WM-Qualifikation: Das Wichtigste zum DFB-Kick gegen Schweden

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Jetzt wird's ernst: Die deutsche Nationalelf trifft in der WM-Quali auf den schwierigsten Gruppengegner, Schweden. Das Löw-Team - wieder mit Lahm - muss vor allem auf den exzentrischen Stürmer Ibrahimovic achten. Alle Infos für einen gelungenen Fußballabend, Rezept für Schwedenhappen inklusive.

Nationalspieler Lahm: Gegen Schweden wieder in der Startelf Zur Großansicht
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Nationalspieler Lahm: Gegen Schweden wieder in der Startelf

Worum geht's?

Um eine kleine Vorentscheidung in der WM-Qualifikation. Sollte Deutschland am Abend (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Berliner Olympiastadion gegen Schweden gewinnen, hätte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw vier Siege aus vier Spielen geholt. Die beiden anschließenden Partien sind gegen Kasachstan. Österreich und Irland müssen zum Rückspiel in Deutschland antreten, zudem geht es noch auf die Färöer und nach Schweden. Sollte die DFB-Elf gegen die Skandinavier siegen, könnte man die Hotels in Brasilien schon reservieren.

Warum ist Schweden so gefährlich?

Weil das Team Zlatan Ibrahimovic in seinen Reihen hat. Der 31-Jährige gehört zu den Top-Stürmern Europas. In der Nationalelf ist er Spielmacher und Angreifer in einer Person. Dazu haben die Skandinavier weitere gute Akteure im Kader: Torhüter Andreas Isaksson (100 Länderspiele) und Mittelfeldspieler Kim Källström (96) verfügen über sehr viel Erfahrung, in der Offensive wirbelt Johan Elmander an der Seite von Ibrahimovic. Schweden ist ohne Zweifel der stärkste Gegner der Deutschen in der ansonsten eher schwachen Quali-Gruppe C. Zwar scheiterte das Team bei der EM schon in der Vorrunde, allerdings nur knapp.

Was sollte man noch über den Gegner wissen?

Beim TV-Abend mit den Freunden bitte nicht den Begriff "Schwedenhappen" verwenden. Egal welche Sportart, egal welches Geschlecht, immer ist von diesem ominösen Happen die Rede, den Team A bei einem Sieg gegen Schweden verputzt, sich im Falle einer Pleite hingegen an ihm verschluckt hat. Mit dieser Redewendung beeindrucken Sie niemanden - dafür umso mehr mit echten Schwedenhappen, gereicht zum Anpfiff. Ist gar nicht kompliziert und sehr lecker, hier ein Rezeptvorschlag.

Warum gewinnt Deutschland?

Weil sich die Mannschaft endlich nicht mehr im Kuschel-Modus befindet. Die Kritik von Bastian Schweinsteiger hat ebenso gefruchtet wie die Worte von Uli Hoeneß. Wie es dann laufen kann, hat man beim 6:1-Sieg gegen Irland gesehen. Zugegeben, der Gegner war lausig, Schweden wird eine andere Hausnummer sein. Aber mit der Spielfreude und dem Torhunger aus dem Irland-Kick sollten auch die Skandinavier schlagbar sein.

Was macht Bundestrainer Löw Sorgen?

Sami Khedira und die eigene Gesundheit. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid fällt wahrscheinlich mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel aus, für ihn wird wohl Bayern-Profi Toni Kroos in die Startelf rücken. Ansonsten vertraut Löw, der unter einer heftigen Erkältung leidet, jenen Spielern, die auch gegen Irland begannen. Einzige Ausnahme: Nachdem Philipp Lahm beim 6:1 wegen einer Gelbsperre zuschauen musste, kehrt der Kapitän wieder zurück ins Team und ersetzt rechts in der Viererkette Jérôme Boateng.

Wie ist die Statistik gegen Schweden?

Ganz leicht positiv. In insgesamt 34 Spielen gab es 14 deutsche Siege und zwölf Erfolge der Schweden, dazu acht Unentschieden. Die letzte Niederlage einer DFB-Elf gegen die Skandinavier ist allerdings schon 34 Jahre her. Am 19. April 1978 gewann Schweden 3:1, Rainer Bonhof erzielte damals den einzigen deutschen Treffer, zudem unterlief Rolf Rüssmann ein Eigentor. Übrigens gibt es nur drei Nationen, gegen die Deutschland häufiger spielte: Schweiz (51 Länderspiele), die Niederlande (39) und Österreich (38).

