WM-Splitter Paris Hilton in Südafrika festgenommen+++ Schmied fertigt Luxus-Vuvuzela

Kurznachrichten rund um die Weltmeisterschaft in Südafrika


[2. Juli, abends] Paris Hilton in Südafrika festgenommen

Die US-Hotelerbin Paris Hilton ist der südafrikanischen Nachrichtenagentur SAPA zufolge beim Rauchen eines Marihuana-Joints beim WM-Spiel Brasilien gegen die Niederlande (1:2) in Port Elisabeth festgenommen worden. Welche Menge der Droge Hilton bei sich hatte, ist unbekannt. Die 29-Jährige sei nach dem Spiel am Freitag noch am späten Abend vor Gericht gebracht worden. Der Star habe nach kurzer Zeit den Gerichtssaal in Port Elizabeth verlassen können und dabei das Gesicht mit einem dunkeln Strickjacke verdeckt. Hilton hatte per Twitter zuvor verkündet, sie sei auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft und schon "sehr aufgeregt". Mit ihrer Schwester Nicky (26) flog sie an Bord eines gecharterten Privatjets nach Südafrika.

sid/dpa


[1. Juli, mittags] Schmied fertigt teuerste Vuvuzela der Welt

Ein österreichischer Goldschmied hat nach eigenen Angaben die teuerste Vuvuzela der Welt gefertigt. Ein russischer Geschäftsmann habe das Stück im Wert von 17.000 Euro bei ihm in Auftrag gegeben, sagte der Linzer Goldschmied Klemens Pointner dem ORF. Die Luxuströte soll ein Geschenk für einen südafrikanischen Geschäftspartner zum WM-Endspiel sein.

Basis ist wie bei der Billigversion Plastik, worauf Pointner aber Weißgold und Diamanten nietete. Die Edel-Vuvuzela sei voll funktionsfähig, versichert der Goldschmied - sie mache garantiert genausoviel Krach wie jede andere.

dpa


[28. Juni, nachmittags] Festnahmen, Unfälle und eine DDR-Fahne

Die deutschen Fans haben den 4:1-Triumph gegen England meist friedlich gefeiert - doch es gab auch Schattenseiten: Allein die Berliner Polizei nahm 75 Personen wegen verschiedener Delikte wie Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Diebstahl vorläufig fest.

Unter ihnen waren laut Polizei auch 23 Fußballfans aus Cottbus, die auf dem Weg zum Fanfest auf der Straße des 17. Juni zwei Rauchgasbomben gezündet haben sollen. Weil sie sowieso mit Stadionverboten belegt waren, behielt die Polizei sie während der Dauer der Spielübertragung in Gewahrsam.

Auch in Bremerhaven wurde die Freude nach dem 4:1 nicht von allen geteilt. Eine 21-jährige Frau und ein 19-jähriger Mann wurden um kurz nach 18 Uhr bei einem Autokorso von zwei Schüssen aus einer Luftdruckpistole getroffen. Die Frau wurde leicht an der Hand verletzt, der Mann an der Schulter, er kam ins Krankenhaus. Von wem die Schüsse abgefeuert wurden, ist unklar.

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Fan-Feiern: Deutsche jubeln, Engländer trauern

Außerdem gab es mehrere Unfälle bei Autokorsos: In Potsdam wurden acht Menschen leicht verletzt. Der Unfall sei von einem betrunkenen Autofahrer ausgelöst worden, teilte die Polizei mit. Der Fahrer des letzten Wagens eines 15er-Korsos habe bei einem Halt nicht rechtzeitig gebremst und vier Autos vor ihm zusammengeschoben. Der 28-Jährige hatte den Angaben zufolge 1,8 Promille Alkohol im Blut. In Mülheim an der Ruhr fielen Jugendliche aus einem Cabrio, in Mönchengladbach gab es weitere Verletzte (siehe unten).

