Schlechte Schiedsrichter bei der WM: Fifa entschuldigt sich

Klare Fouls nicht geahndet, ein überdeutliches Handspiel nicht gesehen: Die Schiedsrichterinnen bei der Frauen-WM pfeifen schwach. Das hat nun auch der Weltverband Fifa erkannt und sich offiziell entschuldigt.

Referee Gaal: "Unerklärliche" FehlentscheidungZur Großansicht
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Referee Gaal: "Unerklärliche" Fehlentscheidung

Hamburg - Beim deutschen 1:0-Sieg gegen Nigeria hatte es sich schon angedeutet, am vergangenen Sonntag wurde es überdeutlich: Die Schiedsrichterinnen bei der Frauen-Weltmeisterschaft haben große Probleme dem Spieltempo zu folgen und treffen viele Fehlentscheidungen.

Dies hat nun auch die Fifa eingesehen und sich - wenn auch etwas verquer - für die Leistungen der Unparteiischen entschuldigt. "Wir haben mit der Schiedsrichterin gesprochen. Es tut ihr sehr leid, dass sie das Handspiel übersehen hat", sagte die für das Spiel zuständige Fifa-Offizielle Karen Espelung. Die Norwegerin wurde schließlich vom Verband vor die Presse geschickt, um Abbitte zu leisten.

Sie bezog sich auf Gyoengyi Gaal. Die Ungarin hatte sich beim 3:2-Sieg Australiens über Äquatorialguinea einen unglaublichen Patzer erlaubt. Gaal übersah in der 16. Minute ein klares Handspiel der afrikanischen Abwehrspielerin Bruna. Die 27-Jährige nahm einen vom Pfosten abgeprallten Ball sekundenlang in die Hand. Eigentlich ein klarer Elfmeter für Australien - doch die Schiedsrichterin entschied auf Weiterspielen.

"Ich kann es mir eigentlich nur so erklären, dass es da einen Wahrnehmungs- oder Konzentrationsfehler gegeben hat", sagte der frühere Bundesliga-Referee Lutz Wagner. "Dass es allerdings auch die Assistentin nicht mitbekommen hat, ist ebenfalls unerklärlich." Wagner ist Schiedsrichterlehrwart beim Deutschen Fußball-Bund.

Osieck: "So was habe ich noch nie erlebt"

Auch beim Abendspiel am Sonntag, das Brasilien 3:0 gegen Norwegen gewann, traf Schiedsrichterin Kari Seitz aus den USA viele Fehlentscheidungen. So übersah sie ein klares Foul von Stürmerin Marta vor dem ersten Tor. Zuvor hatte schon die Unparteiische beim 1:0-Sieg Deutschlands gegen Nigeria mit einigen Fehlentscheidungen für Irritationen gesorgt. "Da habe ich erstmal den Fernseher zurechtgerückt", sagte Herbert Fandel, Vorsitzender der deutschen Männer-Schiedsrichter, zur Leistung der in diesem Spiel angesetzten Südkoreanerin Cha Sung-Mi.

"So etwas habe ich noch nie erlebt. Wenn es so schwache Schiedsrichterleistungen gibt, sollte man überlegen, ob man nicht auch Männer Spiele bei der Frauen-WM leiten lässt", sagte Holger Osieck. Der Coach von Australiens Männer-Auswahl hatte sich die Partie zwischen Brasilien und Norwegen angeschaut.

Auch die deutsche Bundestrainerin Siliva Neid übte vor dem letzten Vorrundenspiel der DFB-Auswahl am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL Online) gegen Frankreich Kritik: "Ich habe bei dieser WM schon gute Schiedsrichterleistungen gesehen, aber ich habe auch schon schlechte gesehen."

Als Ursache der Leistungen gilt die geringe Auswahl an internationalen Topschiedsrichterinnen. Die Fifa hat nur rund 550 Referees zur Auswahl, bei den Männern sind es 3100. Weiteres Problem: Die Unparteiischen kommen zum Teil aus Nationen, in denen der Frauenfußball nur unprofessionell betrieben wird. Trotzdem werden die Schiedsrichterinnen bei der Fifa erst seit 2005 gezielt gefördert. Eingesetzt werden sie bei den Frauen-Turnieren aber schon seit 1999.

"Viele Schiedsrichterinnen können zwar Spiele pfeifen, so lange sich alle auf dem Platz liebhaben, aber wenn es auf die Knochen geht, sind sie völlig überfordert", sagte Elke Günther der "taz". Die ehemalige Fifa-Unparteiische beobachtet für die Uefa Spiele der Weltmeisterschaft.

leh/dpa/dapd

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insgesamt 5177 Beiträge
krafts 29.11.2010
Ich gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Zitat von sysopWird die Stimmung so ausgelassen sein wie 2006?
Ich gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Kanzla87 29.11.2010
Aus welchem Grund?
Zitat von kraftsIch gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Aus welchem Grund?
Rockker 29.11.2010
Ein Wettbwerb aus der Kategorie *EIKS, aber dank den deutschen Medien wird er gehypt zu dem nächsten unsänglichen "Sommermärchen" wo die deutsche NM, alle Gegner sowieso mit 22:0 schlagen wird... *Eigentlich [...]
Ein Wettbwerb aus der Kategorie *EIKS, aber dank den deutschen Medien wird er gehypt zu dem nächsten unsänglichen "Sommermärchen" wo die deutsche NM, alle Gegner sowieso mit 22:0 schlagen wird... *Eigentlich Interessiert Keine Sau
Flosse 29.11.2010
Die Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch [...]
Zitat von sysopVom Sommermärchen 2006 schwärmen die Fans noch heute. Was bringt die nächste Fußball-WM in Deutschland?
Die Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
CaptainSubtext 29.11.2010
mmmmh. Wenn die Damenelf noch nicht mal in der Lage ist gegen eine Vereins-B-Jugend zu gewinnen, wieso.....?
Zitat von FlosseIch fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
mmmmh. Wenn die Damenelf noch nicht mal in der Lage ist gegen eine Vereins-B-Jugend zu gewinnen, wieso.....?
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  • Montag, 04.07.2011 – 19:19 Uhr
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