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24.07.2007
 

Tour de France

Blutdoping bei Winokurow - Astana steigt aus

Neuer Skandal bei der Tour de France: Alexander Winokurow ist bei einer Dopingkontrolle positiv getestet worden. Dem Fahrer wurde eine Fremdbluttransfusion nachgewiesen. Das Astana-Team zieht sich ab sofort von der Tour zurück - das Aus auch für Andreas Klöden.

Hamburg - Winokurow ist bei einer Dopingprobe während der laufenden Tour de France am 21. Juli eine Fremdbluttransfusion nachgewiesen worden. Das bestätigte sein Astana-Team am Abend. Zudem erklärte die Mannschaft mit sofortiger Wirkung den Rückzug von der 94. Frankreichrundfahrt. Damit ist die Tour auch für den Deutschen Andreas Klöden beendet.

Die auffälligen Werte Winokurows wurden nach dessen Sieg im Einzelzeitfahren in Albi festgestellt. Dort hatte der Kasache die Konkurrenz nach Belieben beherrscht und mit 1:14 Minuten Vorsprung auf den Australier Cadel Evans gesiegt. "Ich wollte es mir und allen zeigen, dass ich noch nicht geschlagen bin. Ich habe alles aus mir rausgeholt", hatte Winokurow im Ziel gesagt.

Auf der ersten Pyrenäen-Etappe am Sonntag erlitt er einen totalen Einbruch und verlor dabei 28:50 Minuten auf den dänischen Spitzenreiter Michael Rasmussen. Gestern feierte er dann in Loudenvielle-Le Louron seinen zweiten Etappensieg. Bei einem Sturz während der 5. Etappe hatte sich Winokurow eine Knieverletzung zugezogen und musste an beiden Knien genäht werden.

Winokurow fuhr von 2000 bis 2005 für das T-Mobile-Team und war nach einem halben Jahr bei Liberty Seguros zu Astana gewechselt. Um beide Rennställe gibt es seit längerem Dopinggerüchte. Der geständige Dopingsünder Jörg Jaksche hatte unlängst in einem SPIEGEL-Interview über systematisches Blutdoping beim Astana-Vorgängerteam Liberty Seguros berichtet.Laut Jaksche hatte der Rennstall und dessen Chef Manolo Saiz über viele Jahre mit dem umstrittenen Mediziner Eufemiano Fuentes zusammengearbeitet.

Am 13. Juli hatte Astana, das unter anderem vom kasachischen Staat finanziert wird, den früheren T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler wegen Testosteron-Dopings entlassen. Kessler droht eine zweijährige Sperre. Der 28-Jährige war bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle vor dem Klassiker " Fleche Wallonne" Ende April mit einem extrem überhöhten Testosteron-Wert aufgefallen.

Zudem laufen Ermittlungen gegen den Italiener Eddy Mazzoleni. Bei drei Dopingfällen innerhalb eines Jahres wird eine Radsport-Mannschaft laut Reglement des Weltverbandes UCI für vier Wochen gesperrt.

Winokurow ist der erste Fahrer, der bei der laufenden Tour überführt wurde. Am vergangenen Mittwoch war eine positive Dopingkontrolle (Testosteron) beim verletzt ausgefallenen T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz vom 8. Juni bekanntgeworden.

Durch Blutdoping wird die Erythrozytenzahl im Blut erhöht, so dass eine Verbesserung der Sauerstofftransportkapazität erreicht werden kann. Gesundheitliche Risiken bestehen vor allem bei einer Fremdbluttransfusion - wie im Falle Winokurows. Die Folgen können von allergischen Reaktionen bis hin zu Nierenschädigungen oder auch anderem Infektionen, etwa mit Hepatitis-Erregern reichen.

Blutdoping lässt sich erst seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen nachweisen. Damals war Olympiasieger Tyler Hamilton aus den USA als erster Radprofi überführt worden.

pav/sid

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Die neuesten Beiträge:
03.08.2007 von Shiraz:

Ist doch klar: Schon weil sich unter den Amateuren dann Fahrer mit Doping einen Vorteil verschaffen würden. Das Problem bleibt doch genau das gleiche wie jetzt - wie halte ich ein Feld von Sportlern sauber? mehr...

02.08.2007 von kdwlap: Die Tour - eine Farce?

Warum nicht eine getrennte Tour fahren a la Profi - Amateur nun alle gedopt --- nicht gedopt Auf diese Weise kann man ja "SPREU VOM WEIZEN" trennen und gleichzeitig eine LANGZEITSTUDIE erstellen und die [...] mehr...

02.08.2007 von zulu7: fremdblutdoping

ich schätze mal, daß fremdblutdoping auch ein paar vorteile hat, für die man die gefahren eben in den hintergrund stellt. beim eigenblutdoping muß man sich vorher blut abzapfen lassen. das hat meiner ansicht nach zwei große [...] mehr...

31.07.2007 von who: Malheur

Er hat die großen drei Erdbeer-Pfirsich-Orange-Bällchen aber nur angekostet in der Tüte, allerdings in dieser Reihenfolge... mehr...

31.07.2007 von Umberto:

Sollte man nie tun, ist sehr unhygienisch ... mehr...

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