In Dresden kam ein Mann ins Krankenhaus, weil er mit einer DDR-Fahne den deutschen Sieg bejubelt hatte. Unbekannte rissen laut Polizei die Fahne am Sonntagabend vom Auto des 29-Jährigen, mit dem er nach dem Spiel durch die Innenstadt fuhr. Als er die Gruppe zur Rede gestellt habe, sei er mit Reizgas besprüht und mit einem Stock bedroht worden. Der Mann musste mit Augen- und Atemwegsreizungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

siu/dpa/ddp/apn


[28. Juni, mittags] Frust wegen "Lindenstraße"-Verschiebung auf den Morgen

Verschiebungsprofiteur Hartmann (Archiv, bei Interview mit Lahm): Kalte Dusche für "Lindenstraßen"-Fans
AP

Verschiebungsprofiteur Hartmann (Archiv, bei Interview mit Lahm): Kalte Dusche für "Lindenstraßen"-Fans

Ausnahmezustand im deutschen Fernsehen: Wegen des Triumphs der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen England hat die ARD die "Lindenstraße" am Sonntag kurzfristig verschoben - auf fünf Uhr morgens.

Zunächst war nur geplant, die neueste Folge statt um 18.50 Uhr um 19.30 Uhr zu zeigen. Doch weil das Spiel so aufsehenerregend ausfiel, entschloss sich die ARD, ihre Nachberichterstattung auszuweiten und die folgenden Sendungen inklusive Waldemar Hartmanns "Waldis WM-Club" zu verschieben.

Damit wurde auch der spätere Sendeplatz für die "Lindenstraße" hinfällig - und die Folge verschwand zugunsten von "Waldi" in den Montagmorgen. Für Fans der Serie ein großes Ärgernis, schließlich hält die "Lindenstraße" seit fast 25 Jahren ihren Stammplatz im Sonntagabendprogramm des Ersten. Sie wird nur bei Wahlen und ähnlichen Ereignissen um kurze Zeit nach hinten verschoben.

Ein Fan twitterte: "5 Uhr ist mir dann doch ein bischen zu spät!" - ein anderer: "Kein Respekt vor Traditionen!" - "Waldis WM-Club war ja wohl ein Witz." - "Ich hoffe, ihnen fliegt gerade die Telefonanlage um die Ohren." - "Ich behalte mir eine GEZ-Kürzung vor." Eine Facebook-Gruppe wurde natürlich auch gegründet.

Die Gegenseite konterte: "Ein paar Seifenopernliebhaber sind sauer, dass Fußball kommt. Oooooch."

Die verschobene Folge hieß übrigens: "Ein großer Fehler!"

hpi


[28. Juni, 12 Uhr] Marktanteil top, Zuschauerzahl unermesslich

Hamburg - Rekordquote für den WM-Klassiker Deutschland-England am Sonntag: 87,2 Prozent aller Fernsehzuschauer am Nachmittag (16 Uhr) sahen in der ARD das Achtelfinalspiel der Fußball-WM, das die deutschen Spieler 4:1 gewannen.

Doch das perfekte Sommerwetter und zahlreiche Public-Viewing-Veranstaltungen haben die ARD um einen neuen Zuschauerrekord gebracht. Denn die vielen Zuschauer beim Public Viewing auf Fanmeilen, Fußballfesten und vor Kneipen und Bars wurden nicht erfasst. Insgesamt saßen 25,57 Millionen Menschen vor dem Bildschirm - und damit weniger als beim Spiel Deutschland-Ghana. Beim Spiel gegen Ghana am Mittwochabend hatten 29,19 Millionen Fans zugeschaut, allerdings lag der Marktanteil dabei nur bei 79,7 Prozent.

Auch das zweite WM-Spiel am Sonntag hatte eine gute Quote: 12,80 Millionen Zuschauer schauten ab 20.30 Uhr bei RTL das Spiel Argentinien-Mexiko, der Marktanteil lag bei 41,1 Prozent. Argentinien gewann das Spiel 3:1 und spielt am Samstag um 16 Uhr gegen Deutschland im Viertelfinale. Am Nachmittag hatte RTL mit dem Formel-1-Rennen aus Valencia ebenfalls eine ordentliche Quote geholt: 5,69 Millionen (38,0 Prozent) sahen den Sieg von Sebastian Vettel.

