Mobbing durch Fortuna-Fans: Düsseldorfs Levels bricht nach Pfiffen in Tränen aus

Tobias Levels macht bei Fortuna Düsseldorf eine schwere Zeit durch. Sowohl im DFB-Pokal als auch in der Liga verschuldete der Verteidiger entscheidende Gegentore. Von einigen Zuschauern wurde er dafür gnadenlos ausgepfiffen - der Spieler brach nach der Niederlage bei 1860 München in Tränen aus.

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Fortuna-Spieler Levels: "Es tut schon weh"

Hamburg - Ein Sieg aus drei Liga-Spielen, ein peinliches Aus im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten SC Wiedenbrück 2000: Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf ist schwach in die neue Saison gestartet. Teile der Düsseldorf-Fans haben sich aber schon auf einen Sündenbock eingeschossen: Tobias Levels.

Der 26 Jahre alte Verteidiger, seit 2011 im Verein, hatte im Pokal das entscheidende Gegentor mit einer Notbremse in der Nachspielzeit verschuldet. Im Internet tobte danach ein Shitstorm gegen Levels, der wüst beschimpft wurde.

Am Freitag folgten nun die nächsten Verbalattacken gegen Levels. Beim 1:2 gegen 1860 München wurde der Spieler während der Partie von Teilen der eigenen Fortuna-Fans ausgepfiffen, besonders schlimm wurde es ab der 78. Minute: Levels wollte einen Pass auf Münchens Marin Tomasov abfangen, verschätzte sich aber, und Tomasov traf zum 2:1-Siegtreffer.

Von da an wurde jede Ballberührung Levels' mit einem Pfeifkonzert begleitet. Nach dem Schlusspfiff gab es Schmähgesänge gegen den Spieler, der sich weinend auf die Ersatzbank setzte.

"Tobi war fix und fertig"

Auch als seine Mitspieler trotz der Niederlage eine Ehrenrunde drehten, will Levels die Bank zunächst nicht verlassen, geht dann aber doch in Richtung des Fortuna-Fanblocks in der Südkurve.

Dort machen die Fans dann deutlich, dass die Schmähgesänge nur die Meinung einiger Anhänger widerspiegeln: Immer wieder skandieren die Fans "Tobias Levels", der Spieler winkt weinend in Richtung Kurve. "Es tut schon weh - aber ich werde daran wachsen", zitiert die "Bild"-Zeitung später Levels. Zwischen Torwart Fabian Giefer und Alexander Bellinghausen verlässt Levels schließlich den Platz, während sein Trainer Mike Büskens an der Seitenlinie zum TV-Interview bereitsteht - und seinem Ärger Luft macht.

Später lobt er die Reaktion der Fans: "Das war überragend. Und es war sehr mutig von Tobi, sich zu stellen. Denn er wusste ja nicht, was ihn erwartet", so Büskens. Levels sei "fix und fertig" gewesen: "Er hatte mehr als eine Träne im Auge."

Einig waren sich Spieler und Vorstand, dass das Verhalten einiger Zuschauer einen Tabubruch darstelle. "Das ist eine absolute Frechheit, was hier mit einem unserer Jungs gemacht wird. Ich hatte immer geglaubt, in Düsseldorf stehen Fans und Mannschaft zusammen", so Mittelfeldspieler Adam Bodzeck. Sportvorstand Wolf Werner sagte: "Die Pfeifer bezeichne ich nicht als Fans. Kein Spieler verdient es, so vom eigenen Publikum behandelt zu werden."

luk

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