Was für Erinnerungen hat das DFB-Team ans Berliner Olympiastadion?

Sehr gute, zumindest was das bislang letzte Spiel betrifft. Am 8. Oktober 2010 besiegte Deutschland die Türkei in der EM-Qualifikation überlegen 3:0. Nirgends spielte die deutsche Nationalelf häufiger als in der Hauptstadt. In 43 Partien gab es 18 Siege, 14 Unentschieden und 11 Niederlagen.

Wie geht's aus?

3:1 für Deutschland - das wird ein richtig toller Fußballabend.

Deutschland - Schweden um 20.45 Uhr in Berlin
(voraussichtliche Aufstellungen)
Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Badstuber, Schmelzer - Kroos, Schweinsteiger - Müller, Özil, Reus - Klose
Schweden: Isaksson - Lustig, Granqvist, Jonas Olsson, Martin Olsson - Svensson, Källström - Larsson, Ibrahimovic, Elm - Elmander
Schiedsrichter: Proenca (Portugal)

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Fail
Seph Swain 16.10.2012
"Das Wichtigste zum Kick in Berlin" ...ist heute eine ganz ganz schlechte Überschrift.
2. Nicht übertreiben.
horstma 16.10.2012
Schweden ist trotz Ibrahimowitschtschitsch nur die Nr. 21 der Rangliste, und zum letzten Mal hat man vor 34 Jahren verloren. Ich verstehe nicht ganz, warum man die Schweden so aufbaut. Wenn man jetzt vor Schweden schon Angst hat, wie soll dann die WM in Brasilien laufen? Da kann man dann nicht antreten, weil alle vor jedem Spiel einen Panikanfall haben und in der Kabine bleiben ;-)
3. Wertvolles Spiel!
galileos 16.10.2012
Genau wegen solchen Spielen wird man Weltmeister! Wenn man daraus die richtigen Schlüsse zieht, kann man auch gegen Italien gewinnen. Das sind zentrale Erfahrungswerte, die sowohl einzelne Spieler wie die ganze Mannschaft reifen lassen, und künftig gegen Unachtsamkeit und Indifferenz schützen können. Ein wunderbarer Schleifstein, auch weil die erste Stunde ein strahlender Wegweiser war. Kompliment dafür!
4.
Reziprozität 17.10.2012
Zitat von horstmaSchweden ist trotz Ibrahimowitschtschitsch nur die Nr. 21 der Rangliste, und zum letzten Mal hat man vor 34 Jahren verloren. Ich verstehe nicht ganz, warum man die Schweden so aufbaut. Wenn man jetzt vor Schweden schon Angst hat, wie soll dann die WM in Brasilien laufen? Da kann man dann nicht antreten, weil alle vor jedem Spiel einen Panikanfall haben und in der Kabine bleiben ;-)
Nun ging es, komplett unerwartet, 4:4 aus. Ganz so unsubstantiiert war ja das Hervorheben der fussballerischen Qualitäten der schwedischen Nationalmannschaft somit dann doch nicht. Die Schweden hatten ja immerhin schon eine nicht so schlechte, wenngleich unglückliche, Fussball-EM-Vorrunde gespielt. Trotzdem darf man sich auf jede Menge Diskussionen im Nachtrab zu dieser Partie freuen.
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Miroslav Klose: Torjäger auf Rekordkurs

Das deutsche Aufgebot
Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Ron-Robert Zieler (Hannover 96), Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach)

Abwehr: Philipp Lahm, Jérôme Boateng, Holger Badstuber (alle Bayern München), Heiko Westermann (Hamburger SV), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Per Mertesacker (FC Arsenal)

Mittelfeld: Mario Götze, Marco Reus (beide Borussia Dortmund), Mesut Özil, Sami Khedira (beide Real Madrid), Toni Kroos, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger (alle Bayern München), André Schürrle (Bayer Leverkusen), Lukas Podolski (FC Arsenal)

Angriff: Miroslav Klose (Lazio Rom)
Fotostrecke
Zlatan Ibrahimovic: Der treffsichere Wandervogel