Im Abendprogramm gab es neben dem Fußball fast nur Wiederholungen. Der ARD-"Tatort: Mörderspiele" hatte nach Senderangaben 5 Millionen Zuschauer (16,2 Prozent, das ZDF-"Traumschiff" 3,46 Millionen (11,1 Prozent), die Sat.1-Krimiserie "Navy CIS" 2,46 Millionen (7,7 Prozent), der ProSieben-Film "Flightplan" 1,63 Millionen (5,3 Prozent) und die Vox-Koch-Dokusoap "Das perfekte Promi Dinner" 1,07 Millionen (3,5 Prozent).

ore/dpa/sid


[27. Juni, nachts] Jugendliche aus Cabrio geschleudert

Hupen, jubeln, Fahnen schwenken: In ganz Deutschland bildeten sich nach dem Sieg der Nationalelf gegen England Autokorsos. In Nordrhein-Westfalen sind dabei zehn Menschen verletzt worden.

Bei einem Autokorso in Mülheim an der Ruhr fielen laut Polizei zwei 16-Jährige aus einem Cabrio und zogen sich schwere Verletzungen zu. Der Wagen war mit einem anderen Fahrzeug kollidiert. Dabei wurden die beiden Jugendlichen, die sich vermutlich hinten auf dem Cabrio befanden, aus dem Wagen geschleudert. Die Jugendlichen kamen in ein Krankenhaus. Der 19-jährige Fahrer und der Beifahrer blieben unverletzt, die Insassen des zweiten Fahrzeugs kamen ebenfalls ohne Blessuren davon.

Bei der Jubelfeier in Mönchengladbach fuhren nach Polizeiangaben am Sonntagabend vier Fahrzeuge ineinander. Dabei wurden acht Personen, darunter drei Kinder, verletzt. Sie mussten im Krankenhaus behandelt werden.

siu/ddp


[27. Juni, 23 Uhr] Leser empören sich über BBC

Panne bei der BBC: Im Internet-Liveticker zum Spiel Deutschland gegen England hat Großbritanniens öffentlich-rechtliche Sendeanstalt die falsche Strophe des Deutschlandliedes als Nationalhymne präsentiert.

"Deutschland, Deutschland über alles / Über alles in der Welt" und so weiter - das ist die erste Strophe. Sie sollte spätestens seit dem Ersten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus deutsche Überlegenheit ausdrücken ("Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt") und ist seither verpönt. Bei der offiziellen Nationalhymne wird nur die dritte Strophe des Deutschlandliedes von Hoffmann von Fallersleben gesungen ("Einigkeit und Recht und Freiheit...").

Ein SPIEGEL-ONLINE-Leser bemerkte in der Nacht das Missverständnis bei der BBC - unter 14.54 Uhr britischer Zeit steht im Liveticker der falsche Text zu lesen, gesungen wurde im Stadion natürlich die dritte Strophe.

Der Sender ist nicht der erste, der diesen Fauxpas begeht. 2008 hat der Schweizer Fernsehsender SF2 beim letzten EM-Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft die Nationalhymne auf gleiche Weise im Videotext falsch untertitelt. Die Verantwortlichen sprachen von einem "unverzeihlichen Fehler". Andere stimmen die erste Strophe des Deutschlandliedes dagegen schon mal provokativ an. Skandalrocker Pete Doherty sang sie im vergangenen Dezember bei einem Auftritt in München - und bat danach um Entschuldigung.

PS: Am Montag hat die BBC den falschen Text aus dem Liveticker entfernt.


