WM-Qualifikation: Österreich ist erster Deutschland-Verfolger

Österreichs Janko (r.), Alaba: Torschützen gegen Schweden Zur Großansicht
AP/dpa

Österreichs Janko (r.), Alaba: Torschützen gegen Schweden

Österreich träumt weiter von der ersten WM-Teilnahme seit 1998: Unter den deutschen Gruppengegnern haben sich die Österreicher gegen Schweden den Platz als erster Verfolger der DFB-Elf gesichert. Dank Robbie Keane zogen auch die Iren an den Skandinaviern vorbei.

Hamburg - Felix Austria in der Hauptstadt Wien: Der deutsche Gruppengegner Österreich bleibt erster Verfolger der Fußball-Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM 2014 in Brasilien. Die Gastgeber gewannen in Wien 2:1 (2:0) gegen Schweden.

Das Team von Trainer Marcel Koller festigte mit dem dritten Sieg den zweiten Tabellenplatz in der Gruppe C (elf Punkte) - hat allerdings fünf Punkte Rückstand auf Deutschland. Die Skandinavier (8) fielen auf Rang vier hinter Irland (11) zurück, das die Färöer 3:0 (1:0) bezwang. Schweden kann am Dienstag mit einem Heimsieg die Färöer auch noch auf elf Punkte kommen.

Die mit acht Bundesliga-Profis angetretenen Österreicher hatten zunächst Glück, als Jonas Olsson nach Vorlage von Superstar Zlatan Ibrahimovic in der 11. Minute aus drei Metern das Tor verfehlte. Ein Elfmetertor von Bayern-Abwehrspieler David Alaba (26. Minute) und ein Treffer von Marc Janko (32.) lassen die Österreicher weiter von der ersten WM-Teilnahme seit 1998 träumen. Johan Elmander gelang in der 82. Minute nur noch der Anschlusstreffer.

Beim 3:0 gegen die Färöer war Irlands Stürmer Robbie Keane der Mann des Abends: Der 32-Jährige stellte mit seinem 126. Länderspiel einen Rekord auf und schoss alle drei Tore.

De Bruyne trifft für Belgien, Ibisevic für Bosnien

In der Gruppe A feierte Belgien dank eines 2:1 (1:0) gegen Serbien einen wichtigen Sieg. Der von mehreren Bundesliga-Clubs umworbene Kevin De Bruyne hielt die Belgier erzielte den Führungstreffer in Brüssel (13.), Maroune Fellaini (60.) erhöhte. Aleksander Kolarov gelang in der 87. Minute nur noch der Anschlusstreffer. Mit 19 Punkten setzten sich die Belgier von Kroatien (16) ab, das in Zagreb eine überraschende 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen Schottland kassierte.

Der vierfache Weltmeister Italien hielt durch ein 0:0 in Prag gegen Tschechien Kurs auf die Endrunde im kommenden Jahr. Nach einer Gelb-Roten Karte für Mario Balotelli (72.) überzeugte bei der Generalprobe für den in einer Woche beginnenden Confederations Cup vor allem die Abwehr der Italiener, die ihren Vorsprung in der Gruppe B auf Verfolger Bulgarien auf vier Punkte ausbauten.

Albanien verpasste mit dem 1:1 (1:0) gegen Norwegen die Chance, die Schweiz vorerst als Spitzenreiter der Gruppe E abzulösen. Die Eidgenossen gewannen gegen Zypern 1:0 (0:0).

Portugal hat das Spiel um die Tabellenführung in der Gruppe F gegen Russland gewonnen. Dank es 1:0 (1:0)-Sieges in Lissabon übernahm das Team von Trainer Paulo Bento mit nun 14 Punkten Rang eins vor den Russen (12). Helder Postiga erzielte das Siegtor bereits in der 9. Minute. Allerdings haben die erstmals in der WM-Ausscheidung bezwungenen Russen zwei Spiele weniger bestritten. Auch Israel (11), das eine Partie weniger absolviert hat, liegt noch gut im Rennen.

Für den früheren Bundestrainer Berti Vogts gab es eine weitere Enttäuschung: Die von ihm trainierten Aserbaidschaner kamen gegen Luxemburg nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und verpassten auch im siebten Spiel den ersten Sieg in der WM-Ausscheidung für 2014.

Bosnien-Herzegowina ist der ersten WM-Teilnahme ein großes Stück näher gekommen. In Riga gewannen die Gäste 5:0 (0:0) gegen Lettland und festigten mit 16 Punkten ihre Führung in der Gruppe G weiter aus. Unter den Torschützen waren auch Bundesliga-Profi Vedad Ibisevic vom VfB Stuttgart und der frühere Wolfsburger Edin Dzeko. Tabellenzweiter mit 13 Punkten ist Griechenland, das sich 1:0 (1:0) in Litauen durchsetzte.

