Hamburg - Ein Sprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft begründete die Einschaltung des BKA mit der Notwendigkeit, die Erkenntnisse der Ermittler bundesweit zu bündeln. Die Ärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich von der Uniklinik in Freiburg hatten zugegeben, in ein Doping-System verstrickt gewesen zu sein. Beide hatten Fahrer der Radteams von Telekom und T-Mobile betreut.
Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) kündigte heute bei den Kabinettsberatungen über Rechtsverschärfungen im Anti-Doping-Kampf erneut eine Kronzeugenregelung für geständige Dopingsünder und die Einsetzung einer Task Force an. Diese Eingreiftruppe solle untersuchen, ob Steuergelder zur Förderung von Sportverbänden in der Vergangenheit missbräuchlich verwendet wurden. "Doping zerstört die Werte des Sports. Seine Glaubwürdigkeit, Vorbildfunktion und die öffentliche Akzeptanz insgesamt stehen auf dem Prüfstand", sagte Schäuble.
Die Regierung will zudem den Vorschlag des Bundesrates prüfen, die Einfuhr von Arzneimitteln zu Dopingzwecken zu verbieten. Der Grünen-Abgeordnete Winfried Hermann kritisierte, dass mit dem geplanten Anti-Doping-Gesetz die Einnahme und der Besitz von Dopingmitteln nicht strafbar seien. Zudem müsse ein neuer Straftatbestand des Sportbetrugs geschaffen werden.
Der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert (SPD), hält die beschlossenen Maßnahmen indes für ausreichend: "Wir haben eine sehr gute Grundlage für den staatlichen Kampf gegen Doping." Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, sagte: "Jetzt ist der Weg frei für eine rasche Verabschiedung des Gesetzes zur Bekämpfung des Dopings im Sport". Die gesetzlichen Regelungen sollen noch vor der Sommerpause im Bundestag verabschiedet werden.
Der von der Großen Koalition getragene Gesetzentwurf kommt am 14. oder 15. Juni in den Bundestag und anschließend in den Bundesrat. Er sieht auch die Besitzstrafbarkeit von "nicht geringen Mengen" verbotener Substanzen vor. Athleten, die lediglich des Dopings überführt wurden, unterliegen jedoch weiter ausschließlich der Sportgerichtsbarkeit.
Der systematische Handel mit Dopingsubstanzen soll mit Haftstrafen bis zu zehn Jahren geahndet werden. Dieses mögliche Strafmaß erlaubt erweiterte Ermittlungsmöglichkeiten wie Telefon-Abhörmaßnahmen. Laut Vesper muss das neue Gesetz auch durch neu einzurichtende Schwerpunktstaatsanwaltschaften umgesetzt werden, die über das notwendige Fachwissen und Personal verfügen sollen.
all/sid/dpa/reuters
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Die Frage ist nur, ob sich die "Aufrechten" durchsetzen können (wollen)? Nach dem gestrigen Bericht habe ich daran enorme Zweifel! Man muß ja davon ausgehen, dass da nicht nur ein paar Verbandsfunktionäre [...] mehr...
Eine tolle Doku. Wie spannend das Thema doch wird, wenn Insider einmal richtig auspacken! Besonders Conte fand ich sensationell. Lewis bei den Trails gedopt, Kelly White mit bis zu sieben Substanzen aufgeputscht, Marion Jones [...] mehr...
Der Dopingsumpf reicht, lt. gestriger Doku im ARD um 22:45 Uhr, bis in die NOKs und in das IOC und die obersten Funktionäre der diversen Sportverbände. Bis gestern war mir z. B. nicht bewußt, dass US-amerikanische Athleten so gut [...] mehr...
Habe grad mal nachgezählt im Bereich Sport. 8 Foren mit dem wohl gleichen Thema Doping. o.k. bei einem geht es um Ulle, beim anderen um Sinkewitz, beim dritten um Olympia 2008 - aber inhaltlich werden sie sich wohl kaum [...] mehr...
Der 7573 Strang zum immergleichen Thema, mit den immergleichen Antworten, kann man die Stränge nicht zusammen ziehen, oder diesen als Dopingstrang beibelassen und die anderen schliessen. Oder geht es in Boulevard-Journalismus [...] mehr...
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