Zukunft der DFB-Elf Löw hält sich die Kapitänsfrage offen

Der Streit um das Kapitänsamt der Nationalelf schwelt weiter. Bundestrainer Joachim Löw hält sich noch bewusst aus der Frage heraus. Auf die Rückendeckung seines Bundestrainers wartet der angestammte Kapitän Michael Ballack somit vergebens.

Bundestrainer Löw: Weiter keine Entscheidung ums Kapitänsamt
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Bundestrainer Löw: Weiter keine Entscheidung ums Kapitänsamt

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Erst einmal gab es ein kräftiges Schulterklopfen vom obersten Fußball-Funktionär. Fifa-Chef Joseph Blatter hatte für Bundestrainer Joachim Löw nur lobende Worte übrig: "Deutschland war wirklich eine Bereicherung der WM", ließ Blatter in einem Interview verlauten, das der Deutsche Fußball-Bund DFB auf seiner Web-Seite verbreitete. Ob das anstehende Testspiel gegen Dänemark (Mittwoch 20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) eine solche Bereicherung für den Bundestrainer darstellt, ließ Löw am Dienstag betont offen. "Es wird sicherlich nicht alles so reibungslos ablaufen wie bei der WM", sagte Löw mit Hinblick auf die Verlegenheitself, die der DFB gegen die Dänen auf den Platz schickt.

Angeführt wird die Mannschaft dann von Thomas Hitzlsperger, der mit 51 Länderspielen der mit Abstand erfahrenste Akteur im 17er-Kader ist. Dass dies für den West-Ham-Profi, der vor dem WM-Turnier wegen Formschwäche noch aus dem Kader relegiert wurde, eine einzigartige Auszeichnung bleiben wird, daran zweifelt niemand. Wer allerdings im dann kommenden Länderspiel in Belgien wieder die Kapitänsbinde trägt, darüber schweigt sich Löw weiter aus. Michael Ballack oder Philipp Lahm - der Bundestrainer lässt den Streit um das Kapitänsamt schwelen.

Trotz mehrfacher Nachfrage verweigerte er dabei, Ballack, dem Kapitän vor der WM, eine Garantieerklärung auf die Spielführerbinde auszusprechen. "Ich werde erst mit beiden Spielern, die es betrifft, persönlich reden und die Frage in aller Ruhe analysieren", sagte Löw. "Konzeptionelle Überlegungen" würden dabei in die Entscheidung über den künftigen DFB-Kapitän einfließen, ergänzte er - das könnte man als einen Hinweis zugunsten Lahms, des Jüngeren der beiden, deuten. Der Bayern-Spieler hatte das Amt während des WM-Turniers ausgeübt und daran offenbar Gefallen gefunden.

"Breiterer Kader zur Verfügung"

Dass gegen Dänemark nicht nur Ballack und Lahm, sondern auch ein Großteil der übrigen Stammspieler der Nationalelf fehlen - selbst diesem Umstand konnte Löw offiziell noch etwas Positives abgewinnen. In der anstehenden EM-Qualifikation sei es wichtig, "einen breiteren Kader zur Verfügung zu haben". Insofern gelte es für den einen oder anderen, "sich jetzt wieder in den Fokus zu spielen".

Dies trifft in besonderem Maße auf den zuletzt glücklosen Bayern-Stürmer Mario Gomez zu, der als einer der wenigen WM-Fahrer auch gegen die Skandinavier spielen wird. Löw erkannte bei Gomez in den vergangenen Monate "eine gewisse Diskrepanz zwischen den Leistungen im Training und denen im Spiel". Der Münchner, der als Joker bei der WM nicht zu überzeugen wusste, sei allerdings auch "einer, der sich wohler fühlt, wenn er von Beginn an spielt". Dieses Wohlgefühl wird ihm gegen die Dänen wieder zuteilwerden.

