Zweitliga-Relegation Ingolstadt schießt Rostock in die Dritte Liga

Trauer an der Ostsee, Riesenjubel in Oberbayern: Der FC Ingolstadt kann sich auf die Zweite Liga freuen. Auch das Rückspiel der Relegation entschied der Club für sich, Spieler des Abends war Fabian Gerber. Hansa Rostock muss dagegen zum ersten Mal den Weg in Liga drei antreten.

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Hamburg - Tiefer Fall eines Traditionsclubs: Der FC Hansa Rostock unterlag im Relegationsduell gegen den FC Ingolstadt und ist erstmals in der Vereinsgeschichte in die dritte Fußball-Liga abgestiegen. Nach dem 0:1 im Hinspiel verlor Hansa am Montagabend im Ostseestadion gegen die Bayern nach einer schwachen Vorstellung auch das Rückspiel 0:2 (0:1). Dagegen kehrt Ingolstadt nach nur einem Jahr in die Zweite Liga zurück. Fabian Gerber entschied die Partie mit zwei Treffern (8. und 78.).

"Wir sind überglücklich, jetzt fließen Bier und Schampus. Das wird die nächsten vier Wochen so weitergehen", sagte Doppel-Torschütze Gerber nach dem Schlusspfiff. Auch sein Trainer Michael Wiesinger zeigte sich hochzufrieden: "Ich bin sehr stolz. In den zwei Spielen haben wir verdient gewonnen und eindrucksvoll bewiesen, dass wir in die zweite Liga wollen. Der Sieg hätte auch höher ausfallen können."

Rostock, vor 19 Jahren noch letzter DDR-Meister, war bisher der einzige Club aus Ostdeutschland, der nie tiefer als in Liga zwei gespielt hatte. Der Gang in die Dritte Liga ist für den ehemaligen Bundesligisten bereits der zweite Abstieg innerhalb von zwei Jahren.

Nach dem Spiel kam es vor dem Stadion zu den ersten Krawallen. Mehrere Feuerwerkskörper wurden von Randalierern gezündet, insbesondere der Vip-Parkplatz geriet dabei zur Zielscheibe. Außerdem blockierten die Hansa-Fans die Ausfahrt.

Rund 15.000 Anhänger der Heimmannschaft hofften bei Anpfiff noch auf den Klassenerhalt. Die Stimmung sank jedoch schon in der achten Minute, als der nach seiner Rotsperre zurückgekehrte Hansa-Kapitän Martin Retov den Ball verlor. Ingolstadts Stefan Leitl spielte einen steilen Pass auf Gerber, dieser schob den Ball ins lange Eck. Die Führung war auch zu diesem frühen Zeitpunkt verdient, Ingolstadt trat deutlich aggressiver und zielstrebiger auftrat als der Noch-Zweitligist.

Hansa auch in der zweiten Hälfte ohne Ideen

Rostock reagierte zwar, der neu ins Team gerückte Mittelfeldmann Kevin Pannewitz musste nach einer Viertelstunde Stürmer Enrico Kern weichen. Chancen spielten jedoch nur die Gäste heraus: Gerber (19.) und Moritz Hartmann (36.) hätten für Ingolstadt sogar erhöhen können. Lediglich Kern (42.) tauchte einmal gefährlich vor FCI-Torwart Marco Sejna auf, schoss jedoch knapp über das Tor. Die Heim-Fans verabschiedeten ihre Elf mit einem lauten Pfeifkonzert in die Pause.

Hansa begann die zweite Hälfte schwungvoll, die beste Chance hatte aber erneut Ingolstadt. Helgi Danielsson rettete gegen Steffen Wohlfahrt (49.) auf der Linie. In der Folge mühte sich Hansa verzweifelt, mehr als ein Kopfball vom eingewechselten Marcel Schied (55.) sprang jedoch nicht heraus. Doch auch Ingolstadt ließ beste Möglichkeiten aus, Hartmann (65.) lief allein aufs Hansa-Tor zu, traf jedoch nur den Pfosten. In der 78. Minute sorgte dann erneut Gerber für die Entscheidung. Danach verließen viele Zuschauer das Stadion, der Rest des Rostocker Anhangs pfiff die Hansa-Akteure aus.