Deutschlands Spiele in der WM-Qualifikation
Datum Gegner Austragungsort
07.09.2012 Färöer (3:0) Hannover
11.09.2012 Österreich (2:1) Wien
12.10.2012 Irland (6:1) Dublin
16.10.2012 Schweden (4:4) Berlin
22.03.2013 Kasachstan (3:0) Astana
26.03.2013 Kasachstan (4:1) Nürnberg
06.09.2013 Österreich (3:0) München
10.09.2013 Färöer (3:0) Tórshavn
11.10.2013 Irland (3:0) Köln
15.10.2013 Schweden (5:3) Solna
Die deutschen Gruppengegner in der WM-Qualifikation
Schweden
Die größten WM-Erfolge liegen für Schweden schon Jahrzehnte zurück. 1958 wurde das Team Zweiter, 1950 und 1994 jeweils Dritter - seitdem aber bleibt der Weltranglisten-19. hinter seinen hohen Erwartungen auf internationaler Ebene zurück. Zuletzt jedoch zeigten die Schweden wieder Klasse - als sie in Berlin ein 0:4 gegen Deutschland zu einem 4:4 aufholten.

Bilanz gegen Deutschland: 12 Siege, 9 Unentschieden, 14 Niederlagen; 57:65 Tore.
Irland
Zu hause eine Macht, auswärts eher harmlos. Auch unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni konnten die Iren ihr Image als liebenswerte Verlierer nicht loswerden. Seit Juli 2008 ist "Trap" im Amt. Bei der WM 2002 trotzte Irland in der Vorrunde den Deutschen ein 1:1 ab. Auch in der Qualifikation für die EM 2008 hatte es die DFB-Elf mit Irland zu tun, siegte zu Hause 1:0 - in Dublin gab es nur ein 0:0, in der Qualifikation im Oktober 2012 siegte die Löw-Elf in Dublin 6:1. Irland war bisher dreimal bei Weltmeisterschaften (1990, 1994, 2002), bei der WM 1990 scheiterte das Team erst im Viertelfinale. Die meisten Spieler spielen in der englischen Premier League.

Bilanz gegen Deutschland: 5 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen; 27:26 Tore
Österreich
Die Alpenrepublik war zuletzt der Lieblingsgegner des DFB, seit knapp 25 Jahren hat Deutschland keine Partie mehr gegen Österreich verloren. Darunter waren vier Gastspiele in Wien. Von den insgesamt 36 Duellen sind aber zwei unrühmlich in Erinnerung geblieben: Die "Schmach von Cordoba" 1978 und die "Schande von Gijón" 1982. Österreich spielt um die achte WM-Teilnahme - seit 1998 blieb nur die Zuschauerrolle.

Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege, 6 Unentschieden, 22 Niederlagen; 52:78 Tore.
Färöer-Inseln
Fußball ist auf der Inselgruppe im Nordatlantik angesagt wie kaum ein anderer Sport - aber auf schwachem Niveau. Bei nicht einmal 50.000 Einwohnern hat der irische Nationaltrainer Brian Kerr nicht viele personelle Alternativen. So bleiben Achtungserfolge des Weltranglisten-112. Ausnahmeerscheinungen. Die einzigen beiden Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft waren derartige: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2004 tat sich das Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler sowohl beim 2:0 auswärts als auch beim 2:1 daheim schwer. Eine Überraschung gelang den Färöern im Juni 2010 mit einem 2:0 über Estland.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen; 1:4 Tore.
Kasachstan
Seit 1994 ist Kasachstan Mitglied der Fifa und wartet seither auf die Teilnahme an einem großen Turnier. Das Land liegt zu 90 Prozent in Asien. Deutschland hat eine makellose Bilanz gegen den Fußball-Zwerg - das Löw-Team gewann beide Duelle in der Qualifikation zur EM 2012 (3:0, 4:0). Der Auftritt in der Hauptstadt Astana bedeutet wieder Reisestrapazen samt rund fünfeinhalb Flugstunden für die DFB-Auswahl. Namhafte Spieler hat das Land nicht zu bieten, bis auf wenige Ausnahmen - etwa Heinrich Schmidtgal, der in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth aufläuft.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen; 1:13 Tore.