Eine mögliche Vorentscheidung im Kampf um die WM-Teilnahme vergab Montenegro in der Gruppe H durch ein 0:4 (0:0) gegen die Ukraine. Denis Garmasch (52.), Jewgeni Konopljanka (77.), Artem Fedetsky (85.) und Roman Bezus (90.) machten die Überraschung in Podgorica perfekt. Montenegro (14) verpasste damit die Chance, sich von Verfolger England (12) abzusetzen. Auch die Ukrainer (11) wittern nun wieder ihre Chance. Polen (9) ist nach dem 1:1 in Moldau wohl aus dem WM-Rennen. Das Tor von BVB-Profi Jakub Blaszczykowski (7.) reichte nicht zum Sieg.

bos/dpa/sid

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Welcher Experte hat das denn getextet?
LapOfGods 08.06.2013
"Den Faröern verpassten die Iren einen herben Dämpfer." Ähm, das die Faröer 0:3 IN Irland verloren haben dürfte sie selber kaum überrascht haben. Und wo war da der Dämpfer? Nahm der Autor an, dass die mit bis dahin 0 Punkten aus 4 Spielen noch auf die WM-Teilnahme geschielt haben? Nun gut, mit 0 Punkten aus jetzt 5 Spielen sind die Chancen jetzt in der Tat nicht mehr ganz so gut. Die werden wohl erstaunlicherweise bei der WM fehlen.
2. So gut wie durch
to5824bo 08.06.2013
Zitat von sysopAustria träumt weiter von der ersten WM-Teilnahme seit 1998: Unter den deutschen Gruppengegnern hat sich Österreich gegen Schweden den Platz als erster Verfolger der DFB-Elf gesichert. Den Faröern verpassten die Iren einen herben Dämpfer. WM-Qualifikation: Österreich gewinnt gegen Schweden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-qualifikation-oesterreich-gewinnt-gegen-schweden-a-904452.html)
Dieser Spieltag bedeutet: Deutschland ist mit jeweils 5 Punkten Vorsprung auf die 3 wichtigsten Verfolger (ein Schweden-Sieg nächste Woche gegen die Färöer eingerechnet) so gut wie durch. Alles andere käme einem biblischen Wunder gleich.
3. Schön für Österreich, gut für Deutschland
Marinus_Ladegast 08.06.2013
Wenn man mal davon ausgeht, dass Schweden sein Spiel gegen die Färöer gewinnt, werden alle drei Verfolger Österreich, Schweden und Irland mit derselben Punktzahl und fünf Punkte hinter Deutschland die Saison beenden. Schwer zu sagen, wer da am Ende die Nase vorne haben wird. Freuen würde es mich für jede der Mannschaften, aber vielleicht am meisten tatsächlich für diese junge sympathische Ösi-Truppe, die sich ja leider schon länger nicht mehr qualifizieren konnte. Was die Schweden angeht: Da wurde verständlicherweise immer sehr viel über das 4:4 in Berlin gejubelt. Man sollte sich da aber keinen Sand in die Augen streuen und nicht vergessen, dass die vier schwedischen Tore dank der Nachlässigkeit und Überheblichkeit der deutschen Mannschaft und der Hilfe des Schiedsrichters beim illegalen vierten Tor zustande gekommen sind. Viel mehr müsste man seine Aufmerksamkeit auf die Tatsache richten, dass die Deutschen den Schweden eine Stunde lang Knoten in die Beine gespielt haben, mit doppelten Doppelpässen im gegnerischen Strafraum und solchen Späßen. Da hat man schon gesehen, dass die Schweden in der Quali noch ganz andere Probleme kriegen werden. Aus Sicht der deutschen Mannschaft ist es aber trotzdem gut, dass sie nach der Niederlage der Schweden in Österreich jetzt aus eigener Kraft einen Showdown in Stockholm am letzten Spieltag vermeiden kann. Bei solchen Endspielen weiß man nie so recht, was da an seltsamen Sachen passieren kann. Ein Sieg gegen Österreich im nächsten Spiel, und die WM-Quali ist so gut wie geschafft. Der Nachteil ist, dass die Österreicher natürlich selbstbewusster und motivierter in das Spiel gegen Deutschland gehen werden. Aber für einen Heimsieg sollte es eigentlich trotzdem reichen, wenn man konzentriert spielt.
4. Termin?
darkview 08.06.2013
Wer legt denn solche Pflichtspiel-Termine? Die meisten Profis sind seit Wochen aus dem Ligaalltag raus und wären vermutlich gerne im Urlaub. Alaba spielt, Trainingsauftakt für kommende Saison beim FCB ist am 26. Juni. Müssten die Verbände die Spieler (und vor allem folgende Ermüdungsverletzungen) bezahlen, sähe die Planung ganz anders aus. Inklusive sinnlose USA Reisen
5. Welcher Experte hat das denn getextet?
LapOfGods 08.06.2013
"Den Faröern verpassten die Iren einen herben Dämpfer." Ähm, das die Faröer 0:3 IN Irland verloren haben dürfte sie selber kaum überrascht haben. Und wo war da der Dämpfer? Nahm der Autor an, dass die mit bis dahin 0 Punkten aus 4 Spielen noch auf die WM-Teilnahme geschielt haben? Nun gut, mit 0 Punkten aus jetzt 5 Spielen sind die Chancen jetzt in der Tat nicht mehr ganz so gut. Die werden wohl erstaunlicherweise bei der WM fehlen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik WM-News
RSS
alles zum Thema Qualifikation zur Fußball-WM 2014
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 13 Kommentare

