WM-Qualifikation: Deutschland zittert sich zum Sieg gegen Österreich

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat auch das zweite Spiel der WM-Qualifikation gewonnen. Der Erfolg in Wien gegen Österreich war allerdings äußerst glücklich. Erst eine Einzelaktion von Marco Reus brachte das DFB-Team auf die Siegerstraße, am Ende zitterten die Deutschen um den Erfolg.

Östereich vs. Deutschland: Reus und Özil reichen Fotos
dapd

Hamburg - Dank einer Einzelaktion von Marco Reus und einem verwandelten Foulelfmeter von Mesut Özil hat Deutschland das zweite Spiel der WM-Qualifikation gegen Österreich in Wien 2:1 (1:0) gewonnen. Die Gastgeber dominierten die erste Hälfte, doch Reus traf kurz vor der Pause (44. Minute). In der 52. Minute erhöhte Özil, ehe Zlatko Junuzovic nur wenig später den Anschlusstreffer erzielte (57.).

"Wir hatten die Voraussetzungen geschaffen, das Spiel in Ruhe zu beenden. Durch unsere Fehler haben wir uns selber in Bedrängnis gebracht. Wenn man kurz vor dem Ende 2:1 führt, muss man in der Lage sein, den Ball zu behaupten. Hätten wir es nach dem 2:0 besser gemacht, hätte Österreich keine Chance gehabt", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Mit nun sechs Punkten führt Deutschland die Tabelle der Gruppe C vor Irland und Schweden (je drei Punkte) an, die aber beide erst ein Spiel absolviert haben. Als nächstes trifft das Löw-Team in Dublin auf Irland (12. Oktober).

Löw und seine Mannschaft hatten sich für die Partie vorgenommen, die Österreicher mit intensivem Pressing unter Druck zu setzen. Doch die DFB-Auswahl konnte diese Taktik zu Beginn in keiner Weise umsetzen. Dagegen verhinderte Österreich einen geordneten Spielaufbau der Deutschen - und griffen bei Ballgewinn sofort das Tor von Manuel Neuer an. So hatte Martin Harnik in der Anfangsphase zweimal die große Chance zur Führung (4./12.). Deutschlands beste Möglichkeit resultierte aus einem Abpraller, doch der freistehende Thomas Müller schoss Österreichs Torhüter Robert Almer an (10.).

Arnautovic vergibt große Ausgleichschance

Österreich überzeugte, dominierte die Partie und hatte etliche Chancen - doch den Treffer machten die Deutschen. Kurz vor der Pause kam Reus an den Ball und der 23-Jährige sorgte mit einer Einzelaktion für das 1:0 (44.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde Reus wegen einer Fußprellung für Mario Götze ausgewechselt.

Erneut mit etwas Glück kam Deutschland in der 52. Minute zum zweiten Treffer. Veli Kavlak rannte von hinten Müller im Strafraum um, der Bayern-Profi fiel zu Boden und es gab einen Elfmeter, den Özil souverän verwandelte. Die Österreicher haderten jedoch nicht mit dem Spielverlauf. Marko Arnautovic setzte sich auf der rechten Seite gegen Götze und Schmelzer durch, seine punktgenaue Flanke nutzte Junuzovic zum Anschlusstor (57.).

Der Treffer schien den Gastgebern gut zu tun: Plötzlich waren die Laufbereitschaft und der Wille der ersten Halbzeit zurück, während sich die Deutschen zurückzogen. Nachdem lange die Durchschlagskraft fehlte, hatte Arnautovic in der 87. Minute den Ausgleich auf dem Fuß. Doch der Angreifer von Werder Bremen traf den Ball im Fünfmeterraum nicht richtig.

Deutschlands Torwart Neuer fasste es nach dem Abpfiff treffend zusammen: "Wir können glücklich sein, dass wir die drei Punkte haben, aber mit dem Spiel können wir nicht zufrieden sein."