[27. Juni, 20 Uhr] Spott über Englands nicht gegebenes Tor

Zacken in der Linie: "Was der Schiedsrichter sah"
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Zacken in der Linie: "Was der Schiedsrichter sah"

England erregt sich über das Ausgleichstor, das der Schiedsrichter in der ersten Halbzeit nicht gegeben hat (siehe Meldung unten) - und wer den Schaden hat, bekommt den Spott gleich mit. Im Internet macht am Abend eine Fotomontage die Runde, die sich über das entgangene 2:2 und die Schiedsrichter lustig macht.

"Der Beweis: Ein Tor ist kein Tor", schreibt ein Nutzer. Ein anderer: "Was der Linienrichter bei Lampards Schuss gesehen hat." Respektive einfach: "Der Fotobeweis - das war kein Tor!"

Das Bild wurde auf mehreren Plattformen hochgeladen und wird nun bei Facebook, Twitter und in anderen Communitys immer weiter verbreitet. Zu sehen ist auf dem Foto ein Tor mit gezackter Linie. Der Ball ist nicht drin, nicht drauf - sondern auf ganz wundersame Weise draußen.


[27. Juni, abends] Gips-Notstand in Holland

Die niederländischen Krankenhäuser haben keinen orangefarbenen Gips mehr vorrätig. Patienten, die während der Fußball-WM eingegipst werden, können sich die Farbe für den Verband eigentlich aussuchen. Dabei entscheiden sich die meisten für Oranje, meldet die Tageszeitung "De Telegraaf". Doch jetzt ist Schluss mit Orange. Eine Firma aus Almere, die in den Niederlanden Marktführer ist, hat in Mexiko deshalb orangefarbenen Gips nachbestellt. Das Material soll für weitere 9000 Patienten reichen.

ase/sid


[27. Juni, 17.35 Uhr] Aufregung nach "Revanche für Wembley"

Was für eine Szene: Das nicht gegebene Ausgleichstor für England in der ersten Halbzeit hat zu heftigen Reaktionen geführt - im Stadion, binnen Sekunden im Internet und dann auch bei den Experten und Medien.

Nach einem Lattenschuss von Frank Lampard ging der Ball hinter der Linie zu Boden, das ist durch Fotos belegt. Aber der Schiedsrichter gab den Treffer zum 2:2-Ausgleich nicht. "Rache für Wembley", kommentierten prompt auf der Facebook-Seite von SPIEGEL ONLINE Fans. "Ein Tor muss noch kommen für Deutschland", schrieb dort ein Leser. "Sonst dreht England durch."

Ein anderer notierte karg: "1966".

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Nicht gegebenes Lampard-Tor: "Die Rache für Wembley"

Auf Twitter finden sich unter dem Stichwort Wembley unter anderem folgende Kommentare: "This is it for Wembley!" ("Das war's jetzt mit Wembley") - "Let's forget Wembley now." ("Lasst uns Wembley jetzt vergessen.") Oder auch nur: "Der war nieeeee drin :-)"

Auch unter Experten brach in der Halbzeitpause sofort die Diskussion los. ARD-Moderator Gerhard Delling forderte den Videobeweis: "Braucht es das nicht jetzt?" - Günter Netzer widersprach: "Nein, muss nicht, Fußball ist Drama!" Dieser dürfe nicht perfekt sein. Delling am Ende in Anspielung auf Wembley 1966: "Vielleicht müssen wir jetzt wieder 44 Jahre diskutieren."

DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte in der Halbzeitpause im ARD-Interview, er sei auch nach dem nicht-gegebenen Tor für die Engländer für ein Festhalten an der Tatsachenentscheidung des Schiedrichters im Fußball und gegen einen Video-Beweis. Auch er habe aber von der Tribüne aus im Stadion gesehen, dass der Ball hinter der Linie und damit im deutschen Tor war.

Minuten später bemerkte der Kommentator aus dem Stadion, bei den englischen Fans spüre man inzwischen eine gewisse Wut - und auch die Mannschaft dürfe mit einiger Energie in die zweite Halbzeit zurückgekehrt sein.

