Zweitliga-Krawalle DFB sperrt Rostock-Fans aus

Der DFB hat schnell entschieden: Zweitligist Rostock muss nach den Krawallen in Düsseldorf im Relegationshinspiel beim FC Ingolstadt ohne Fans auskommen. Zudem wurde der Club zu einer Geldstrafe verurteilt. Heftige Kritik an der Hansa-Führung kommt aus der Politik.

Rostocker Randalierer in Düsseldorf: "Man ist irgendwie machtlos"
dpa

Rostocker Randalierer in Düsseldorf: "Man ist irgendwie machtlos"


Hamburg - Zweitligist Hansa Rostock muss nach den Vorfällen während der Partie bei Fortuna Düsseldorf auf seine Anhänger verzichten. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entschied am Montag, dass Hansa das Relegationshinspiel um den Verbleib in der Zweiten Liga am Freitag, 14. Mai, beim Drittliga-Dritten FC Ingolstadt (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) unter Ausschluss seiner Fans bestreiten muss.

Zudem verurteilte der DFB den Club zu einer Geldstrafe in Höhe von 35.000 Euro. Weiterhin muss Rostock Schadensersatz in Höhe des zustehenden Kartenkontingents an den FC Ingolstadt leisten. Das Relegationsrückspiel am Montag, 17. Mai, in Rostock (20.30 Uhr) ist dagegen von keinen Maßnahmen betroffen. Hansa hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Heftige Kritik an der Vereinsspitze des FC Hansa wurde von Mecklenburg-Vorpommerns Sport- und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) erhoben. Dem Verein mangele es immer noch an einer koordinierten Fan-Betreuung bei Heimspielen und Reisen, um Randale im Stadion zu unterbinden, sagte Caffier. Dabei sei bekannt, dass der Verein ein Problem mit gewaltbereiten Anhängern habe. "Es fehlt eine klare Haltung des Vereins, insbesondere des Aufsichtsrates." Caffier kündigte an, die Strafen für Randalierer verschärfen zu wollen.

Hansas Vorstandschef entschuldigt sich

"Wir haben immer auf Kommunikation gesetzt, das ist jetzt vorbei", sagte Hansas Vorstandschef Jörg Hempel am Montag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz des Vereins. Gleichzeitig entschuldigte er sich bei der Fortuna, der Stadt Düsseldorf sowie bei den Polizisten und Kameraleuten, die bei den Randalen vor und während des Spiels verletzt worden waren.

"Die negative Ausstrahlung des FC Hansa Rostock hat in Düsseldorf einen traurigen Höhepunkt erlebt", so Hempel. Die Randalierer seien keine Hansa-Fans, vielmehr handle es sich um "kriminelle Subjekte, die uns als Plattform benutzen", sagt der Vorstandschef und forderte: "Wir müssen diesen Verbrechern konsequent in den Arm fallen."

Der stellvertretende Vorsitzende des Hansa-Aufsichtsrats, Torsten Völker, versprach, "alles zu tun, damit jetzt Ruhe in den Verein einzieht". Gespräche mit den "Tätern von Düsseldorf" werde es dagegen nicht mehr geben. Vielmehr müssten alle Mittel des Rechtsstaates genutzt werden, ihnen das Handwerk zu legen, meinte Hempel. Der Verein stellte Strafanzeige gegen Unbekannt und will somit die Randalierer über das Zivilrecht für die finanziellen Einbußen haftbar machen.

Partie nach sechs Minuten am Rande des Abbruchs

Schiedsrichter Wolfgang Stark, der die Begegnung in Düsseldorf leitete, sprach am Montag von "einem der schwierigsten Spiele". "Man ist irgendwie machtlos", sagte der Fifa-Referee aus Ergolding. "Es war uns im Vorfeld klar, dass es nicht so einfach wird. Wir mussten dann alle Register ziehen, um das Spiel durchzubekommen." Die Partie stand bereits nach sechs Minuten am Rande eines Abbruchs, weil aus dem Rostocker Fanblock Feuerwerkskörper aufs Spielfeld geworfen wurden. Hansa-Torwart Alexander Walke musste behandelt werden. Nach einer 20-minütigen Unterbrechung entschieden Stark und DFL-Vertreter, das Spiel fortzusetzen.

