Klare Playoff-Siege: Mexiko und Uruguay stehen dicht vor WM-Teilnahme

Die Nationalteams von Mexiko und Uruguay haben bei den Playoffs zur WM ihre Hinspiele deutlich gewonnen - und können damit fast schon für die Endrunde in Brasilien planen. Beide Teams trafen gegen überforderte Gegner jeweils fünfmal.

Mexikaner Peralta: Deutlicher Erfolg über Neuseeland Zur Großansicht
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Mexikaner Peralta: Deutlicher Erfolg über Neuseeland

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Uruguay und Mexiko stehen nach deutlichen Siegen unmittelbar vor der Qualifikation für die WM in Brasilien im kommenden Jahr. Der zweimalige Champion Uruguay siegte in Jordanien 5:0 (2:0), der 14-malige WM-Teilnehmer Mexiko wurde durch ein 5:1 (2:0) gegen Neuseeland ebenfalls seiner Favoritenrolle gerecht. Die Rückspiele finden am 20. November statt.

Vor 13.000 Zuschauern im Nationalstadion der jordanischen Hauptstadt erzielten Maximiliano Pereira (22. Minute), Cristian Stuani (42.), Nicolas Lodeiro (70.), Cristian Rodriguez (78.) und Edinson Cavani (90.+2) die Tore für Uruguay. Die zuvor neunmal ungeschlagenen Jordanier wurden von ihren Fans zwar für jeden gelungenen Spielzug frenetisch gefeiert, doch in puncto Routine und Cleverness konnte der Außenseiter dem WM-Vierten von 2010 nicht Paroli bieten.

Ein Kopfball von Top-Torjäger Cavani, den der jordanische Keeper Mohamad Shatnawi nicht festhalten konnte, leitete die Führung durch den schnell reagierenden Pereira ein. Drei Minuten vor der Pause sorgte Stuani nach Zuspiel von Lodeiro für das 2:0 der Uruguayer, die die Südamerika-Qualifikation als Fünfte abgeschlossenhatten und zum vierten Mal nacheinander in die WM-Playoffs mussten.

Die zunächst verstummten jordanischen Fans fanden nach der Pause ihre Stimme wieder, als ihre Mannschaft auf den Anschlusstreffer drängte. Der 73. der Weltrangliste besaß seine beste Torchance in der 52. Minute durch Ahmad Ibrahim. Danach bauten die Hausherren ab und kassierten weitere drei Gegentreffer, die das Rückspiel zur Formsache machen dürften. Spektakulär war vor allem der Freistoß von Cavani zum 0:5-Endstand.

Im Spiel der Mexikaner gegen Neuseeland sorgten Paul Aguilar (32.) und Raúl Jiménez (40.) schon vor der Pause für klare Verhältnisse in Mexiko-Stadt. Oribe Peralta (48./80.) und Rafael Márquez (84.) erhöhten für das Team des neuen Trainers Miguel Herrera, ehe Chris James (85.) noch der Ehrentreffer gelang.

Mexiko hatte vor einem Monat erst dank zweier Treffer der USA in der Nachspielzeit gegen Panama die Play-offs erreicht, anschließend wurde Trainer Víctor Manuel Vucetich entlassen. Erst im September hatte sein Vorgänger José Manuel de la Torre seinen Posten räumen müssen.

Ohne die sonst gesetzten Europa-Legionäre Giovani dos Santos, Javier Aquino (beide FC Villarreal) sowie Javier Hernandez (Manchester United), auf die Herrera wegen der Reisestrapazen verzichtete, war Mexiko über 90 Minuten hoch überlegen. Der Stuttgarter Marco Rojas, in der Bundesliga noch ohne Einsatz, wurde in der 58. Minute bei den Neuseeländern eingewechselt, die 1982 und 2010 bei der WM vertreten waren.