"The Sun": No satisfaction

"The Sun": No satisfaction

"We can't get no satisfaction", titelte die englische Boulevardzeitung "The Sun" auf ihrer Internetseite über einem Foto des Rolling-Stones-Frontmanns Mick Jagger. Jagger war mit 15.000 englischen Fans im Stadion in Bloemfontein. Später änderte sie die Überschrift in: "Du bist ein nutzloser Schiedsrichter".

"England wird von Deutschland bei der WM gedemütigt (mit viel Hilfe vom Schiedsrichter aus Uruguay)", klagte die "Daily Mail". Illustriert wurde der Frust im Fußball-Mutterland mit großen Fotos vom Ball, der hinter der Linie des deutschen Tores aufprallt. Von einer "Fan-Wut wegen des Tor-Fehlers" wusste die "Times" zu berichten. Der "Mirror" vermeldete erschüttert: "England kracht raus. Three Lions von Deutschland gemüllert - und vom Schiedsrichter."

"Das ist eine schändliche Entscheidung, die das Spiel verändert hat", schimpfte der frühere England-Kapitän Paul Ince, der als Experte für das südafrikanische Fernsehen das Spiel analysierte. Chris Waddle, Kommentator des Radiosenders BBC Radio 5, sagte live im Radio: "Das ist ein echter Heuler der Offiziellen. Lampards wunderbarer Volley schlägt den Torwart, springt von der Latte über die Linie - und der Schiri gibt ihn nicht! Der war einen ganzen Yard über der Linie!" Der Spielkommentator des britischen TV-Senders BBC Mark Lawrenson sagte zu dem Treffer, der nicht zählte: "Wer auch immer so einen Treffer erzielt - es ist peinlich für den Sport, wenn so etwas passiert. Ich kann nicht glauben, dass wir im Fußball noch keine Technologie für so etwas haben."

plö/cht/aha


[27. Juni, 16.25 Uhr] Merkel guckt zweite Halbzeit mit Cameron

Bundeskanzlerin Angela Merkel fiebert mit der deutschen Fußballnationalmannschaft mit. Sie verfolgte am Sonntag während des G20-Gipfels in Toronto das WM-Spiel gegen England am Fernseher. Die zweite Halbzeit schaute Merkel mit dem britischen Premierminister David Cameron gemeinsam in einem separaten Raum - nach Ende des Spiels sagte sie: "Ein tolles Spiel, ein toller Sieg. (...) Weiter so!" Sie habe erstmals eine Partie mit englischem Kommentar gesehen und gemerkt, wie groß der Respekt für das deutsche Team war.

dpa


[27. Juni, nachmittags] Obama und Cameron zahlen Wettschulden mit Bier

US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron haben ihre Wettschulden von der Fußball-Weltmeisterschaft mit Bier beglichen.

"Das ist ein Goose Island 312 Bier aus meiner Heimatstadt Chicago", sagte Obama am Samstag nach einem Treffen mit Cameron am Rande des G20-Gipfels in Toronto. "Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass wir in Amerika unser Bier kalt trinken." Im Gegenzug erhielt der Präsident von Cameron eine Flasche Hobgoblin ("Kobold") aus dessen Wahlkreis Witney. Das Spiel USA-England in der Vorrunde der WM war unentschieden ausgegangen.

rtr


[27. Juni, nachmittags] Und immer schön beten...

Damit die saudi-arabische Jugend auch im WM-Fieber das Beten nicht vergisst, hat die islamische Religionspolizei in dem Land mobile Gebetsstationen für Fußballfans eingerichtet.

