WM-Kurzpässe Fifa gibt Schiedsrichter-Fehler zu, Rehhagel macht weiter

Der Weltverband Fifa hat erstmals öffentlich schlechte Schiedsrichter-Leistungen eingeräumt. Otto Rehagel denkt noch nicht ans Ende seiner Trainerkarriere. Patrick Vieira hat seinen Rücktritt aus der französischen Nationalmannschaft erklärt.

Kritisierte Referees (hier Koman Coulibaly bei USA gegen Slowenien): Fifa räumt Fehler ein.
dpa

Kritisierte Referees (hier Koman Coulibaly bei USA gegen Slowenien): Fifa räumt Fehler ein.


Hamburg - Nach der massiven Kritik an den Leistungen der WM-Schiedsrichter hat der Weltverband Fifa erstmals öffentlich schwache Auftritte der Unparteiischen eingestanden. "Es gab Entscheidungen, die keine guten Entscheidungen waren", sagte Generalsekretär Jêrome Valcke in Johannesburg. Reformen soll es aber frühestens nach dem Turnier in Südafrika geben.

"Wir haben keine Zeit, Veränderungen sofort einzuführen. Das kann für die WM 2014 passieren", sagte Valcke. Dem oft geforderten Video-Beweis oder Chip im Ball erteilte er aber gleich eine Absage. "Das steht nicht zur Debatte", sagte er. Stattdessen plädierte der Franzose für die Einführung der in der Europa League getesteten Tor-Assistenten auch bei WM-Turnieren.

Der als Nationaltrainer Griechenlands zurückgetretene Otto Rehhagel fühlt sich noch zu jung für den Ruhestand. "Ich höre nicht auf. Ich habe keine Sekunde daran gedacht, aufzuhören. Ich fühle mich fit. Ich mache nur eine kurze Pause. Ich will meine immense Erfahrung weitergeben. Wenn die einer braucht, stehe ich zur Verfügung", sagte der 71-Jährige der "Bild am Sonntag". Rehagel hatte nach dem Vorrunden-Aus seiner Mannschaft in Südafrika seinen Abschied verkündet.

In den letzten zwei Monaten habe es schon Anfragen gegeben, "aber darüber spreche ich jetzt nicht", sagte Rehhagel. Auch eine Rückkehr in die Bundesliga kommt für den früheren Trainer von Werder Bremen und dem 1. FC Kaiserslautern durchaus in Frage: "Ich schließe überhaupt nichts aus. Ich habe mich ja selbst in die Freiheit entlassen und mache nur das, was mir passt." Rehhagel hatte die griechische Auswahl seit 2001 trainiert. Sein größter Erfolg war der Gewinn der Europameisterschaft 2004 in Portugal.

Der ehemalige französische Nationalmannschaftskapitän Patrick Vieira hat seine Karriere in der Equipe Tricolore beendet. Er stehe dem neuen Auswahlcoach Laurent Blanc nicht zur Verfügung, sagte der Mittelfeldspieler dem TV-Sender Canal Plus. Der Routinier war vom bisherigen Nationaltrainer Raymond Domenech für die WM in Südafrika nicht berücksichtigt worden. Vieira bestritt in seiner Laufbahn 107 Länderspiele für Frankreich und erzielte sechs Tore. Er gehörte der Weltmeistermannschaft 1998 an und gewann 2000 auch die Europameistermannschaft.

Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque bangt vor dem WM-Achtelfinale gegen Portugal am Dienstag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) um Mittelfeldspieler Xabi Alonso. "Es gibt ernsthafte Zweifel, ob er am Dienstag spielen kann. Er wird behandelt und wir müssen abwarten, ob er fit wird", sagte del Bosque. Alonso hatte sich beim 2:1-Sieg gegen Chile im letzten Gruppenspiel den rechten Knöchel verstaucht.

hbm/sid/dpa

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