Traditionsvereine mit Problemen Wuppertaler SV und Wattenscheid 09 kämpfen gegen das Aus

Gleich zwei Westvereine mit großer Vergangenheit kämpfen ums Überleben: Dem Wuppertaler SV und Wattenscheid 09 droht das finanzielle Aus. Beide Klubs spielten in ihrer guten Zeit in der Bundesliga.

Das waren noch Zeiten in Wattenscheid: 1. Bundesliga, 1990
imago Sportfotodienst

Das waren noch Zeiten in Wattenscheid: 1. Bundesliga, 1990


Die beiden ehemaligen Fußball-Bundesligisten Wuppertaler SV und SG Wattenscheid 09 kämpfen gegen den finanziellen Kollaps. Laut Medienberichten ist der WSV wirtschaftlich so angeschlagen, dass alle Regionalliga-Spieler den Verein noch in der laufenden Transferperiode ablösefrei verlassen können. Die Klubführung teilte zur prekären Situation lediglich mit, man überprüfe die gesteckten Ziele und habe für die nächsten Jahre neue definiert.

Nicht minder schwierig ist die Lage beim Klub aus Bochum, der ebenfalls in der Regionalliga-Staffel West spielt. 350.000 Euro fehlen in der Klubkasse, bis zum 14. Januar muss die Deckungslücke gefüllt sein. Deswegen riefen die Wattenscheider schon vor Weihnachten zu Spenden auf. Inzwischen kamen den Angaben zufolge rund 110.000 Euro zusammen. Die Aktion habe auch dazu geführt, dass sich ehemalige Spieler und potenzielle Sponsoren gemeldet hätten, hieß es. Der Klub stehe vor der wichtigsten Woche in der Vereinsgeschichte.

Beide Vereine gehörten einst der Bundesliga an - der WSV mit seinem legendären Zoostadion in den Siebzigerjahren, Wattenscheid an der Lohrheide mit Manager Klaus Steilmann im Rücken Anfang der Neunzigerjahre.

aha/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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andreas.s 07.01.2019
1. Darauf schnell noch eine extra Lage Gold auf die Currywurst!
Um den WSV uns seine "Fans" tut es mir nicht leid, wohl aber um die Wattenscheider aus Bochum (ja, musste mal sein). Schalke wäre gut beraten noch ein Testspiel in der verhunzten Schalkearena zu organisieren und die Kohle nach Bochum (ja, musste nochmal sein) zu überweisen. Man ist doch so regional..... Ja, ich hab wirklich schon Currywurst mit Blattgold gegessen. War lecker, aber auch nicht leckerer als ohne Blattgold.
pansenhans75 07.01.2019
2. 90er 2. Liga
Der WSV ist mein Heimatverein, die zwei Jahre zweite Liga in den 90ern habe ich in sehr guter Erinnerung, der finanzielle Abstieg begann mit der überteuerten Wiederherstellung der Tribüne....... große Spieler haben beim WSV gespielt, auch wenn diese Zeigen lange vorbei sind.... mein Herz blutet.....
skeptikerjörg 07.01.2019
3. Tradition
Zwei weitere Beispiele dafür, dass man sich für Tradition nichts kaufen kann. Viele andere sind zumindest in der sportlichen Bedeutungslosigkeit angekommen. Aber für Puristen ist Bedeutungslosigkeit immer noch besser als Sponsoring. In Wattenscheid, in Wuppertal, aber auch in Alsenborn, Pirmasens, Herne, Aachen, Lübeck, Oldenburg usw. würde man sicherlich einem Dietmar Hopp den roten Teppich ausrollen.
Bilcore 07.01.2019
4. Unfassbar
Mein Opa hat mich als Kind zur SG gebracht. Daraus wurde Leidenschaft. Über alle Tiefen hinweg bin ich bis heute Fan. Und das, obwohl hier im Rheinland sämtliche Vereine in der ersten Liga spielen. Was in Wattenscheid passierte und passiert ist sehr schade. Was ist eigentlich mit den Stars, die in der Lohrheide ihre Karriere starteten (L. Sané, Altintops, ...). Kein Euro aus der Portokasse übrig? Aber dann fast lieber so als sich von einem Milliadär nach oben kaufen lassen (KFC Uerdingen, vor 3 Jahren noch 5. Liga, nächste Saison mglw. schon 2. Liga). Fußball, kein Märchen mehr. Schade, sehr sehr schade. fairplaid.org Rettet die SGW!
spon-facebook-1228080679 08.01.2019
5. "Traditionsverein" ist ein Unwort
Fans von "Traditionsvereinen" sind die wahren Erfolgsfans. Nämlich Fans des *vergangenen* Erfolges. Schauen wir mal auf typische "Nicht-Traditionsvereine". Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg... Worin bezeichnet sich ihr "Mangel an Tradition"? Schlicht darin, dass sie nicht schon vor 50 Jahren erstklassig waren, Sonst nichts, denn alle drei gibt es seit sehr langem (1899, 1904, 1945). Und Hopp... Es ist ja nicht so, dass er die TSG irgendwie beschleunigt aufpeppte. Nein, er verzichtete sogar darauf, mittels Fusionen über die Ligen zu springen, und hatte auch nichts dagegen, mehrere Jahre in einer (niedrigen) Liga zu bleiben. Der angebliche Retortenverein brauchte 19 Jahre (!), um mit Hopps Unterstützung von der A-Klasse in die Bundesliga zu kommen. 2 Jahre A-Klasse, 1 Jahr Bezirksliga, 4 Jahre Landesliga, 4 Jahre Verbandsliga, 1 Jahr Oberliga, 6 Jahre Regionalliga, 1 Jahr 2. Liga. So mancher "natürlich geborner" Verein schaffte diesen Weg weit schneller.
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