Die Behörde für die Förderung der Tugend und die Vermeidung des Lasters habe in der Hauptstadt Riad für die Dauer der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika mehrere Vorbeter ausgesandt, berichtete die saudische Nachrichten-Webseite "Sabq" berichtete am Sonntag. Die Vorbeter fordern die Fußballfans nun während der Spiele auf, direkt neben den öffentlich aufgestellten Flachbildfernsehern und TV-Leinwänden ihre Gebetsteppiche auszurollen. So weit, dass sie die Gebetszeiten auf die Halbzeitpause legen, gehen die Männer von der Religionspolizei aber nicht. Ob beim 8:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen Saudi-Arabien bei der Weltmeisterschaft 2002 auch schon neben den Leinwänden gebetet wurde, ist nicht überliefert.

dpa


[27. Juni, 16.00 Uhr] Deutsche Soldaten fiebern in Kundus mit

Die Bundeswehr-Soldaten im nordafghanischen Kundus fiebern mit der deutschen Nationalmannschaft in Südafrika mit. Im Feldlager werden die WM-Spiele im "Lummerland" - der zentralen Betreuungseinrichtung - live via Satellit und Bundeswehr-TV auf eine Großleinwand übertragen. Die Übertragung der Spiele der deutschen Mannschaft waren bisher sehr gut besucht.

"Es ist sicherlich angenehm, dass wir die Weltmeisterschaft hier sehen können", sagte Hauptmann Jan, aus dessen Kompanie am Karfreitag drei Soldaten getötet worden waren, vor dem Achtelfinale am Sonntag. "Aber heute waren ungefähr acht Sachen wichtiger als die WM." Auch Bundeswehr-Sprecher Paul-Georg Weber in Kundus sagte: "Alle Soldaten, die sich freimachen können, drücken der Nationalmannschaft die Daumen. Aber natürlich steht weiterhin die Mission im Mittelpunkt."

Die deutschen Soldaten im Polizei-Hauptquartier im Unruhedistrikt Char Darah empfangen dort zwar keinen Fernsehsender, der die WM überträgt - sie können die Deutschland-Spiele aber über den Videotext-Liveticker mitverfolgen. Die Soldaten geben die Ergebnisse dann über Funk weiter an ihre Kameraden an den Außenposten auf den Höhen 431 und 432 in dem Distrikt.

dpa


[27. Juni, 16.04 Uhr] Die andere Meinung

"Ich hoffe, dass sie weit kommen, aber für Bayern München ist es besser, wenn sie ausscheiden. Je früher sie ausscheiden, desto länger sind sie in der Vorbereitung dabei."

Louis van Gaal, Trainer des FC Bayern München


[27. Juni, 15.29 Uhr] Berliner Fanmeile halbe Stunde vor Anpfiff dicht

Die größte Fanmeile Deutschlands war am Sonntag bereits eine halbe Stunde vor dem WM-Achtelfinale gegen England dicht. Die Polizei sperrte das Festgelände in Berlin auf der Straße des 17. Juni gegen weiteren Zustrom.

Mehr als 200.000 Menschen warteten gespannt auf den Beginn der TV-Übertragung (16 Uhr im SPIEGEL-ONLINE-Liveticker) des WM- Klassikers in Südafrika auf acht Großbildleinwänden. Die gut 50 Meter breite Straße im Berliner Tiergarten war ein Fahnenmeer in Schwarz- Rot-Gold. Die Stimmung erinnerte bei prächtigem Sommerwetter mit Temperaturen nahe der 30 Grad an das Fanfest zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Polizeisprecher Jens Berger sagte: "Die Veranstalter machten um 15.30 Uhr zu. Die noch anstehenden Fans wurden reingelassen, weitere nicht mehr." Die Polizei bat nun nicht mehr, die Fanmeile anzusteuern. Bereits beim letzten deutschen Vorrundenspiel am vergangenen Mittwoch gegen Ghana (1:0) war das offizielle Fanfest des Fußball-Weltverbandes FIFA in Berlin aus allen Nähten geplatzt.

dpa


[27. Juni, mittags] Wayne Rooney coming to get "Roo"!

