Las Vegas - Die Kampfstatistik besagt, dass Johnson insgesamt 409 Wirkungstreffer des Mexikaners einstecken musste, sein Gegner lediglich 148. Selbst für einen Kampf im Leichtgewicht (bis 60 Kilogramm) ist die Menge der Punches von Chavez überdurchschnittlich.
Dies legt die Vermutung nahe, dass der Amerikaner an diesem Abend nicht in bester körperlicher Verfassung in den Ring gestiegen ist. Schließlich lagen nur drei Monate zwischen seinem erfolgreichen WM-Kampf am 17. Juni gegen den Italiener Stefano Zoff (Technischer K.o. in der siebten Runde) und der Titelverteidigung gegen Chavez.
Johnson starb gestern an den Folgen seiner Verletzungen aus dem verlorenen WM-Kampf gegen Chavez. Die Nieren des 35-Jährigen hatten versagt, das Herz arbeitete nicht mehr eigenständig. Deshalb entschieden sich die Familienangehörigen, die lebenserhaltenden Geräte abschalten zu lassen. "Wir hatten keine Möglichkeiten mehr, seinen Zustand zu verbessern", sagte der behandelnde Arzt William Smith. "Er ist friedlich gestorben", betonte der Mediziner.
Johnson hatte sich vor fünf Tagen in dem Duell um den IBF-Titel im Leichtgewicht schwere Kopfverletzungen zugezogen und musste notoperiert werden. Johnson hatte nach dem Kampf in der Kabine das Bewusstsein verloren und war ins Krankenhaus gebracht worden. Dort lag er im künstlichen Koma.
"Er hatte eine wirkliche schlimme Verletzung erlitten", sagte Smith, "in manchen Fällen fängt der Schädel einiges vom Schlag ab. Aber im Fall dieses jungen Mannes war das Gehirn direkt betroffen und schwer geschädigt worden."
Lou DiBella, Johnsons Promoter, sagte, dass dessen Verwandte anwesend waren, als er starb. Johnson hinterlässt vier Kinder und wurde von seinem Vater Bill trainiert. Sein Bruder war sein Manager. "Er war ein wundervoller Mensch", sagte DiBella. "Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so stolz und dankbar war, als er sich seinen Boxertraum erfüllt hatte. Er ist als echter Champion gestorben."
Johnson war 16 Jahre Profiboxer, aber erst im Juni dieses Jahres gewann er den WM-Titel in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm. Diesen sollte der dann Chavez verteidigen. In der elften Runde dieses Fights, nach einer Reihe von Schlägen des Mexikaners, musste Johnson den Kampf abbrechen. Schon auf dem Weg in die Umkleidekabine machten sich die Folgen der schweren Verletzung bemerkbar.
Chavez besuchte Johnson am Tag nach dem Kampf im Krankenhaus. "Ihn trifft aber keine Schuld", versicherte Johnsons Vater.
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