Vorwurf des Steuerbetrugs Staatsanwaltschaft verlangt fünf Jahre Haft für Xabi Alonso

Er soll Einkünfte in Millionenhöhe am spanischen Fiskus vorbeigeschleust haben: Xabi Alonso droht das Gefängnis. Die spanische Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von fünf Jahren für den Ex-Bayern-Profi gefordert.

Xabi Alonso als Spieler des FC Bayern (Archivfoto)
AFP

Xabi Alonso als Spieler des FC Bayern (Archivfoto)


Xabi Alonso droht wegen möglicher Steuerhinterziehung eine langjährige Gefängnisstrafe. Die spanische Staatsanwaltschaft hat für den ehemaligen Fußballer des FC Bayern und von Real Madrid eine Haftzeit von fünf Jahren und eine Geldstrafe von vier Millionen Euro gefordert. Das teilte ein Gerichtssprecher in Madrid mit.

Auch gegen Alonsos Steuerberater wird ermittelt. Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn das gleiche Strafmaß.

Alonso soll über eine Briefkastenfirma auf Madeira Einkünfte aus dem Verkauf von Bildrechten am spanischen Fiskus vorbeigeschleust haben. Im vergangenen Sommer hatte der Mittelfeldspieler seine Karriere beendet. Es geht offenbar um Einnahmen von etwa zwei Millionen Euro zwischen 2010 und 2012. Von 2009 bis 2014 stand Alonso bei Real Madrid unter Vertrag. Anschließend wechselte er nach München.

In Spanien laufen mehrere Verfahren gegen Fußballstars. Auch gegen Cristiano Ronaldo von Real Madrid und Barcelona-Profi Lionel Messi wurde in der Vergangenheit wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung in Spanien ermittelt.

Messi und sein Vater Jorge haben nach Auffassung des Gerichts über Scheinfirmen in Belize, Großbritannien, der Schweiz und Uruguay zwischen 2007 und 2009 Steuern in Höhe von insgesamt 4,16 Millionen Euro hinterzogen. Lionel Messi wurde in erster Instanz zu einer 21-monatigen Haftstrafe verurteilt, die er allerdings nicht antreten musste.

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Auch gegen Ronaldo ermitteln die spanischen Steuerfahnder wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Die Vorwürfe gegen den Portugiesen wiegen schwer. Er soll seine steuerlichen Pflichten über mehrere Jahre hinweg "freiwillig" und "bewusst" verletzt haben, heißt es in der Anklage. Das Firmengeflecht, das Ronaldos Gelder in Irland und dem Steuerparadies British Virgin Islands verwaltet und vom SPIEGEL gemeinsam mit dem EIC-Netzwerk aufgedeckt worden war, habe laut Staatsanwaltschaft nur dem Zweck gedient, seine Werbeeinkünfte vor dem Finanzamt zu verstecken.

In einer früheren Version hatten wir "umgerechnet vier Millionen Euro" geschrieben. Dies haben wir korrigiert.

jan/Reuters



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