Safari: Deutsche Elf im Käfig

Safari: Deutsche Elf im Käfig

"No jokes with names", keine Witze mit und über Namen, ist eigentlich eine brauchbare Regel im Journalismus - doch Regeln interessieren britische Klatschblätter wenig. "He's coming to get Roo!", droht die Online-Ausgabe der britischen Boulevard-Zeitung "Sun" der deutschen Elf über einem Foto von Wayne Rooney. Im Artikel zitiert das Blatt den englischen Kapitän Steven Gerrard mit dem Satz "He's coming to get you" (Er wird euch holen kommen), was Gerrard auf den englischen Stürmer bezog.

Die Print-Ausgabe der "Sun" zierte zum Wochenende ein Foto der deutschen Nationalspieler in einem vergitterten Wagen auf Foto-Safari - davor trotten drei Löwen durch den Staub. "Deutsche in Panik vor den drei Löwen", lautete die Überschrift. "Three Lions" nennen die Engländer ihre Nationalmannschaft in Anspielung auf die drei Löwen im Emblem auf dem Trikot.

Abgesehen davon geben sich die englischen Gazetten diesmal relativ zahm. Der "Daily Mirror" beschränkt sich im Online-Auftritt darauf, England werde den "alten Feind davonjagen". Keine Panzer? Und wo sind die Stahlhelme, die Weltkriegs-Symbole? Was sind die Löwen zahm geworden...

cht


[27. Juni - 14.50 Uhr] Schweinsteiger und Boateng spielen

Schweinsteiger am Samstag: "Die zentrale Figur"
REUTERS

Schweinsteiger am Samstag: "Die zentrale Figur"

Tagelang sorgte sich Deutschland um die Aufstellung im Spiel gegen England - vor allem wegen der Muskelverhärtung in Bastian Schweinsteigers Oberschenkel und der Wadenverhärtung von Jérôme Boateng. Am Nachmittag gibt das Team bekannt, dass beide spielen werden.

Die deutsche Startelf: Neuer - Lahm, Mertesacker, Friedrich, Boateng - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski - Klose.

Einzige Veränderung gegenüber dem Spiel gegen Ghana ist damit die Rückkehr von Miroslav Klose als Sturmspitze. Klose, der beim 1:0 gegen die Afrikaner gesperrt gewesen war, ersetzt Cacau. Der Stuttgarter fällt gegen England wegen einer Bauchmuskelzerrung aus.

dpa


[27. Juni, 14.11 Uhr] Fanflugzeug landet auf Autobahn

Der Pilot eines Privatflugzeug mit Fußballfans musste am Sonntagvormittag in Südafrika auf einer Autobahn nahe Bloemfontein notlanden. Weder einer der sechs Passagiere noch jemand auf der Autobahn sei verletzt worden, berichtete die Polizei. Allerdings hätten einige der Fluggäste eine Schock erlitten.

Die Fans waren auf dem Weg zu dem Spiel Deutschland gegen England, als das Flugzeug zur Landung ansetzte, seien die wenigen Autofahrer auf der Autobahn der landenden Maschine erschrocken ausgewichen. Das Flugzeug war in der Benoni in der Provinz Gauteng gestartet und hatte nach Angaben des Piloten wegen technischer Schwierigkeiten notlanden müssen. Die Autobahn wurde vorübergehend gesperrt, konnte aber nach zwei Stunden wieder freigegeben worden.

dpa


[27. Juni, mittags] Riesiger Andrang auf Fanmeile in Berlin

Enormer Besucheransturm auf die Berliner Fanmeile: Die Veranstalter richten sich zur Übertragung des Achtelfinales Deutschland-England ab 16 Uhr auf bis zu eine halbe Million Besucher auf der Straße des 17. Juni ein. Bei Überfüllung sollen die Eingänge zur Meile aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Auf dem 1,5 Kilometer langen Areal werden auf mehreren Großleinwänden alle Spiele bis zum Finale am 11. Juli gezeigt. Das Areal ist umzäunt, an sieben Eingängen finden umfangreiche Sicherheitskontrollen statt. 400 Ordner und 200 Rotkreuz-Helfer sind im Einsatz. Vuvuzelas und zahlreiche andere Gegenstände sind auf dem Festgelände nicht erlaubt. Das Spiel Deutschland gegen Ghana sahen am Mittwoch nach Veranstalterangaben rund 300.000 Fans auf Deutschlands größter Fanmeile.

