WM in Deutschland: Neid präsentiert ihre Meister-Frauen

Über fünf Wochen hat Silvia Neid getestet, jetzt hat sie den Kader für die Frauen-WM in Deutschland vorgestellt. Fünf Kandidatinnen musste die Bundestrainerin nach Hause schicken, darunter auch die Bundesliga-Torschützenkönigin Conny Pohlers.

Frauenfußball-Nationalmannschaft: Prinz führt WM-Kader an Fotos
DPA

Hamburg - Zuletzt standen einige unangenehme Gespräche bei Silvia Neid auf der Tagesordnung: Eine Torhüterin und vier Spielerinnen musste die Bundestrainerin noch aus ihrem Aufgebot für die Frauen-Weltmeisterschaft (26. Juni bis 17. Juli) in Deutschland streichen, bevor der 21er Kader an diesem Freitag offiziell verkündet wurde.

Anja Mittag, Josephine Henning (beide 1. FFC Turbine Potsdam), Sonja Fuss (FCR 2001 Duisburg), Conny Pohlers (1. FFC Frankfurt) und Lisa Weiß (SG Essen-Schönebeck) schafften es nach mehr als fünf Wochen Vorbereitung nun nicht in das 18 Feldspielerinnen und drei Torhüterinnen umfassende Aufgebot. Bundesliga-Torschützenkönigin Pohlers hatte es schon nicht in den vorläufigen Kader geschafft, wurde aber zunächst wegen einer Verletzung Dzsenifer Marozsans nachnominiert. Sie konkurrierte in Neids Spielsystem jedoch mit der im Sturm gesetzten Birgit Prinz.

"Wir haben in den vergangenen Wochen sehr genau analysiert, viel diskutiert und uns die Wahl nicht leicht gemacht. Es war ein Entscheidung für 21 und nicht gegen fünf Spielerinnen", sagte Neid. "Wir haben in den Lehrgängen ganz viele Eindrücke gesammelt. Nach jedem Training haben wir uns im Trainer-Team ausgetauscht. Es gab zahlreiche Kriterien, die wir abgeklopft haben." Im Kader stehen somit 13 Weltmeisterinnen von 2007 und vier U20-Titelträgerinnen von 2010.

Im Kader dominieren drei Clubs. Jeweils sechs Spielerinnen kommen von Vizemeister 1. FFC Frankfurt und dem FCR Duisburg, der Deutsche Meister Turbine Potsdam stellt drei Frauen. "Diese Spielerinnen genießen mein vollstes Vertrauen. Das Aufgebot ist ausgewogen besetzt. Ich hoffe, wir können das Potential bei der WM abrufen. Es ist noch einiges zu tun, um top vorbereitet ins Turnier zu gehen", so Neid. Die Bundestrainerin hat allerdings noch zwei Wochen Zeit, um auf eventuelle Verletzungen zu reagieren. Der endgültige Kader muss erst am 10. Juni beim Weltverband Fifa gemeldet werden.

Angeführt wird das Aufgebot von Rekord-Nationalspielerin Prinz (208 Länderspiele). Die 33-jährige dreimalige Weltfußballerin, die ihre internationale Karriere beim Finale in ihrer Heimatstadt Frankfurt mit dem dritten WM-Triumph krönen und beenden möchte, ist die älteste Spielerin des Kaders.

Almuth Schult, Alexandra Popp, Bianca Schmidt und Kim Kulig gehören zu den amtierenden Junioren-Weltmeisterinnen, die den Sprung in den Kader geschafft haben. Torhüterin Schult ist die einzige Spielerin ohne Länderspiel-Einsatz.

Bereits am Sonntag trifft sich die DFB-Auswahl im Hotel Klosterpforte in Marienfeld. Bis zum Eröffnungsspiel in Berlin gegen Kanada (26. Juni) bereitet sich die Mannschaft in zwei Lehrgängen und drei Testspielen in Osnabrück gegen Italien (3. Juni), in Aachen gegen die Niederlande (7. Juni) und in Mainz gegen Norwegen (16. Juni) auf das Turnier vor. Am 21. Juni kommt die Mannschaft in Berlin zusammen.

