Hamburg - "Es gibt zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für einen Anfangsverdacht", sagte Rüdiger Bagger, Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, der ARD. Bagger bestätigte, dass ein Verfahren eingeleitet wurde. Gegen den mit Dopingvorwürfen konfrontierten Ullrich läuft bereits ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bonn wegen Betrugsverdachts durch Doping.
Auslöser des neuen Ermittlungsverfahrens ist der Dopingaufklärer Werner Franke, der bei der Hamburger Staatsanwaltschaft Anfang September Strafanzeige gegen Ullrich gestellt hatte. Franke zweifelt Ullrichs Erklärung an, er habe nicht 35.000 Euro für Dopingmittel an den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes bezahlt. Diese Versicherung an Eides Statt hatte Ullrich als Bestandteil einer Einstweiligen Verfügung gegen Franke abgegeben.
Dem Molekularbiologen war mit der Einstweiligen Verfügung per Gerichtsbeschluss die Behauptung untersagt worden, Ullrich habe 35.000 Euro an Fuentes bezahlt. Franke erklärte, er habe diese Behauptung nie aufgestellt, sondern nur Medienberichte und Quellen spanischer Ermittler zitiert. Ob es zu Zahlungen von Ullrich an das mutmaßliche spanische Dopingnetzwerk kam, wird aufgrund des jetzt eingeleiteten Verfahrens Gegenstand von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg sein.
pav/sid
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