Ex-DFB-Präsident Niersbach legt Berufung gegen Fifa-Sperre ein

Berufung gegen die Sperre: Wolfgang Niersbach geht gegen die Strafe der Fifa vor. Die Ethikkommission hatte den ehemaligen DFB-Chef wegen der Affäre um die WM-Vergabe 2006 für ein Jahr gesperrt.

Wolfgang Niersbach
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Wolfgang Niersbach


Der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach setzt sich juristisch gegen seine einjährige Sperre zur Wehr. Auf Anfrage der "Bild"-Zeitung teilte Niersbach mit, "nach Beratung mit meinen Anwälten Berufung einlegen" zu wollen, um "allein schon die schriftliche Begründung für das Urteil zu erhalten." Am Montag war der 65-Jährige von der Ethikkommission des Weltverbands Fifa sanktioniert worden.

Die Fifa hatte Niersbach bestraft, weil er die Affäre um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 erst intern regeln wollte. Das stellt einen Verstoß gegen Artikel 18 des Ethik-Codes der Fifa dar. "Ich kann nur wiederholen, dass ich das Urteil für überzogen halte, und bin es mir deshalb auch selber schuldig, dagegen anzugehen", sagte Niersbach. Mit Reinhard Grindel, seinem Nachfolger beim DFB, habe Niersbach bereits telefoniert und den Verband "über diese Vorgehensweise informiert".

Wegen der Sperre hatte Niersbach seine Posten im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union Uefa und im Fifa-Council aufgeben müssen. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass eine Verkürzung der Strafe durchaus möglich ist.

Die Berufungskommission der Fifa, wo der Einspruch zunächst verhandelt wird, verkürzte bereits die Sanktion des früheren Fifa-Generalsekretärs Jérôme Valcke von zwölf auf zehn Jahre. Der ebenfalls gesperrte Ex-Uefa-Chef Michel Platini erreichte vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas in letzter Instanz eine Reduzierung der Sperre von sechs auf vier Jahre.

jan/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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majorfabs 27.07.2016
1. Was eine armselige, traurige,
fast tragische Figur. Aber vielleicht ist das auch die Charakterisierung eines Funktionärs. Was ist daran so schwer, einfach mal eigenes Fehlverhalten eingestehen, Konsequenzen ziehen und Ruhe einkehren lassen?
linnener 27.07.2016
2. Ekelhaft
Es ist wirklich unglaublich, dass Herr Niersbach es einfach nicht versteht. Ich verstehe zwar, dass ihm ohne Amt die Luxussuiten und der Zugang zu den Schönen und Reichen fehlt, aber die persönlichen monetären Interessen über jegliche Glaubwürdigkeit und Moral zu stellen, ist einfach nur noch widerlich und ekelhaft. Hoffentlich gibt es neben der Ablehnung des Gerichtes auch einen Aufschrei der Anständigen gegen solch einen abgehobenen Funktionär.
_unwissender 27.07.2016
3. Was erwarten Sie denn?
Zitat von linnenerEs ist wirklich unglaublich, dass Herr Niersbach es einfach nicht versteht. Ich verstehe zwar, dass ihm ohne Amt die Luxussuiten und der Zugang zu den Schönen und Reichen fehlt, aber die persönlichen monetären Interessen über jegliche Glaubwürdigkeit und Moral zu stellen, ist einfach nur noch widerlich und ekelhaft. Hoffentlich gibt es neben der Ablehnung des Gerichtes auch einen Aufschrei der Anständigen gegen solch einen abgehobenen Funktionär.
Wenn es so käme, wie Sie es sich wünschen, dann müsste doch die gesamte DFB-Clique mit den dahinter stzehenden Korrupt-Strukturen aus dem Berliner Innenministerium abgelöst werden. Natürlich werden immer nur einzelne geopfert. So bleibt die Kontinuität erhalten. Wen es trifft, der hat eben Pech gehabt. Einer davon heißt Niersbach.
elizar 27.07.2016
4. Ich kann den Kerl nicht ernstnehmen!
Niersbach hat doch bewiesen, dass er nie eine Ahnung von irgendwas hat, außer, dass immer alles angeblich korrekt abgelaufen ist. So ne Nullnummer. Die Funktionäre haben absolut keine Bodenhaftung mehr. Wahrscheinlich glaubt er tatsächlich, dass er alles richtig gemacht hat. Genauso glaubthaft, wie ein KTzG seine Doktorarbeit selbst geschrieben haben will :)
der Bulle 27.07.2016
5. Gerne Groß
Ach, ist doch eine arme Wurst. Eben noch mit Merkel auf der Tribüne und jetzt "persona non grata"! Kann einem doch Leid tun. Jetzt richtets der Provinzfürst Grindel. Der nächste Herr, dieselbe Dame (DFB).
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