WM-Teilnehmer 2014
EUROPA (13 Teilnehmer)
- Belgien (Sieger Gruppe A)
- Italien (Sieger Gruppe B)
- Deutschland (Sieger Gruppe C)
- Niederlande (Sieger Gruppe D)
- Schweiz (Sieger Gruppe E)
- Russland (Sieger Gruppe F)
- Bosnien-Herzegowina (Sieger Gruppe G)
- England (Sieger Gruppe H)
- Spanien (Sieger Gruppe I)

Durch die Playoffs:
- Portugal
- Frankreich
- Griechenland
- Kroatien

  • SÜDAMERIKA (6 Teilnehmer)
    - Brasilien (Gastgeber)
    - Argentinien (Gruppensieger)
    - Kolumbien
    - Chile
    - Ecuador
    - Uruguay

  • NORD- und MITTELAMERIKA und KARIBIK (4 Teilnehmer)
    - USA (Gruppensieger)
    - Costa Rica
    - Honduras
    - Mexiko

  • AFRIKA (5 Teilnehmer)
    - Nigeria
    - Elfenbeinküste
    - Kamerun
    - Ghana
    - Algerien

ASIEN (4 Teilnehmer)
- Iran (Sieger Gruppe A)
- Japan (Sieger Gruppe B)
- Australien (2. Gruppe B)
- Südkorea (2. Gruppe A)