ddp


[27. Juni, vomittags] Suff in Südafrika gesichert

Was auch immer am Sonntagabend passieren mag: Für den Suff vor und nach Abpfiff ist auf jeden Fall gesorgt. Schon tagsüber haben die Behörden in der südafrikanischen Provinz Free State, in deren Hauptstadt Bloemfontein das Achtelfinalspiels Deutschland gegen England ausgetragen wird, jetzt ausnahmsweise den Alkoholverkauf gestattet. Auch nach 0 Uhr kann weiter gepichelt werden. Bars und Kneipen ist für gewöhnlich der Verkauf von Alkohol nach Mitternacht untersagt. Die Polizei werde aber als Präventivmaßnahme angesichts der zahlreichen Fans aus Europa "eine hohe Sichtbarkeit" auf den Straßen der Stadt demonstrieren, betonte der Regierungssprecher Khotso Tau.

dpa


[27. Juni, 8.36 Uhr] Ticket-Schwarzhandel verursacht Millionenschaden

Durch den Verkauf von Tickets zur Fußball-WM von nicht zugelassenen Händlern ist südafrikanischen Firmen ein Schaden von mehr als 6,5 Millionen Rand (690.000 Euro) entstanden. Das berichtet die englische Zeitung "The Sunday Times".

Die Firmen hätten viel Geld verloren, indem sie Tickets kauften, die später von der Fifa für ungültig erklärt wurden. Clifford Green, einem Anwalt des Fußballweltverbands Fifa und des lizenzierten Ticketverkaufsunternehmens Match, lägen schriftliche Erklärungen von sieben Firmen vor, in denen diese ihre Verluste bezifferten. Allein die Petrochemie-Gruppe Sasol habe demnach 3,3 Millionen Rand für 110 Tickets für Gruppenspiele, die Halbfinalpartien und das Finale bezahlt.

apn

Forum - Deutschland gewinnt den Klassiker gegen England: Was gab den Ausschlag?
insgesamt 858 Beiträge
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Seite 1
Realo, 27.06.2010
1. Die Deutsche Mannschaft !
Was denn sonst ?
trolls99 27.06.2010
2. England war 54s von 90 min gut
Besser als im Blog einer englischen Zeitung kann man es nicht sagen: England war 54s von 90 min gut. Deutschland war sehr stark und England erstaunlich schwach!
DirkDD 27.06.2010
3.
Zitat von sysopDeutschland gewinnt den Klassiker gegen England: Was gab den Ausschlag? Die Leistung von Joachim Löws Elf oder Schiedsrichter Larrionda?
:) Beides: Das nicht gegebene Tor und das darauf folgende Unvermögen einer fußballerich unterlegenen Manschaft daraus - jetzt erst recht - Kapital zu schlagen! :)
Zero Thrust 27.06.2010
4. re
Oh, ich wusste gar nicht, dass der Schiedsrichter auch mitspielte. :-) Viele Ballkontakte hatte er allerdings nicht.. Den Ausschlag? Eher gab es vier Einschläge, ins englische Tor, die ordentlich saßen und, genau, letztlich den Ausschlag gaben. So einfach ist Fußball. Deutschland hat wahnsinnig stark gespielt - in der Form hab ICH es dieser Mannschaft echt nicht zugetraut. Und? Umso schöner. Umso schöner nur.
inci 27.06.2010
5. oooo
---Zitat--- Deutschland gewinnt den Klassiker gegen England: Was gab den Ausschlag? ---Zitatende--- ich verstehe ja nicht viel von fußball, aber ich würde sagen, es lag daran, daß die deutschen 4 tore, die engländer aber nur 1 geschossen haben.
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