PSG-Matchwinner Ibrahimovic Die Nase Gottes

"Zlatan Ibrahimovic, deine Nase ist im Abseits": Die Chelsea-Fans verhöhnten den Stürmer von Paris St. Germain - und wurden bestraft. Alles Wichtige zum Achtelfinale der Champions League.

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Ausgangslage des Spiels: In der dritten Saison in Folge trafen der FC Chelsea und Paris St. Germain in einer K.o.-Runde aufeinander. Es war stets knapp gewesen, die Londoner kamen vor zwei Jahren nach einem 1:3 und 2:0 im Viertelfinale weiter, PSG reichten im vergangenen Jahr zwei Unentschieden (1:1 und 2:2 n.V.) zum Einzug in die Runde der letzten acht. Und wieder deutete sich nach dem 2:1-Erfolg der Pariser im Hinspiel eine enge Kiste an. In jedem Fall kamen an der Stamford Bridge echte Champions-League-Gefühle hoch - anders als beim Wolfsburger Erfolg gegen KAA Gent.

Das Ergebnis: Paris steht wieder im Viertelfinale, dank Zlatan Ibrahimovic gewannen die Gäste an der Stamford Bridge 2:1 (1:1).

Inszenierung des Spiels: Von anderen Ballsportarten kennt man dieses Phänomen. Kurz vor dem Anpfiff gehen die Lichter aus, die Spieler laufen in verdunkelte Hallen ein. Im Fußball bleibt das Licht in der Regel an, an der Stamford Bridge wurde nun aber auch mal abgedunkelt. Wer schon mal die Lichtershow bei Heimspielen von Hull City gesehen hat, kann sich über die Chelsea-Inszenierung nicht beschweren.

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Sieg beim FC Chelsea: Ibrahimovic bringt PSG ins Viertelfinale
Erste Halbzeit: Die Pariser begannen dominant, kombinierten sicher und gingen durch Adrien Rabiot verdient in Führung (16. Minute). Doch dann schlichen sich ins PSG-Spiel zu viele Ballverluste, die Chelsea die gewünschten Kontergelegenheiten ermöglichten. In der 27. Minute leistete sich Thiago Motta einen dieser Abspielfehler, nach einem Pass von Willian ließ Diego Costa Innenverteidiger Thiago Silva aussteigen und schob zum zunächst noch schmeichelhaften Ausgleich ein. In der Folge verdienten sich die Blues dieses Ergebnis aber, weil die Gäste im Spielaufbau weiterhin zu viele Fehler machten.

Näschen des Spiels: Spätestens seit sich Joey Barton, damals im Trikot von Olympique Marseille, in einem Spiel gegen PSG über die Nase von Ibrahimovic lustig machte, ist das charakteristische Riechorgan des Schweden in England ein Begriff. Als Ibrahimovic in der Anfangsphase ein Abseitstor erzielte, feierten das die Chelsea-Fans: "Zlatan Ibrahimovic, your nose is offside" - deine Nase ist im Abseits. Ob der Stürmer durch diese Gotteslästerung angestachelt wurde, ist nicht bekannt, aber Ibrahimovic bereitete Rabiots Treffer mit großartiger Übersicht vor. Und das war noch nicht das Ende der Ibrahimovic-Show.

Diego Costa
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Diego Costa

Stürmerduell: apropos Ibrahimovic. Der 34-Jährige bleibt für PSG unersetzlich, seit 2012 war der Angreifer an 29 Toren in der Champions League direkt beteiligt. Diese Konstanz hätte Chelseas Costa auch gern, aber der brasilianische Spanier ist seit der Rückkehr von Guus Hiddink auf die Trainerbank wieder zum Schlüsselspieler geworden. Bis zur Entlassung von José Mourinho hatte Costa nur vier Treffer erzielt, unter Hiddink kamen elf Tore und sechs Vorlagen dazu.

Zweite Halbzeit: Die Blues brauchten noch ein Tor bis zu einer Verlängerung, zwei hätten für den Viertelfinaleinzug innerhalb der 90 Minuten gereicht. Und tatsächlich blieben die Gastgeber am Drücker, in der 65. Minute vereitelte der deutsche Torhüter Kevin Trapp mit einer starken Parade den möglichen Rückstand bei einer Doppelchance von Willian und Eden Hazard. Nur zwei Minuten später war es dann erneut Ibrahimovic, der für die Entscheidung auf der anderen Seite sorgte. Nach Vorarbeit von Ángel di María traf der Schwede aus kurzer Distanz. Nicht umsonst bezeichnet sich der Angreifer selbst gern als Gott.

Sponsorglück: Neben PSG stehen bisher Real Madrid, Benfica Lissabon und VW-Klub VfL Wolfsburg im Viertelfinale der Champions League. Warum der Besitzer des Bundesligisten in dieser Aufzählung so wichtig ist? Auf den Trikots der anderen drei Mannschaften prangt mit "Fly Emirates" der gleiche Sponsorenaufdruck. Mit dem FC Arsenal könnte in der kommenden Woche theoretisch ein vierter Klub hinzukommen - aber die Gunners werden nach dem 0:2 im Hinspiel gegen den FC Barcelona vermutlich rausfliegen.

Erkenntnis des Spiels: Die Top-Favoriten auf den Champions-League-Titel heißen zwar weiterhin FC Barcelona und FC Bayern, aber bei einer günstigen Auslosung muss für Paris St. Germain im Viertelfinale noch nicht Schluss sein.

Im Video: Laurent Blanc über Zlatan Ibrahimovic

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insgesamt 11 Beiträge
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jujo 09.03.2016
1. ...
Viel bewegen tut sich Zlatan ja nicht mehr, aber wenn er sich bewegt dann klingelt es meist beim Gegner. Er ist jetzt 34, es reicht aber immer noch zum Matchwinner.
Miere 10.03.2016
2. Öh? Was soll denn mit dem seiner Nase sein?
Sieht für mich völlig normal aus - und wenn nicht, was sollte es? Wenn mich irgendwas stört, ist es das "Fly Emirates"-Logo. Die zahlen ja nun nicht auf europäischem Niveau, und über Arbeitsrecht und Kündigungsschutz muss man gar nicht reden, oder?
imernst2015 10.03.2016
3.
PSG hat das Potential den CL Titel zu holen, auf allen Positionen verfügen sie über Weltklasse Spieler. Und Bayern sehe ich längst noch nicht im Viertelfinale, ja sind sind Favorit, aber die cleveren Italiener sollte man nicht unterschätzen.
gnarze 10.03.2016
4. Bockstark
PSG hat ein wirklich starkes Team - mit Real, Barca und Bayern wohl die bestes Mannschaft im Topf. Hoffe ja für die Bayern auf Benfica, die gegen Zenit mehr Glück als Verstand hatten.
vliege 10.03.2016
5. Zlatan
Genie und Wahnsinn sind meist nur ein Tick voneinander entfernt, bei Ibrahimovic ineinander genial vereint. Leider hat dieses ewig langweilige Messi/Ronaldo Duell und das damit verbundenen Sponsoren und Werbetheater dazu geführt, das Ibra nie Weltfussballer wurde.
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