Österreich - Deutschland 1:2 (0:1)
0:1 Reus (44.)
0:2 Özil (52.)
1:2 Junuzovic (57.)
Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger (85. Janko), Kavlak - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz (75. Jantscher) - Harnik (55. Burgstaller)
Deutschland: Neuer - Lahm, Hummels, Badstuber, Schmelzer - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Reus (46. Götze) - Klose (75. Podolski)
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Zuschauer (in Wien): 47.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Prödl, Fuchs, Baumgartlinger - Lahm (2)

max/sid

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Forum - WM-Qualifikation - Wie schlägt sich die DFB-Elf?
insgesamt 3926 Beiträge
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1.
1Piantao 11.09.2012
Zitat von sysopNach der EM ist vor der WM: Für Joachim Löw und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist es ein langer Weg bis zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Diskutieren Sie die Entwicklung der DFB-Elf während der Qualifikation. Wie wird sich die Mannschaft schlagen?
Meine Hochachtung, der Herr ! Reaktionschneller als die fuselige deutsche N11, heute. Meine Anna-(lyse) schick ich nach dem Spiel auf den Weg. Gruezi
2. War das übel...
The Real Thing 11.09.2012
...was diese Mannschaft heute gezeigt hat. Ein völlig unverdienter Sieg. Ohne Einsatz, ohne Kampfkraft, ohne Herz...eogentlich fehlte alles. Zug zum Tor absolute Fehlanzeige. Aber man kann sicher sein, das Löw und der Rest auch dieses Spiel sicher schönreden werden. Merken die eigentlich wohin hier die Reise geht? Und das immer wiederkehrende Gesülze über das Selbstvertrauen. Wer denn sonst, als die Nummer 2 der Welt sollte den mit Selbstvertrauen ins Spiel gehen? Weltmeister im Schönreden und Ausreden...keine Selbstkrtik der Spieler, z.B. Müller und Lahm, sondern beleidigte Reaktionen...Was passiert eigentlich, wenn mal ein Gegner die Chancen nutzt?
3. Immer dieses Jammern....
tabay 11.09.2012
....wie immer holt Deutschland einen Sieg und (fast) alle jammern Kollektiv.... Sogar die Redakteure....
4. Kann mir mal jemand...
KnoKo 11.09.2012
...den roten Faden in der Taktik des Herrn Löw aufzeigen? Irgendwie sehe ich den nicht. Das kommt mir alles sehr zusammengewürfelt und experimentell vor.
5. Wie schlecht muss Deutschland denn spielen, damit Österreich mal gewinnt?
Didis04 11.09.2012
Deutschland spielt schlecht - und gewinnt trotzdem. Das unterscheidet eben ein Spitzenteam von einer Durchschnittsmannschaft. Österreich besser? Wer solche Großchancen versiebt kann nicht besser sein. Viel Spaß nun beim Schönreden der Niederlage.
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Deutschlands Spiele in der WM-Qualifikation
Datum Gegner Austragungsort
07.09.2012 Färöer (3:0) Hannover
11.09.2012 Österreich (2:1) Wien
12.10.2012 Irland (6:1) Dublin
16.10.2012 Schweden (4:4) Berlin
22.03.2013 Kasachstan (3:0) Astana
26.03.2013 Kasachstan (4:1) Nürnberg
06.09.2013 Österreich (3:0) München
10.09.2013 Färöer (3:0) Tórshavn
11.10.2013 Irland (3:0) Köln
15.10.2013 Schweden (5:3) Solna

Die deutschen Gruppengegner in der WM-Qualifikation
Schweden
Die größten WM-Erfolge liegen für Schweden schon Jahrzehnte zurück. 1958 wurde das Team Zweiter, 1950 und 1994 jeweils Dritter - seitdem aber bleibt der Weltranglisten-19. hinter seinen hohen Erwartungen auf internationaler Ebene zurück. Zuletzt jedoch zeigten die Schweden wieder Klasse - als sie in Berlin ein 0:4 gegen Deutschland zu einem 4:4 aufholten.