buc/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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1.
to5824bo 13.11.2013
So sehr ein Traditionsteam (mit aktuell vielen Stars) wie Uruguay der WM guttun wird, so unglücklich finde ich den derzeitigen Quali-Modus: Dass der "4,5te" der asiatischen Konföderation gegen einen Südamerikaner kaum ein reelle Chance hat, dürfte klar sein. Ähnlich wie bei Neuseeland mit seiner "0,5"-Chance der Ozeaniengruppe gegen Mexiko. Da hätte ich es schon besser gefunden, wenn die Relegationsspiele Mexiko-Uruguay und Neuseeland-Jordanien gelautet hätten. Und einen ganzen Platz sollte man Ozeanien auch einräumen. Vielleicht spielte ja dann Australien dort wieder mit. Ich mag die Mexikaner sehr, aber NZL würde ich nach den zuletzt beherzten WM-Auftritten ebenfalls vermissen. Und na klar, das ginge nur, wenn die Europäer einen Platz abgäben. Aber warum nicht?
2.
donle2 13.11.2013
Zitat von to5824boSo sehr ein Traditionsteam (mit aktuell vielen Stars) wie Uruguay der WM guttun wird, so unglücklich finde ich den derzeitigen Quali-Modus: Dass der "4,5te" der asiatischen Konföderation gegen einen Südamerikaner kaum ein reelle Chance hat, dürfte klar sein. Ähnlich wie bei Neuseeland mit seiner "0,5"-Chance der Ozeaniengruppe gegen Mexiko. Da hätte ich es schon besser gefunden, wenn die Relegationsspiele Mexiko-Uruguay und Neuseeland-Jordanien gelautet hätten. Und einen ganzen Platz sollte man Ozeanien auch einräumen. Vielleicht spielte ja dann Australien dort wieder mit. Ich mag die Mexikaner sehr, aber NZL würde ich nach den zuletzt beherzten WM-Auftritten ebenfalls vermissen. Und na klar, das ginge nur, wenn die Europäer einen Platz abgäben. Aber warum nicht?
Irgendwo ist Uruguay auch selber Schuld. Sie sind 5ter in der Südamerika Quali geworden und das ohne Brasilien. Uruguay hätte locker das Potenzial gehabt 1ter oder 2ter in der Gruppe zu werden. Es war klar das Jordanien keine Chance gegen Uruguay haben wird, aber Ich hab mir trotzdem mehr erhofft von Jordanien. Die haben zu Hause Japan und Australien besiegt. Allerdings geben diese arabischen Mannschaften auch sehr schnell auf, wenn sie mal ein oder zwei Tore kassieren. Ich glaube auch es wäre besser gewesen Neuseeland gegen Jordanien spielen zu lassen und Mexiko gegen Uruguay.
3. .
hfftl 13.11.2013
Zitat von to5824boSo sehr ein Traditionsteam (mit aktuell vielen Stars) wie Uruguay der WM guttun wird, so unglücklich finde ich den derzeitigen Quali-Modus: Dass der "4,5te" der asiatischen Konföderation gegen einen Südamerikaner kaum ein reelle Chance hat, dürfte klar sein. Ähnlich wie bei Neuseeland mit seiner "0,5"-Chance der Ozeaniengruppe gegen Mexiko. Da hätte ich es schon besser gefunden, wenn die Relegationsspiele Mexiko-Uruguay und Neuseeland-Jordanien gelautet hätten. Und einen ganzen Platz sollte man Ozeanien auch einräumen. Vielleicht spielte ja dann Australien dort wieder mit. Ich mag die Mexikaner sehr, aber NZL würde ich nach den zuletzt beherzten WM-Auftritten ebenfalls vermissen. Und na klar, das ginge nur, wenn die Europäer einen Platz abgäben. Aber warum nicht?
Ozeanien ist nicht nur ein sehr kleiner Verband (11 Mitglieder mit insgesamt ca. 15 Millionen Einwohnern also weniger als die Niederlande), sondern auch der mit weitem Abstand schwächste. Es ist schon in Ordnung, dass der Quali-Sieger sich wenigstens einmal gegen einen stärkeren Gegner behaupten muss, um an der WM teilzunehmen. Und nach den schwachen Quali-Leistungen muss man Mexiko auch nicht unbedingt als klaren Favoriten gegen Neuseeland ansehen. Ein fester Startplatz für Ozeanien würde auch die Australier sicher nicht zurückbringen. Für die ist es sportlich wesentlich wertvoller, gegen gleichwertige Gegner wie Japan, Südkorea oder Iran spielen zu können, statt sich vor jedem Länderspiel immer nur zu fragen, ob man einstellig oder zweistellig gewinnen wird. Und was die Playoffs angeht: Die werden eben vor Beginn jeder neuen WM-Qualifikation ausgelost. Beim letzten Mal spielte Uruguay (das komischerweise jedesmal Fünfter wird) gegen Costa Rica, davor zweimal gegen Australien (damals noch Ozeanien) und jetzt eben gegen Jordanien. Wie's halt kommt. Wobei ich es durchaus für vertretbar hielte, wenn Asien einfach fünf und Südamerika vier feste Plätze hätte. Dann gäbe es nur noch Playoffs zwischen dem Vierten aus Nord- und Mittelamerika und dem Ozeaniensieger. Ich glaube, damit ließe sich leben.
4. Ozeanien und die Miniverbände
wwwwalter 14.11.2013
Zitat von to5824boDa hätte ich es schon besser gefunden, wenn die Relegationsspiele Mexiko-Uruguay und Neuseeland-Jordanien gelautet hätten. Und einen ganzen Platz sollte man Ozeanien auch einräumen. Vielleicht spielte ja dann Australien dort wieder mit. Ich mag die Mexikaner sehr, aber NZL würde ich nach den zuletzt beherzten WM-Auftritten ebenfalls vermissen.
Sorry, aber das sehe ich völlig anders. Wenn man die Spielstärken der Teams betrachtet, ist Asien mit seinen vier gesetzten Mannschaften sowieso schon überrepräsentiert. Drei WM-Startplätze plus eine Relegation würden im Prinzip auch genügen. Die Ozeanien-Gruppe besteht inzwischen nur noch aus ein paar Südseeinseln plus Neuseeland. Sinnvoll wäre es, die Ozeaniengruppe in die Asiengruppe zu integrieren. Sie könnten von mir aus ihre Inselmeisterschaft abhalten, und der Sieger müsste sich dann ganz normal in einer Asiengruppe bewähren. Den aktuellen Zustand mit den vielen kleinen (oft korrupten) Verbänden gibt es doch nur, weil FIFA-Blatter auf diese Weise genügend willfährige Funktionäre zusammenbekommt, damit er bei wichtigen Abstimmungen der Vollversammlung alles im Kasten hat. Ich erinnere mich noch mit Befremden an den diesjährigen Confederations-Cup: Spanien-Tahiti 10:0, Uruguay-Tahiti 8:0 usw. Solche Mannschaften gehören in kein großes Turnier, und nicht mal in die Nähe einer Qualifikationsmöglichkeit.
5. Wunsch vs. Realität
Morpheus_Ahrm 14.11.2013
Ich habe mir mal angeschaut, wie viele Prozent der Teilnehmer nach Kontinentalverband bei den letzten 3 WMs das Achtelfinale erreicht haben: Südamerika: 71% (10 von 14) Europa: 60% (25 von 42) Nordamerika: 50% (5 von 10) Asien (inkl. AUS): 38% (5 von 13) Afrika: 19% (3 von 16) Ozeanien: 0% (0 von 1) Rein sportlich betrachtet müsste also Afrika Plätze an Südamerika abtreten.
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