Einen möglichen Wechsel von Werder-Spieler Mesut Özil nach Barcelona, wie ihn spanische Medien am Mittwoch als beinahe perfekt vermeldeten, wollte Löw nicht kommentieren. Er ließ allerdings auch offen, ob ein solcher Wechsel dem Spieler jetzt schon guttue. Löw zog bewusst eine Parallele zu seinem Mittelfeldspieler Sami Khedira, der den VfB Stuttgart Richtung Real Madrid verlassen hat. "Khedira hat das Richtige getan, da Real-Trainer Mourinho ihm fest zugesagt hat, dass er mit ihm in der Stammelf plane", so Löw. Ein Spieler müsse bei einem Wechsel das Gefühl haben, dass ihm der künftige Trainer auch vertraue: "Bei Sami Khedira war das gegeben." Man konnte fast den unausgesprochenen Nachsatz hören: "Ob das bei Özil der Fall ist..."

insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
deepocean 10.08.2010
1. na und?
Zitat von sysopDer Streit um das Kapitänsamt der Nationalelf schwelt weiter. Bundestrainer Joachim Löw hält sich noch bewusst aus der Frage heraus. Auf die Rückendeckung seines Bundestrainers wartet der angestammte Kapitän Michael Ballack somit vergebens. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,711085,00.html
gibt überhaupt keine notwendigkeit sich JETZT da festzulegen...
rkinfo 10.08.2010
2. Zukunft ?
Zitat von sysopDer Streit um das Kapitänsamt der Nationalelf schwelt weiter. Bundestrainer Joachim Löw hält sich noch bewusst aus der Frage heraus. Auf die Rückendeckung seines Bundestrainers wartet der angestammte Kapitän Michael Ballack somit vergebens. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,711085,00.html
Ballack muß erst mal wieder fit sein und dies auch Monate durchhalten können. Zudem hat die Kapitänsfrage gewaltige Spuren im Team hinterlassen und dies mit einem Ballack der kaum mehr als 2 Jahre noch in der Weltspitze der Nationalmannschaft mithalten kann - auch gesundheitlich.
ein schelm ... 10.08.2010
3. Remember Frings...
Zitat von sysopDer Streit um das Kapitänsamt der Nationalelf schwelt weiter. Bundestrainer Joachim Löw hält sich noch bewusst aus der Frage heraus. Auf die Rückendeckung seines Bundestrainers wartet der angestammte Kapitän Michael Ballack somit vergebens. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,711085,00.html
Da kann er wohl auch noch lange warten. Ballack sollte sich selbst einen Gefallen machen und zurücktreten, die NM braucht ihn nicht mehr! Im Gegenteil, ohne ihn ist diese deutlich besser dran. Sowohl fussballerisch als auch scheinbar menschlich scheint sein "Verlust" eher ein "Gewinn"... Noch hätte er die Möglichkeit mit erhobenem Haupt seine NM-Karriere selbst zu beenden, noch...
Super-Mario 10.08.2010
4. *kopfschüttel*
Zitat von sysopDer Streit um das Kapitänsamt der Nationalelf schwelt weiter. Bundestrainer Joachim Löw hält sich noch bewusst aus der Frage heraus. Auf die Rückendeckung seines Bundestrainers wartet der angestammte Kapitän Michael Ballack somit vergebens. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,711085,00.html
Haha, geile Formulierung, selten so gelacht. Es gibt nur den Streit, der von den Medien inszeniert wurde. Man muss einfach in Lapalien immer wieder irgendwas Schlimmes hineininterpretieren. Geht's nicht auch mal normal?
ray4901 10.08.2010
5. allerdings
Zitat von deepoceangibt überhaupt keine notwendigkeit sich JETZT da festzulegen...
das "Problem" mit dem kleinen Fetzen Stoff "belastet" die Zukunft des deutschen Fussballs etwa so stark wie das Wiederauftauchen des Ungeheuers in Loch Ness. Nur dass die Hundstage und das ganze Sommerloch bald Vergangenheit sein sollten
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