Bilanz gegen Deutschland: 12 Siege, 9 Unentschieden, 14 Niederlagen; 57:65 Tore.
Irland
Zu hause eine Macht, auswärts eher harmlos. Auch unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni konnten die Iren ihr Image als liebenswerte Verlierer nicht loswerden. Seit Juli 2008 ist "Trap" im Amt. Bei der WM 2002 trotzte Irland in der Vorrunde den Deutschen ein 1:1 ab. Auch in der Qualifikation für die EM 2008 hatte es die DFB-Elf mit Irland zu tun, siegte zu Hause 1:0 - in Dublin gab es nur ein 0:0, in der Qualifikation im Oktober 2012 siegte die Löw-Elf in Dublin 6:1. Irland war bisher dreimal bei Weltmeisterschaften (1990, 1994, 2002), bei der WM 1990 scheiterte das Team erst im Viertelfinale. Die meisten Spieler spielen in der englischen Premier League.

Bilanz gegen Deutschland: 5 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen; 27:26 Tore
Österreich
Die Alpenrepublik war zuletzt der Lieblingsgegner des DFB, seit knapp 25 Jahren hat Deutschland keine Partie mehr gegen Österreich verloren. Darunter waren vier Gastspiele in Wien. Von den insgesamt 36 Duellen sind aber zwei unrühmlich in Erinnerung geblieben: Die "Schmach von Cordoba" 1978 und die "Schande von Gijón" 1982. Österreich spielt um die achte WM-Teilnahme - seit 1998 blieb nur die Zuschauerrolle.

Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege, 6 Unentschieden, 22 Niederlagen; 52:78 Tore.
Färöer-Inseln
Fußball ist auf der Inselgruppe im Nordatlantik angesagt wie kaum ein anderer Sport - aber auf schwachem Niveau. Bei nicht einmal 50.000 Einwohnern hat der irische Nationaltrainer Brian Kerr nicht viele personelle Alternativen. So bleiben Achtungserfolge des Weltranglisten-112. Ausnahmeerscheinungen. Die einzigen beiden Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft waren derartige: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2004 tat sich das Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler sowohl beim 2:0 auswärts als auch beim 2:1 daheim schwer. Eine Überraschung gelang den Färöern im Juni 2010 mit einem 2:0 über Estland.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen; 1:4 Tore.
Kasachstan
Seit 1994 ist Kasachstan Mitglied der Fifa und wartet seither auf die Teilnahme an einem großen Turnier. Das Land liegt zu 90 Prozent in Asien. Deutschland hat eine makellose Bilanz gegen den Fußball-Zwerg - das Löw-Team gewann beide Duelle in der Qualifikation zur EM 2012 (3:0, 4:0). Der Auftritt in der Hauptstadt Astana bedeutet wieder Reisestrapazen samt rund fünfeinhalb Flugstunden für die DFB-Auswahl. Namhafte Spieler hat das Land nicht zu bieten, bis auf wenige Ausnahmen - etwa Heinrich Schmidtgal, der in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth aufläuft.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen; 1:13 Tore.
Das deutsche Aufgebot
Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Ron-Robert Zieler (Hannover 96), Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach)

Abwehr: Jerome Boateng, Holger Badstuber, Philipp Lahm (alle Bayern München), Lars Bender (Bayer Leverkusen), Mats Hummels, Marcel Schmelzer (beide Borussia Dortmund), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Per Mertesacker (FC Arsenal)

Mittelfeld: Mario Götze, Ilkay Gündogan, Marco Reus (alle Borussia Dortmund), Julian Draxler (Schalke 04), Mesut Özil, Sami Khedira (beide Real Madrid), Toni Kroos, Thomas Müller (beide Bayern München), André Schürrle (Bayer Leverkusen), Lukas Podolski (FC Arsenal)

Angriff: Miroslav Klose (Lazio Rom)