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06.07.2005
 

Olympia-Vergabe

London jubelt über Sommerspiele 2012

Die Überraschung ist perfekt: Das IOC hat die Olympischen Sommerspiele 2012 an London vergeben. Die britische Hauptstadt setzte sich gegen Paris, Madrid, New York und Moskau durch. London ist damit zum dritten Mal Gastgeber der Spiele.

Gewinner: Nach der Vergabe brach auf Londons Straßen der Jubel aus
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AFP

Gewinner: Nach der Vergabe brach auf Londons Straßen der Jubel aus

Singapur - Im vierten und letzten Wahlgang setzte sich die britische Hauptstadt in Singapur mit 54:50 Stimmen gegen den großen Favoriten Paris durch. Die Spiele 2012 sollen vom 27. Juli bis 12. August stattfinden, die Paralympics einige Wochen später. Auf London, die nach 1908 und 1948 zum dritten Mal die Spiele ausrichten, wartet neben dem enormen Prestigegewinn auch rund eine Milliarde Dollar des IOC als Anteil aus Fernseh- und Sponsorenverträgen.

In einer spannenden Entscheidung auf der 117. IOC-Session waren zuvor erst Moskau, dann New York und Madrid ausgeschieden. Mit fünf Weltmetropolen war das hochkarätigste Teilnehmerfeld aller Zeiten am Start gewesen. Der deutsche Bewerber Leipzig war in der Vorauswahl vor gut einem Jahr knapp hinter Moskau auf der Strecke geblieben.

London beeindruckte nicht nur Bach durch "eine glänzende Mischung aus Fakten und Emotion", die Bewerbungschef Sebastian Coe moderierte. Das heruntergekommene Londoner Eastend soll sich laut Coe in "ein Sportparadies für die Jugend vieler kommender Generationen" verwandeln. Insgesamt sollen bis 2012 rund 30 Milliarden Dollar in Infrastruktur und Sportstätten investiert werden, mehr als in jeder anderen Stadt. Premierminister Tony Blair sagte nach der Verkündung: "Ich habe es bis zur finalen Entscheidung fast nicht ausgehalten. Es passiert in meinem Job nicht so oft, dass man die Faust ballt, einen kleinen Luftsprung macht und der nächstbesten Person um den Hals fällt."

Als IOC-Präsident Jacques Rogge das Ergebnis um 19.53 Uhr Ortszeit im Raffles Convention Center verkündete, war die Enttäuschung in Paris grenzenlos. Thomas Bach, der als Chef der Juristischen Kommission die Aufsicht führte, hatte das Endresultat bis dahin in einem versiegelten Umschlag verwahrt, Rogge erhielt ihn erst vor laufenden Kameras. Nach Schätzungen verfolgten über eine Milliarde Zuschauer rund um die Welt das Ende im Kampf der Giganten um die fünf Ringe.

Der erste Wahlgang hatte um 18.26 Uhr Ortszeit begonnen. An ihm nahmen 97 IOC-Mitglieder teil, darunter auch die beiden Deutschen Bach und Walther Tröger. Der Countdown eines "langen und erregenden Tages" (Rogge) hatte am Morgen um 9 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ) mit den Präsentationen begonnen. Die Reihenfolge war ausgelost worden. Alle fünf Städte warfen noch einmal alles in die Waagschale.

Putin hielt Rede erstmals auf Englisch

Die erste Präsentation hielt Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac, der sofort danach zum G8-Gipfel flog. Es folgte New York mit seiner Senatorin und ehemaligen First Lady Hillary Clinton sowie einer Videobotschaft von Präsident George Bush. Für Moskau meldete sich Wladimir Putin ebenfalls per Video. Als erster russischer Präsident hielt er eine offizielle Rede auf Englisch. Den Abschluss machte London.

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DPA

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Dann zog Nawal El Moutakawel, Marokkos Hürden-Olympiasiegerin 1984, als Vorsitzende der Evaluierungskommission ein "technisches Fazit". Das Gremium hatte die fünf Kandidaten im Februar und März unter die Lupe genommen und in seinem Abschlussbericht Paris vor London, Madrid, New York und Moskau gesehen. Obwohl die Amerikaner erst vor vier Wochen ihr Olympiastadion von Manhattan nach Queens verlegen mussten, blieben die Inspektoren bei der Note "hohe Qualität".

