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14.09.2006
 

Hausdurchsuchungen

Doping-Ermittler sichern Ullrichs DNA

Es war eine konzertierte Aktion: Mehr als 50 Beamte haben die Wohnräume von Jan Ullrich und ihm nahe stehenden Personen durchsucht. Laut einem Zeitungsbericht sicherten sie dabei auch genetisches Material des unter Dopingverdacht stehenden Radprofis.

Madrid, München - Bei der Durchsuchung von Ullrichs Haus in der Schweiz haben die Ermittler nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" auch DNA-Spuren des unter Doping-Verdacht stehenden deutschen Radprofis genommen. In den nächsten Wochen sollen die Spuren mit Merkmalen jener Blutbeutel verglichen werden, die die spanischen Behörden Ullrich zuordnen. Sie waren im Mai in einem Appartement des angeblichen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes gefunden worden. Ullrich hat sich bislang geweigert, einen DNA-Test zu machen.

Radprofi Ullrich: DNA-Spuren genommen?
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AFP

Radprofi Ullrich: DNA-Spuren genommen?

Wie die "SZ" weiter berichtet, ist unklar, ob ein eventueller Vergleichstest in Deutschland oder Spanien gemacht wird. Der zuständige spanische Richter hatte sich nach Aussagen einer spanischen Justizsprecherin "prinzipiell" bereit erklärt, der Bonner Staatsanwaltschaft eine Blutprobe Ullrichs auszuhändigen. Der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel sagte der Zeitung, seine Behörde habe die Spanier gebeten, das Blut zu analysieren: "Aber wenn wir es tatsächlich bekommen sollten, wäre das noch besser."

Das sichergestellte und Ullrich zugeschriebene Blutplasma befindet sich derzeit in einem Labor in Barcelona. Die Ergebnisse der Analysen sind nach Auskunft des Laborleiters Jordi Segura nicht vor Ende dieses Monats zu erwarten.

Besuch in Geraardsbergen

Die deutschen Ermittler, die gegen Ullrich wegen Verdachts des Betruges ermitteln, sollen von dessen früherem Arbeitgeber T-Mobile umfangreiche Unterlagen erhalten haben. Aus den Papieren gehe hervor, dass der Ende 2003 mit dem Radprofi geschlossene Vertrag schon bei einem bloßen Dopingverdacht aufgelöst werden konnte. In den T-Mobile- Unterlagen werde Ullrich, so die "SZ", als "labiles Genie" bezeichnet.

Im Zuge der Ermittlungen in der Doping-Affäre wurden gestern neben den Wohnräumen von Ullrich, dessen Berater Rudy Pevenage und Manager Wolfgang Strohband auch die Privat- und Geschäftsräume des ehemaligen T-Mobile-Managers Walter Godefroot durchsucht. "Die haben nur ihre Arbeit getan", sagte Godefroot, der jetzt als Sportchef des neuen Profi-Rennstalls Astana vorsteht.

Die Ergebnisse der Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft Bonn, die gegen Ullrich und weitere Personen aus seinem Umkreis wegen Betrugs ermittelt, frühestens "in einigen Wochen" bekannt geben, wie Staatsanwalt Fred Apostel heute betonte. Laut "Bild" hatten 15 Beamte Ullrichs Anwesen am Bodensee durchsucht. Bei Pevenage im belgischen Geraardsbergen waren demnach acht Beamte. "Ja, sie waren da und blieben zwei Stunden", bestätigte Pevenage der dpa.

Nach den Akten der spanischen Guardia Civil soll der Belgier Doping-Präparate für Ullrich von dem Madrider Gynäkologen Eufemiano Fuentes besorgt haben. "Wir haben Material sowohl in Papierform als auch Daten zusammengetragen und beginnen mit der Auswertung", sagte Apostel der dpa.

"Ein bisschen Schiss hat man immer"

Pevenage bestreitet jegliche Verwicklung. "Ich weiß, nicht, wie es jetzt weiter geht. Ich warte ab. Vom belgischen Verband oder vom Weltverband habe ich noch nichts gehört. Aber das Leben geht weiter", so Pevenage, der in ständigem telefonischen Kontakt zu Ullrich steht. Er könne nicht erklären, was die Polizei bei ihm oder Ullrich an belastendem Material gefunden haben könnte, aber "ein bisschen Schiss hat man immer". Seit 1996 ist Pevenage Berater von Ullrich.

Ullrichs Manager Strohband ist sich sicher, dass bei ihm kein belastendes Material gefunden wurde. "Meine Anwälte haben Einspruch eingelegt", sagte Strohband: "Da war nichts, was mit den haltlosen Anschuldigungen etwas zu tun haben könnte." Insgesamt habe die Hausdurchsuchung acht Stunden gedauert.

Die Ermittlungen der Beamten stehen im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen Betrugs-Verdacht zum Nachteil des Rennstalls T-Mobile, das die Staatsanwaltschaft Bonn eingeleitet hat. Die Ex-Leichtathletin Britta Bannenberg, heute Professorin für Strafrecht und Kriminologie in Bielefeld, hatte Ullrich und Pevenage angezeigt. T-Mobile hatte Ullrich wegen dessen angeblichen Verwicklungen in den Doping-Skandal noch während der Tour de France fristlos entlassen.

goe/pav/dpa

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Die neuesten Beiträge:
19.10.2006 von arborea: Flucht

Habe gerade gelesen, dass Ullrich aus dem Schweizer Radsportverband, mit dessen Lizenz er fuhr, ausgetreten ist.Zur Zeit ist er also ohne Profilizenz. Offensichtlich hat ihm das drohende Verfahren vor der Schweizer [...] mehr...

06.10.2006 von sitiwati: aus Rad, aufs Rad

aber nicht vergessen, Sonntag 7.00 Uhr Formel1, einfach den Kaffee und die geschmierten Broetchen mit vor die Kiste nehmen! mehr...

04.10.2006 von Pinarello:

Wobei dann wohl wieder bewiesen ist, daß Sport in Deutschland, außer Fußball, lediglich ein Nischendasein führt, aber auch bei Fußball sind die Bundesbürger fast ausnahmslos in der passiven Zuschauerrolle. Wenn Schuhmacher [...] mehr...

04.10.2006 von sitiwati: Ullrich und das Spiegel Sport Forum

koennen sich die Haende geben, beide am Ende, nix mehr los,alles alte Kamellen! mehr...

28.09.2006 von gehlhajo:

Genau , deshalb schrieb ich von dem zu *erwartenden*Gewinn :=) Für die sogenannten "Wasserträger" ist die Situation meist viel verfahrener. Sie sind in der Regel nicht so bekannt, als das sie mit großem [...] mehr...

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