"Das war ein Nervenspiel. Der frühe Gegentreffer war ein Tiefschlag, von dem wir uns nicht mehr erholt haben. Wir müssen beide Spiele zusammen betrachten. Da haben wir es in Ingolstadt nicht geschafft, Druck aufzubauen", sagte Hansa-Coach Marco Kostmann.

Hansa Rostock - FC Ingolstadt 0:2 (0:1)
0:1 Gerber (8.)
0:2 Gerber (78.)
Rostock: Walke - Schöneberg, Sebastian, Danielsson, Carnell - Langen, Retov, Pannewitz (15. Kern), Dahlen (64. Jänicke) - Bartels (46. Schied), Johannsson
Ingolstadt: Sejna - Keidel, Pisot, Ruprecht, Fink - Metzelder, Leitl - Gerber (81. Mölzl), Buchner (79. Bambara) - Hartmann (87. Neuendorf), Wohlfarth
Schiedsrichter: Knut Kircher
Zuschauer: 15.000
Gelbe Karten: Sebastian, Kern, Langen - Wohlfarth, Sejna

jok/sid



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
haltetdendieb 17.05.2010
1. Man die waren ja haushoch überlegen....
....die hätten 4 4 Null gewinnen können. Die Kogge ist untergegangen, und wird in zweihundert Jahren von einem Schatzsucher wieder gehoben. Bezirksoberliga ist doch auch nicht schlecht!
pult, 17.05.2010
2. Ade FCH!
Zitat von sysopTrauer an der Ostsee, Riesenjubel in Oberbayern: Der FC Ingolstadt kann sich auf die Zweite Liga freuen. Auch das Rückspiel der Relegation entschied der Club für sich, Spieler des Abend war Fabian Gerber. Hansa Rostock muss dagegen zum ersten Mal den Weg in Liga drei antreten. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,695306,00.html
Mit dieser Mannschaft war und ist einfach kein Blumentopf zu gewinnen. Völlig verunsichert hat man zu Hause da aufgehört, wo man in Ingolstadt angefangen hat - bei Null... Am Kampf hat es nicht gelegen, die Mannschaft war mehr oder weniger an ihrer oberen Leistungsgrenze. Schade, schade für die Mannschaft und vor allem für die ganze Region. Das wird ein langer Ausflug in die 3. Liga werden, da bin ich mir nicht nur wegen der desolaten Finanzsituation beim FCH recht sicher.
vk64 17.05.2010
3. Rostock.
Zitat von sysopTrauer an der Ostsee, Riesenjubel in Oberbayern: Der FC Ingolstadt kann sich auf die Zweite Liga freuen. Auch das Rückspiel der Relegation entschied der Club für sich, Spieler des Abend war Fabian Gerber. Hansa Rostock muss dagegen zum ersten Mal den Weg in Liga drei antreten. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,695306,00.html
Das ist eine Katastrophe... für die Dritte Liga.
Sam_Vimes 18.05.2010
4. Darum sagen wir........ Auf Wiedersehen
Zitat von sysopTrauer an der Ostsee, Riesenjubel in Oberbayern: Der FC Ingolstadt kann sich auf die Zweite Liga freuen. Auch das Rückspiel der Relegation entschied der Club für sich, Spieler des Abend war Fabian Gerber. Hansa Rostock muss dagegen zum ersten Mal den Weg in Liga drei antreten. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,695306,00.html
So ist es recht.. Wer sich weder benehmen noch Fußball spielen kann....
manuelbaghorn 18.05.2010
5. Mitleid mit Hansa?
Hansa Rostock, die in der Vergangenheit eher durch ihre Hooligans, als durch guten Fußball glänzten, wird in Liga zwei wohl kaum jemand vermissen. Zu recht, denn eine Mannschaft, deren Fans in der Vergangenheit farbige Spieler des Gegners regelmäßig mit Affenrufen bedachten, kann gar nicht tief genug absteigen.
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