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13.07.2007
 

Achilles' Ferse

Ausgebremst von einer Zecke

Wer eine unangenehme Begegnung mit einer Zecke hat, sollte besser auf anstrengende Tempoläufe verzichten. Natürlich muss man deshalb nicht gleich zum Walker mutieren. Außerdem weiß das Achilles-Team Rat in Sachen unansehnliche Schenkel und merkwürdige Pulswerte.

Hallo Dr. Dimeo,
bei einem meiner letzten Waldläufe hat mich eine Zecke gebissen. Laut Arzt hatte das Biest wohl die Borreliose (Ergebnis einer Blutuntersuchung). Nun muss ich drei Wochen lang ein Antibiotikum schlucken. Meine Frau meint, solange darf ich keinen Sport treiben. Ich merke schon, dass ich geschwächt bin - aber darf ich wirklich keinen Sport treiben? Ich bin ja nicht krank. Die Bakterien haben noch nicht angefangen, Ärger zu machen. Aus lauter Verzweiflung walke ich schon (Sorry, Achim!).
Gruß, Gerd

Zecke am Werk: Nach Biss zum Arzt statt auf die Laufstrecke
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DPA

Zecke am Werk: Nach Biss zum Arzt statt auf die Laufstrecke

Lieber Gerd,
an Ihrer Stellte würde ich den Infekt ernstnehmen. Sie sind krank. Die Tatsache, dass Sie sich derzeit müde fühlen, weist schon eindeutig auf einen Infekt hin. Die Borrelien können verschiedene Organe angreifen, darunter das Herz, und damit ist selbstverständlich nicht zu spaßen. Nehmen Sie deswegen brav Ihre Medikamente weiter, bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Arzt und fangen Sie mit dem Training erst dann wieder an, wenn er dem zugestimmt hat. Ich wünsche Ihnen gute Besserung!
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Gerd,
in deinem Fall ist Walken völlig okay. Vielleicht bewegst du dich einfach in Gegenden, wo dich keiner kennt und lässt die Stöcke weg. Erfahrungsgemäß ist Ungeduld eine schlechte Medizin. Verschleppte oder nicht auskurierte Infekte setzen dir mehr zu als ein paar Tage Ruhe.
Halte durch, Achim

Hallo Beratungsteam,
ich (60) bin den Marathon in Mainz gelaufen (3:46 Stunden). Es war der fünfte seit 2005. Meine Familie hat Bilder von mir gemacht. Als ich mir diese angeguckt habe, war ich sehr erschrocken, als ich meinen rechten Oberschenkel gesehen habe. Ich fand, dass der ziemlich verschrumpelt aussah. Ist das normal?
Liebe Grüße (auch an das ganze Team), Bernd

Lieber Bernd,
Normal ist bei Läufern gar nichts. Wenn du dir in den gängigen Foren mal anschaust, wie so manches Bein aussieht, dann findest du deines plötzlich wieder ganz normal. Solange du keine Beschwerden hast, ist alles in Ordnung. Immerhin wird klar, welche Belastung ein Marathon für Muskeln, Sehnen und Knochen darstellt. Gerade bei Menschen, die in relativ kurzer Zeit viel Gewicht verloren haben, schlägt die Haut bisweilen Wellen. Das ist nicht hübsch, aber auch nicht schlimm.
Besten Gruß, Achim

Hallo Herr Achilles,
ich laufe seit über 30 Jahren, die letzten sechs jeweils einen Marathon im April/Mai und gelegentlich halbe Marathons. Bin Datenfreak und sortiere alles in Excel-Schubladen, male Diagramme auf der Suche nach dem unentdeckten Kriterium für den optimalen Lauf. Nach landläufiger Weisheit ist man dann gut trainiert, wenn man mit niedriger Pulszahl ein hohes Tempo erreicht. Ich trage also meine Läufe mit Puls (Mittelwert) über Tempo ein. Ist die Streubreite dieser Werte ein Maß für Trainiertheit? Es stört mein Weltbild, dass ich mich bei einem Puls von 132 einmal mit 6:10 Minuten pro Kilometer dahinquäle und ein andermal leicht 5:10 Minuten unterschreite. Auch wenn unterschiedliche Bedingungen für die Einzelläufe vorliegen (Strecke, Sommer, Winter oder nach Pause) hätte ich eine geringere Streubreite erwartet. Wie ist die Streubreite bei einem Sportler, der sich dauerhaft im Training befindet?
Gruß, Ernst aus Erlangen

Lieber Ernst,
der Puls ist in der Tat ein Maß des Trainingszustandes. Je geringer der Puls bei der gleichen Belastung, umso besser trainiert ist der Mensch. Wohl gemerkt: Es gibt enorme Unterschiede zwischen verschiedenen Menschen, so dass die Pulswerte verschiedener Läufer nicht verglichen werden können. Wie Sie richtig bemerken, hängt der Trainingspuls von zahlreichen Faktoren ab: Tagestemperatur, Streckenprofil, Ernährungszustand – dies alles hat einen deutlichen Einfluss auf die Werte und damit auf die Streubreite. Diese Streuung ist unabhängig vom Trainingszustand. Deswegen können Sie nur die Pulswerte bei identischen Bedingungen vergleichen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Hallo Ernst,
auch der Ermüdungszustand, der sich aus dem jeweils absolvierten Training ergibt, schlägt sich auf den Streuverlust nieder. Wenn du trainingsmethodisch schlecht trainiert bist, kann es eben vorkommen, dass du, obwohl du eigentlich 5:10 Minuten pro Kilometer locker laufen können müsstest, bei 6:10 Minuten mit schweren Beinen hängen bleibst. Dass du nicht in der Lage bist, den Puls aus den Walker-Regionen (132) herauszuholen, spricht für eine allgemeine Kraftlosigkeit. Subjektives Dahinschleppen mit 132 Puls ist kein Laufen, sondern klingt ein wenig abgewirtschaftet. Vielleicht machst du manchmal einfach zuviel. Achte mehr auf die nötigen Wechsel aus Be- und Entlastung, auf Qualität im Training. Und dabei in beiden Bereichen: Gutes Tempo (hoch) und sehr gute Erholungsläufe (langsam).
Viel Erfolg, Jens Karraß

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