WM-Ausschluss Wörns tritt gegen Klinsmann nach

Nach dem Rauswurf von Christian Wörns aus der Nationalmannschaft will Jürgen Klinsmann den Fall vor allem als Exempel für den Rest der Nationalmanschaft verstanden wissen. Der Aussortierte gibt sich derweil uneinsichtig und erneuerte seine Kritik am Bundestrainer.


Hamburg - "Respektlos - da muss ich lachen. Respektlos ist, wie Klinsmann mit Menschen, mit einem 34-jährigen Familienvater umgeht", erboste sich Wörns in der "Bild"-Zeitung über die Aussagen des ehemaligen Nationalmannschafts-Kollegen Klinsmann.

Klinsmann (mit Assistenten Löw und Köpke): "Frechheit" und "respektlos"
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Klinsmann (mit Assistenten Löw und Köpke): "Frechheit" und "respektlos"

Wörns hatte im Interview bei SPIEGEL ONLINE erklärt, Klinsmann sei "link" und "unehrlich", weil er den Dortmunder trotz guter Bundesliga-Leistungen nicht ins Nationalteam berufe. Daraufhin hatte Klinsmann Wörns' Verhalten als "Frechheit" und "respektlos" getadelt und den Abwehrspieler von Borussia Dortmund aus der Mannschaft geworfen. "Das ist keine Basis. Er hat nur an sich selbst gedacht", so der Bundestrainer.

Über seinen Rauswurf zeigte sich Wörns nach eigenen Angaben "wenig überrascht". Er erklärte weiter, dass er zu seinen Äußerugen stehe. "Wenn er vor eineinhalb Jahren bei seinem Amtsantritt gleich ehrlich gewesen wäre, hätten wir uns diese Auseinandersetzung erspart", sagte der BVB-Spieler.

Den Ausschluss des Dortmunders will Klinsmann derweil als "klares Signal" verstanden wissen. "Jeder muss sich in den kommenden Wochen in den Dienst der Gemeinschaft stellen und Eigeninteressen dürfen keine Rolle spielen", sagte Klinsmann. "Wir haben bei der WM gegen Topteams wie Argentinien und Brasilien nur dann eine Chance, wenn alle zusammenhalten", sagte der Bundestrainer.

Rückendeckung erhält der aussortierte Wörns von den Dortmunder Vereinsfunktionären. BVB-Geschäftsführer Hans Joachim Watzke erklärte: "Wenn die Leistung das ausschlaggebende Kriterium ist, dann müsste man Christian nominieren. In Dortmund sind alle dieser Meinung."

Nachdem neben Wörns auch BVB-Mittelfeldspieler Sebastian Kehl nicht für das Länderspiel gegen Italien am kommenden Mittwoch in Florenz berufen wurde, waren die Dortmunder Offiziellen um Borussia-Coach Bert van Marwijk die Offensive gegangen und beschwerten sich bei Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und dem Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Dennoch wolle man "kein weiteres Öl ins Feuer gießen", sagte Watzke im DSF, "wir werden die Nationalmannschaft weiter unterstützen. Das übernächste Länderspiel am 22. März gegen die USA findet ausgerechnet in Dortmund statt.

kob/dpa/sid



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