ged/sid

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Frau Neid..
derlabbecker 27.05.2011
... hat gut gelernt bei den männlichen DFB Trainern. Da wurde auch schon häufiger mal der aktuelle Bundesliga Torschützenkönig nicht für Länderspiele oder EMs oder WMs nominiert :-)
2. Conny Pohlers ist die Beste
allereber 27.05.2011
Zitat von sysopBundestrainerin Silvia Neid hat nach fünfwöchiger Vorbereitungszeit ihren endgültigen Kader für die Heim-WM benannt. Prominenteste Streich-Opfer*sind Anja Mittag und Conny Pohlers. Angeführt wird das Aufgebot von Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,765227,00.html
Silvia Neid hält es wie Herberger Nimmt nur überzeugte Christinnen mit. Als überzeugte Piusschwester nimmt sie keine Torschützenkönigin mit. Diese Truppe wird trotz Gotteskriegerinnen früh ausscheiden. Lieber Frau Mittag als früh Feierarbend.
3. Richtig!
Schluckspecht 27.05.2011
Zitat von derlabbecker... hat gut gelernt bei den männlichen DFB Trainern. Da wurde auch schon häufiger mal der aktuelle Bundesliga Torschützenkönig nicht für Länderspiele oder EMs oder WMs nominiert :-)
... mit Kevin Kuranyi wären wir Weltmeister geworden :D.
4. da hab ich doch irgendwie ein Déjà-vu
Isotronic 27.05.2011
Erlebnis. Ähnlich beim Männerfussball vor den Jahren Klinsmann/Löw lebt unsere Frauen-Nationalmannschaft vor allem vom Einzelkönnen der Spielerinnen - weniger von ausgefeilter Taktik und Spielsystematik. Birgit Prinz wird mitgeschleppt wie weiland Loddar Matthäus unter Berti. Beides überragende Sportler zu ihrer Bestzeit, keine Frage, voller Respekt, alle Ehre. Aber das Ergebnis, wenn der Nachwuchs nicht sein Recht bekommt, kennen wir. Das gilt auch für Trainer.
5. Nee, nee!
Gerdd 27.05.2011
Zitat von IsotronicErlebnis. Ähnlich beim Männerfussball vor den Jahren Klinsmann/Löw lebt unsere Frauen-Nationalmannschaft vor allem vom Einzelkönnen der Spielerinnen - weniger von ausgefeilter Taktik und Spielsystematik. Birgit Prinz wird mitgeschleppt wie weiland Loddar Matthäus unter Berti. Beides überragende Sportler zu ihrer Bestzeit, keine Frage, voller Respekt, alle Ehre. Aber das Ergebnis, wenn der Nachwuchs nicht sein Recht bekommt, kennen wir. Das gilt auch für Trainer.
Da gab's doch mal so 'ne Frankfurter Torfabrik? Also, wenn ich mich recht erinnere haben die Mädels das Team-Spiel lange vor den Jungs begriffen. Frechheit! Der Loddar war 39 und fast schon invalide als er endlich abgedankt hat. Und die Birgit ist 33 und noch sehr gut zu Fuß! Wartet's ab - ich wünsch' ihr den Triumph! Ja, das kenne wir - der Loddar war ja nur der erste in einer Greisentruppe. Und die Birgit ist die "Grande Dame" einer Mannschaft (Pardon, Frauschaft natürlich), in der ein paar ganz ausgezeichnete U21-Siegerinnen wichtige Rollen spielen. Die Nachwuchsfrage hat die Frau Neid, glaube ich, ganz gut im Griff. Mädels! Das ist Euer Titel - holt ihn Euch!
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Gruppen Frauenfußball-WM 2011

Gruppe A: Deutschland, Kanada, Nigeria, Frankreich

Gruppe B: Japan, Neuseeland, Mexiko, England

Gruppe C: USA, Nordkorea, Kolumbien, Schweden

Gruppe D: Brasilien, Australien, Norwegen, Äquatorialguinea

Fotostrecke
Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011: Das sind die 16 WM-Teilnehmer

Frauenfußball-Weltmeister
Jahr Sieger
2011 Japan (3:1 n.E. gegen USA)
2007 Deutschland (2:0 vs. Brasilien)
2003 Deutschland (2:1 n.G.G. vs. Schweden)
1999 USA (5:4 n.E. vs. China)
1995 Norwegen (2:0 vs. Deutschland)
1991 USA (2:1 vs. Norwegen)
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WM-Bilanz der DFB-Frauen
Jahr Bilanz
2011 Viertelfinale (0:1 n. V. gegen Japan)
2007 WELTMEISTER (2:0 gegen Brasilien)
2003 WELTMEISTER (2:1 n.G.G. gg. Schweden)
1999 Viertelfinale (2:3 gegen USA)
1995 Finale (0:2 gegen Norwegen)
1991 Spiel um Platz drei (0:4 gegen Schweden)