Schon in der Nacht zuvor war es in der Düsseldorfer Altstadt zu Ausschreitungen von Rostocker Fans gekommen. 14 Polizisten wurden verletzt, 159 Personen festgenommen. Bei den Randalierern handelte es sich nach Polizei-Informationen "fast ausnahmslos um Anhänger des FC Hansa Rostock". Nach der Begegnung blieb alles ruhig. "Das war problemlos. Die Rostocker Anhänger haben das Stadion und die Stadt ruhig und problemlos verlassen", sagte Wolfgang Rodax, Leiter der Pressestelle der Polizei Düsseldorf am Montag.

ham/sid/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
K1llaH 10.05.2010
1. "Zweitliga-Krawalle"
Überschrift "Zweitliga-Krawalle" -> hoffentlich bald demnächst 3.Liga Krawalle ! Und dann wünsche ich nächstes Jahr hoffentlich 4. Liga-Krawalle !!!! Damit diese Hools dass zu sehen bekommen, was Ihnen zusteht !
frubi 10.05.2010
2. .
Zitat von sysopDer DFB hat schnell entschieden: Zweitligist Hansa Rostock muss nach den Krawallen in Düsseldorf im Relegations-Hinspiel ohne seine Fans auskommen. Zudem wurde der Club zu einer Geldstrafe verurteilt. Heftige Kritik an der Vereinsspitze übte derweil Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,694053,00.html
Am Spiel Fortuna gegen Hansa konnte man doch sehr schön sehen, wie unterschiedlich Fans doch seien können. Hansa verspielt sich dadurch jede Menge Sympathien. Einem Abstieg würde nach dieser Saison kaum einer hinterher trauern.
mlu 10.05.2010
3.
Zitat von K1llaHÜberschrift "Zweitliga-Krawalle" -> hoffentlich bald demnächst 3.Liga Krawalle ! Und dann wünsche ich nächstes Jahr hoffentlich 4. Liga-Krawalle !!!! Damit diese Hools dass zu sehen bekommen, was Ihnen zusteht !
Diese Hools wollen gar nichts sehen, das ist ja das Problem. Aber ihnen wird in der 3. oder gar 4. Liga natürlich eine geringere Plattform für ihren Wahnsinn zuteil. Und wo kein Interesse, da keine Krawalle.
number12, 10.05.2010
4. Genau ...
Zitat von frubiAm Spiel Fortuna gegen Hansa konnte man doch sehr schön sehen, wie unterschiedlich Fans doch seien können. Hansa verspielt sich dadurch jede Menge Sympathien. Einem Abstieg würde nach dieser Saison kaum einer hinterher trauern.
Stellt sich zusätzlich die Frage, wie Hansa Rostock mit so einem miesen Image noch Sponsoren 'ranziehen will. Mittelfristig werden die allein schon aus finanziellen Gründen dritt- oder viertklassig spielen. Zu recht!
Kalix 10.05.2010
5. Tacheles reden
Wäre es ein Westverein gewesen, hätte es Punktabzug gegeben und damit Zwangsabstieg. Der DFB muss sich klar darüber werden, dass nicht nur der Staat in der Pflicht steht, Leben und Gesundheit von Spielern, Schiedsrichtern und Zuschauern zu schützen. Wenn ein Verein bei seinen Fans und Ultras dies nicht durchsetzen kann, hat er in k e i n e r Liga etwas zu suchen. Dresden und Rostock gehören aus dem Spielfeld des Fussballs heruasgenommen. Es gibt keine Sonderrechte für die 5 neuen Bundesländer nach 20 Jahren Wende; diese sind alleinverantwortlich für ihre Entwicklung; nicht nur im sportlichen Bereich..
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