Von Christian Paul
Bastian Schweinsteiger ist sich sicher. "Wir kennen die Stärken und Schwächen der Dortmunder langsam", sagt der Mittelfeldspieler der FC Bayern. Und für seinen Teamkollegen Toni Kroos ist klar: "Wir sind fußballerisch immer noch einen Tick besser."
Kurz vor dem "Gigantentreffen" (Bayern Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge) kommen sie also doch noch einmal: vereinzelte Kampfansagen aus München, mit freundlichen Grüßen an den Meisterrivalen aus dem Ruhrgebiet, Borussia Dortmund. Dabei war man beim Rekordmeister über dieses Stadium doch eigentlich schon hinaus.
Showdown, Fußball-Fest, Mega-Hit: Die Bundesliga-Partie zwischen dem Tabellenersten, Borussia Dortmund, und dem Zweiten, dem FC Bayern München, am Mittwochabend (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) hat bereits viele Namen bekommen.
Drei Punkte beträgt der Vorsprung des BVB fünf Spiele vor Saisonende auf die Münchner. Die 80.000 Zuschauer im seit Wochen ausverkauften Dortmunder Stadion werden Zeugen einer wegweisenden Partie, da ist sich das Reich der Fußball-Experten sicher. Die meisten sehen dabei klare Vorzeichen. "Für mich ist das Gipfeltreffen nur für die Bayern ein Endspiel", sagt Ex-Profi Thomas Strunz. "Sie müssen gewinnen."
"Unsere Spieler lachen sich darüber kaputt"
Die Bayern haben deshalb verbal bereits vorgesorgt. Statt markiger Sprüche wählte Präsident Uli Hoeneß warme Worte für den BVB und sprach rechtzeitig vom "Konkurrenten auf Augenhöhe", der es "längere Zeit mit uns aushalten" werde. Der Versuch, den Konkurrenten einzulullen, war offenkundig.
"Mit Psychostrategien gewinnst du kein Spiel. An uns prallt es definitiv ab. Unsere Spieler lachen sich darüber kaputt", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Hoeneß weiß: Der Druck liegt bei seinem Verein. Verliert der Club in Dortmund, droht dem FC Bayern eine zweite Saison in Folge ohne Meistertitel. Als Ausrutscher geht das dann nicht mehr durch.
"Glaube nicht, dass wir uns das dann noch nehmen lassen"
In der Vorsaison schwächelten die Bayern. Mit Mühe rettete man sich am Ende auf den dritten Tabellenplatz. Die beiden Niederlagen gegen den späteren Meister aus Dortmund konnte man sich durch die eigenen Unzulänglichkeiten noch irgendwie schönreden.
In dieser Spielzeit aber hat Trainer Jupp Heynckes seine Mannschaft nach einer Negativserie zu Beginn der Rückrunde stabilisiert. Die letzten neun Pflichtspiele wurden gewonnen, nach 29 Spieltagen hat man mit 63 Punkten nur zwei weniger als in der kompletten Vorsaison. Und trotzdem ist man hinter der Borussia nur Zweiter.
Man darf streiten, ob das Dortmunder Dauer-Understatement auch im zweiten Jahr an der Spitze noch angemessen ist. Vor dem Spiel des Jahres wagte sich beim Tabellenführer immerhin einer schon mal aus der alten Rolle. "Wenn wir gewinnen, glaube ich nicht, dass wir uns das dann noch nehmen lassen", sagte BVB-Verteidiger Mats Hummels. Er ist sich da offenbar ganz sicher.
Wer wird das Spiel in Dortmund entscheiden? BVB-Torjäger Robert Lewandowski oder die Bayern-Offensive aus Mario Gomez, Franck Ribéry und Arjen Robben? Hier geht es zum Mann-gegen-Mann-Vergleich für das Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.
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