Paris präsentierte sich zum Auftakt betont zurückhaltend, doch Bach bezeichnete den Auftritt als "brillant und stilvoll". Chirac erinnerte in einer kurzen, aber leidenschaftlichen Ansprache an die olympischen Werte, die durch IOC-Gründer Pierre de Coubertin von Frankreich aus in die Welt gegangen sind. Olympiasieger Jean Claude Killy versprach, dass Paris bei seinem dritten Anlauf aus den Niederlagen für 1992 und 2008 gelernt habe. Starregisseur Luc Besson hatte den Bewerbungsfilm unter das Motto "L'amour des jeux" (Die Liebe der Spiele) gestellt.

Chirac zeigte sich in einem knappen offiziellen Statement, das der Elysees-Palast unmittelbar nach der Entscheidung veröffentlichte, als fairer Verlierer: "Der Präsident gratuliert der Stadt London. Er wünscht den britischen Behörden und allen Mitarbeitern viel Glück bei der Organisation der 30. Olympiade."

Es folgte New York, das sich erstmals bewarb und offen der olympischen Familie den größten Profit versprach, wenn sie sich für den "Schmelztiegel der Nationen" entscheiden würde. Bürgermeister Michael Bloomberg erklärte, die Kandidatur "knapp vier Jahre nach der dunkelsten Stunde", dem 11. September, sei bester Beweis für die Vitalität der Stadt. Auch Muhammad Ali saß für New York im Saal und wurde umjubelt.

Für Moskau sprach Putin von einer "einzigartigen Chance für das IOC", eine Wahl Moskaus würde "auf die Zukunft unserer Welt großen Einfluss haben". Die olympische Bewegung könne stets auf Russland bauen: "Wie auch immer ihre Entscheidung ausfällt." Moskau, dessen erste Spiele 1980 unter dem West-Boykott litten, präsentierte diesmal ein Konzept "Olympia am Fluss" mit den meisten Schauplätzen entlang der Moskwa, das vielen aber zu vage schien.

Madrid trat zum Abschluss ohne IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch an, der zuvor das kompakte Konzept "als die beste Wahl für die Athleten" bezeichnet hatte. Als letzte aller Sprecherinnen stand Königin Sofia "als Mitglied einer großen olympischen Sportfamilie" vor der Session. "Mein Bruder König Konstantin von Griechenland, mein Mann König Juan Carlos von Spanien, meine Tochter Cristina, mein Sohn Felipe und mein Schwiegersohn Inaki Urdangarin haben an Olympischen Spielen teilgenommen", sagte sie sichtlich bewegt und verabschiedete sich in sechs Sprachen: "Wir erwarten Sie in Madrid." Die Hoffnung währte nur bis zur dritten Runde.

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17.01.2010 von Reformhaus: auch das werden wir noch schaffen

Havanna wäre sicherlich günstiger gewesen, aber die Insel ist nicht ganz so gross. mehr...

10.04.2006 von hasso: Riesen-Chance fuer London?

....und teure. Wir in Barnet zahlen mit, bekommen aber nichtmal eine neue Laterne dafuer, geschweige denn eine anstaendige North Circular. Und was die Organisation angeht - ich sage nur Millennium Dome, Wembley Stadium, Channel [...] mehr...

09.04.2006 von HappyCoco: warum eigentlich nicht?

Also ich finde die Wahl gut. Ich mag London und ich denke die Londoner dürften in der Lage sein die Olympischen Spiele zu organisieren. mehr...

04.04.2006 von johnny: 2012

ERARE HUMANUM EST. Bis 2012 ist ja noch ein bisschen Zeit,da werden die das noch fertigbringen. Hier wird immer gejammert,dass Paris das bessere Konzept hatte,und Kostengünstiger.Schon vergessen,hier geht es umSCHICKI-MICKI [...] mehr...

04.04.2006 von Pinarello:

Habe nun ungläubig mehrere Berichte über die offenbar ewige Baustelle Wembley-Stadion gelesen, für mich völlig unverständlich, da werden in Deuschland die Stadien zur WM zu Dutzenden neu- oder erneuert aufgebaut, alles fertig, [...] mehr...

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