Hamburg - Der deutsch-italienische Milram-Rennstall hat seinen unter Doping-Verdacht geratenen Sprintstar Alessandro Petacchi suspendiert. Das berichtet die Sport-Tageszeitung "Gazetta dello Sport". Die Suspendierung erfolgt demnach "zum Schutze des Athleten", der beim Giro d'Italia positiv auf das Asthma-Mittel Salbutamol getestet worden war. Petacchi kann allerdings eine Ausnahmegenehmigung vorweisen.
Der 33-Jährige soll bei der Tour de France, die am 7. Juli beginnt, eine Doppelspitze mit Erik Zabel bilden. Petacchi muss nun Anfang nächster Woche vor der Disziplinarkommission des italienischen Verbandes erscheinen. Die Ausnahmegenehmigung gilt nur bis zum Grenzwert von 1000 Nanogramm. Der nach seinem Etappensieg am 23. Mai vorgenommene Test soll aber 1320 Nanogramm ergeben haben. Alle anderen vier Kontrollen beim Giro hatten die erlaubte Marke nicht überschritten.
"Die Mannschaft hält sich an den Ehrenkodex der ProTour-Teams. Demnach sind wir verpflichtet, Petacchi bis zur Klärung des Falls zu suspendieren", sagte Milram-Manager Gerry van Gerwen.
Der überhöhte Wert vom 23. Mai war durch eine Zusatzkontrolle im IOC-Labor Barcelona bestätigt worden, die der Weltverband UCI angeordnet hatte. Gestern hatte der Rennstall Astana den deutschen Radprofi Matthias Kessler ebenfalls aufgrund eines Dopingverdachts suspendiert.
Startverbot für Jaksche
Jörg Jaksche wird von den deutschen Straßenmeisterschaften am Sonntag in Wiesbaden ausgeschlossen. Das Präsidium des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) gab heute bekannt: "Allen mit Doping in Verbindung gebrachten Sportlern, darunter Jörg Jaksche, wird der Start untersagt." Zuvor hatte der BDR bereits Jaksches Profi-Kollegen Kessler von der Teilnehmerliste gestrichen. Der 30-Jährige Jaksche gilt als einer der am stärksten belasteten Profis in der spanischen "Operación Puerto". In den Listen des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes ist er unter dem Codenamen "Bella Jorg" mehrmals aufgeführt, unter anderem als Konsument des Blutdoping-Programms.
Gegen den Wahl-Österreicher ermittelt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft seiner Heimatstadt Ansbach. Er bestreitet jedoch weiter jeden Betrug. Jaksche fährt für das zweitklassige russisch-italienische Tinkoff-Team. Der Rennstall hatte ihn Anfang April verpflichtet, kurz vor dem diesjährigen Giro suspendiert, danach aber wieder fahren lassen.
Belastendes Material gegen Di Luca
Abgehörte Telefongesräche und Videoaufnahmen erhärten den Doping-Verdacht gegen Giro-Sieger Danilo Di Luca. Die Polizei von Florenz hat dem römischen Staatsanwalt Paolo Ferraro ein entsprechendes 572-seitiges Dossier übergeben. Darin geht es besonders um die Beziehung Di Lucas zum skandalumwitterten Sportmediziner Carlo Santuccione. Dieser gilt als Vertrauter des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes.
Der Liquigas-Kapitän wird neben den Gesprächen auch durch ein Video vom März 2004 belastet, das Santuccione bei der Vorbereitung einer Spritze für Di Luca und einen anderen Radprofi im Wartezimmer des Arztes zeigen soll. Der frühere T-Mobile-Profi Eddy Mazzoleni, heute in Diensten von Astana, muss am Montag vor dem Olympischen Komitee Italiens (Coni) über sein Verhältnis zu Santuccione aussagen. Mazzoleni wird voraussichtlich nicht an der Tour de France teilnehmen dürfen.
fs/fpf/wit/sid
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