Von Frieder Pfeiffer
"Wir wollen uns auf ehrliche Weise um die Spiele bewerben, wir wollen sie nicht kaufen", sagte Felix Gottwald, Olympiasieger in der Kombination 2006 und Sonderbotschafter der Salzburger Kampagne im März dieses Jahres. Zu diesem Zeitpunkt standen die Chancen, die dritten Olympischen Winterspiele (nach Innsbruck 1964 und 1976) in Österreich austragen zu dürfen, noch weit besser als kurz vor der entscheidenden Abstimmung morgen in Guatemala-Stadt.
Zwischen Gottwalds Auftritt vor dem IOC-Exekutivkomitee in Peking und der IOC-Vollversammlung liegt der Bericht Evaluierungskommission, in dem Salzburg weniger gut abschnitt, und ein wochenlanger Streit des Nationalen Olympischen Komitees Österreichs (ÖOC) mit dem IOC um die Personalie Peter Schröcksnadel.

Blick auf die Burg Salzburg: Vorteil Tradition und Ruf
Auch die Zustimmung in der Bevölkerung spricht nicht für Salzburg. Nach Querelen um die möglichen Kosten der Bewerbung stehen nur 42 Prozent der Salzburger die Kampagne positiv gegenüber. Zudem bemängelt die Evaluierungskommission in ihrem Bericht, dass das Organisationsbudget von 965 Millionen Dollar viel zu niedrig angesetzt sei. Pyeongchang (1,26 Milliarden) und Sotschi (1,5 Milliarden) haben hier ungleich mehr veranschlagt.
Die Vorteile Salzburgs liegen in der großen Tradition als Wintersportort. Die Stadt besitzt eine fast vollständig vorhandene Infrastruktur. Acht der elf Wettkampfstätten gibt es schon, darunter auch die Bob- und Rodelbahn im bayerischen Schönau am Königssee. Salzburg ist darüber hinaus der prominenteste der drei Bewerber. "Wir werfen einen den guten Ruf und den hohen Bekanntheitsgrad Salzburgs in die Runde", sagt Bürgermeister Heinz Schaden.
Nicht unwichtig zu erwähnen ist sicherlich die Ankündigung der US-amerikanischen Fernsehsender, bis zu 150 Millionen Dollar mehr für die TV-Rechte der Winterspiele 2014 zahlen zu wollen, sollten die Spiele an das telegenere Salzburg vergeben werden. Zusatzeinnahmen, die dem IOC zugute kommen. Sicher kein Nachteil für Salzburg.
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