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01.06.2007
 

Bei Dopingverstößen

ZDF plant Ausstiegsklausel für Tour de France

Der Druck auf die Veranstalter der Tour de France wächst: Das ZDF will sich den sofortigen Ausstieg aus der Berichterstattung vorbehalten, sollte die Tourleitung nicht für ausreichende Kontrollen sorgen. Ein Sponsor des Riis-Teams CSC zog bereits heute Konsequenzen.

Kiel - Das ZDF will das Radrennen nur übertragen, wenn die Organisatoren sichere Kontrollen nachweisen, sagte Intendant Markus Schächter. Das ZDF plane eine Klausel, die Übertragung bei Bekanntwerden neuer Fälle abzubrechen. Eine knappe Mehrheit des für Grundsatzfragen zuständigen ZDF-Fernsehrats votierte gar gegen die Übertragung der Frankreich-Rundfahrt.

Fernsehratsvorsitzende Polenz, ZDF-Intendant Schächter. "deutliches Signal"
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DPA

Fernsehratsvorsitzende Polenz, ZDF-Intendant Schächter. "deutliches Signal"

20 Mitglieder sprachen sich gegen die Übertragung aus, 19 votierten demgegenüber für den Forderungskatalog, der an die Veranstalter gerichtet wird, sagte Ratsvorsitzender Ruprecht Polenz. Ein Mitglied wollte die Übertragung nicht an Bedingungen knüpfen.

Polenz und Schächter werteten das Votum als "deutliches Signal", Veranstalter mit schriftlich fixierten Vorgaben zu schärferen Kontrollen zu bewegen. In der ZDF-Struktur ist der Fernsehrat nicht für Programmfragen verantwortlich, insofern ist die Abstimmung lediglich als Empfehlung zu verstehen gewesen, gibt aber gleichzeitig ein Stimmungsbild ab.

"Dass der Spitzensport nicht ohne die Einnahmen von Übertragungen auskommen kann, ist klar", sagte Polenz. "Deshalb sollte man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten." Der Sender sei sich aber seiner Verantwortung bewusst. "Geld ist eine der Triebfedern für Doping." Es gehe darum, "alles Menschenmögliche" zu tun, Vorfälle zu verhindern.

Künftig werde das ZDF bei allen Sportverträgen Dopingklauseln einbauen, kündigte der Intendant ein. Zudem sei ein Redaktionsteam zur investigativen Aufklärung der Dopingpraxis in den Jahren 2002 bis 2006 gebildet worden, das bereits in der nächsten Woche eine entsprechende Dokumentation senden wolle.

MAN steigt bei CSC aus

Die MAN-Aktiengesellschaft hat bereits auf die jüngsten Dopinggeständnisse im Profiradsport und den Sponsorvertrag mit dem dänischen Rennteam CSC beendet. Der LKW-Hersteller hatte den Radsport mit der Überzeugung unterstützt, dass dies eine effektive Marketing-Maßnahme ist. Angesichts der aktuellen Entwicklung sei man zu der Auffassung gekommen, das Radsport-Sponsoring nicht weiter zu verfolgen, teilte der MAN-Konzern heute mit.

Bereits nach dem Dopingskandal im vergangenen Sommer hatte MAN mit CSC über eine Vertragsauflösung verhandelt. Das vom Team initiierte Anti-Dopingprogramm bewog das Unternehmen jedoch, das Sponsoring fortzuführen. Wegen der jetzt erfolgten Aufdeckung der illegalen Nutzung von verbotenen Substanzen in den 90er Jahren sei man erneut enttäuscht. MAN betrachte den Profiradsport nicht länger als geeignete Marketing-Plattform, hieß es

mig/dpa/ap

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