Die deutschen Gruppengegner in der WM-Qualifikation
Schweden
Die größten WM-Erfolge liegen für Schweden schon Jahrzehnte zurück. 1958 wurde das Team Zweiter, 1950 und 1994 jeweils Dritter - seitdem aber bleibt der Weltranglisten-19. hinter seinen hohen Erwartungen auf internationaler Ebene zurück. Zuletzt jedoch zeigten die Schweden wieder Klasse - als sie in Berlin ein 0:4 gegen Deutschland zu einem 4:4 aufholten.

Bilanz gegen Deutschland: 12 Siege, 9 Unentschieden, 14 Niederlagen; 57:65 Tore.
Irland
Zu hause eine Macht, auswärts eher harmlos. Auch unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni konnten die Iren ihr Image als liebenswerte Verlierer nicht loswerden. Seit Juli 2008 ist "Trap" im Amt. Bei der WM 2002 trotzte Irland in der Vorrunde den Deutschen ein 1:1 ab. Auch in der Qualifikation für die EM 2008 hatte es die DFB-Elf mit Irland zu tun, siegte zu Hause 1:0 - in Dublin gab es nur ein 0:0, in der Qualifikation im Oktober 2012 siegte die Löw-Elf in Dublin 6:1. Irland war bisher dreimal bei Weltmeisterschaften (1990, 1994, 2002), bei der WM 1990 scheiterte das Team erst im Viertelfinale. Die meisten Spieler spielen in der englischen Premier League.

Bilanz gegen Deutschland: 5 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen; 27:26 Tore
Österreich
Die Alpenrepublik war zuletzt der Lieblingsgegner des DFB, seit knapp 25 Jahren hat Deutschland keine Partie mehr gegen Österreich verloren. Darunter waren vier Gastspiele in Wien. Von den insgesamt 36 Duellen sind aber zwei unrühmlich in Erinnerung geblieben: Die "Schmach von Cordoba" 1978 und die "Schande von Gijón" 1982. Österreich spielt um die achte WM-Teilnahme - seit 1998 blieb nur die Zuschauerrolle.

Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege, 6 Unentschieden, 22 Niederlagen; 52:78 Tore.
Färöer-Inseln
Fußball ist auf der Inselgruppe im Nordatlantik angesagt wie kaum ein anderer Sport - aber auf schwachem Niveau. Bei nicht einmal 50.000 Einwohnern hat der irische Nationaltrainer Brian Kerr nicht viele personelle Alternativen. So bleiben Achtungserfolge des Weltranglisten-112. Ausnahmeerscheinungen. Die einzigen beiden Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft waren derartige: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2004 tat sich das Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler sowohl beim 2:0 auswärts als auch beim 2:1 daheim schwer. Eine Überraschung gelang den Färöern im Juni 2010 mit einem 2:0 über Estland.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen; 1:4 Tore.
Kasachstan
Seit 1994 ist Kasachstan Mitglied der Fifa und wartet seither auf die Teilnahme an einem großen Turnier. Das Land liegt zu 90 Prozent in Asien. Deutschland hat eine makellose Bilanz gegen den Fußball-Zwerg - das Löw-Team gewann beide Duelle in der Qualifikation zur EM 2012 (3:0, 4:0). Der Auftritt in der Hauptstadt Astana bedeutet wieder Reisestrapazen samt rund fünfeinhalb Flugstunden für die DFB-Auswahl. Namhafte Spieler hat das Land nicht zu bieten, bis auf wenige Ausnahmen - etwa Heinrich Schmidtgal, der in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth aufläuft.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen; 1:13 Tore.