr/dpa/sid



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