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31.07.2007
 

Doping-Bekenntnis

Sinkewitz vor Riesen-Strafzahlung

Patrik Sinkewitz' Doping-Geständnis hat teure Folgen: Nach dem Rauswurf bei T-Mobile kündigt sein Sponsor Schadensersatzforderungen an, er muss geschätzt 500.000 Euro zurückzahlen und wird wohl gesperrt. Der 26-Jährige plant trotzdem schon, auf den Sattel zurückkehren.

Hamburg - Der Gebrauch eines Testosteron-Gels dürfte für Patrik Sinkewitz eine teure Angelegenheit werden. Der Entlassung durch Arbeitgeber T-Mobile folgte heute prompt die Kündigung durch Sponsor Förstina. Mögliche Schadenersatzforderungen würden juristisch überprüft, teilte der Mineralwasser-Produzent mit. Sinkewitz steht außerdem vor einer mehrjährigen Sperre und - laut Reglement des Weltverbandes UCI - der Rückzahlung seines kompletten Jahresgehalts, das auf 500.000 Euro geschätzt wird.

Radprofi Sinkewitz: Finanzielle Einbußen vor Augen
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DPA

Radprofi Sinkewitz: Finanzielle Einbußen vor Augen

Sinkewitz hatte zuvor seine Doping-Sünde eingestanden. "Ich will für mein Fehlverhalten einstehen und die sich für mich daraus ergebenden Folgen tragen. Ich will nicht taktieren, sondern zur Wahrheit zurückfinden", sagte der Radprofi. Er hatte auf die Öffnung der B-Probe verzichtet und damit den Befund aus der A-Probe anerkannt, wonach er mit Testosteron gedopt hat.

Sinkewitz ließ über seinen Anwalt Michael Lehner mitteilen, dass er sich Testogel besorgt habe. Das Mittel werde zum Ausgleich von Testosterondefiziten angeboten und solle gerade bei harten Trainingseinheiten einer besseren Erholung dienen. "Ohne nachzudenken bzw. schlichtweg in großer Dummheit hatte ich mir im Trainingslager in Frankreich am Abend vor der Dopingkontrolle heimlich Testogel auf den Oberarm aufgetragen. Dies tat ich instinktiv und ohne an die möglichen Folgen zu denken", teilte Sinkewitz mit.

Und weiter: "Es war ein großer Fehler und dem Team, meinen Kollegen, dem Sponsor und dem gesamten Radsport gegenüber verantwortungslos, das Testogel anzuwenden. Ich hätte meine Leistung auch ohne schaffen können und ich habe das gemacht, was das T-Mobile Team mit seinem erheblichen Engagement gerade und als Vorbild für andere verhindern wollte. Ich bedauere dies zutiefst."

Sein Eingeständnis solle ein "erster Schritt zur Wiedergutmachung sein". Er werde dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und der dort initiierten Unabhängigen Kommission als Zeuge zur Verfügung stehen. "Ich bin bereit, nach meiner Sperre in einem neuen Radsport wirklich mitzumachen. Dieser Herausforderung stelle ich mich."

In einer ersten Reaktion auf die positive A-Probe hatte Sinkewitz noch erklärt: "Ich? Wieso ich? Davon weiß ich nichts. Das kann nicht sein." Sinkewitz war vor der Tour de France bei einer Trainingskontrolle in den Pyrenäen am 8. Juni positiv auf Testosteron getestet worden. "Die Tatsache, dass Herr Sinkewitz auf die Öffnung der B-Probe verzichtet, bedeutet, dass er die A-Probe anerkennt. Somit haben wir einen Dopingfall", sagte Christian Frommert, Leiter der Kommunikationsabteilung von T-Mobile.

Das T-Mobile-Team zog mit der Entlassung von Sinkewitz die erwartete Schlussfolgerung - setzt aber darauf, dass der Doping-Betrüger bei der Aufklärung hilft. Der Rennstall begrüßte den Verzicht des Radprofis auf eine Gegenanalyse: "Es ist gut, dass die Öffentlichkeit und die Fans nicht mit albernen Verteidigungsstrategien enttäuscht und genervt werden", sagte Frommert. "Im Sinne des Aufbruchs und der Entwicklung neuer Strukturen im Radsport setzt sich hoffentlich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass Leugnerei albern und peinlich ist." Er habe schon in der vergangenen Woche mit Sinkewitz "Klartext geredet". T- Mobile-Sportdirektor Rolf Aldag forderte: "Patrik muss alles auf den Tisch legen, was dazu beiträgt, Licht ins Dunkel zu bringen."

Ob sich der Mobilfunkkonzern T-Mobile weiter im Radsport engagieren will, ließ Frommert offen. "Diese Frage wird derzeit diskutiert. Wir sind bisher einen harten Weg gegangen. Man muss schauen, wie weit man ihn noch gehen kann und unter welchen Voraussetzungen", teilte Frommert auf der T-Mobile-Internetseite mit. Eine Entscheidung kündigte er für die kommenden zwei Wochen an. Im Fall Sinkewitz setzt Sportdirektor Aldag, selbst geständiger Doping-Sünder, nun auf eine "vollständige und umfassende Aufklärung".

fpf/dpa

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Die neuesten Beiträge:
18.01.2008 von l.augenstein:

Mangels öffentlichen Interesses halt! mehr...

18.01.2008 von l.augenstein:

Ich glaube, dass das wirklich am mangelnden Breiteninteresse liegt. Der einzig bundesweit bekannte Profi, der in den letzten Jahren dabei mitmachte, war Zabel. Alle anderen sind nur Fachleuten und Radsportfans bekannt! mehr...

18.01.2008 von who:

Absauganlagen gab's im Berliner Sportpalast noch nicht, als Junkermann, Post, Steenbergen, Altig und Klaus Bugdahl dort die Runden durch den Nebel drehten, dabei der Walzer tönte und die Stimmung auf dem Heuboden wie im [...] mehr...

18.01.2008 von Umberto:

Die Frage, ob gedopt wird, stellt sich mir nicht. Mich erbost lediglich, dass das hier offenbar niemanden interessiert. mehr...

18.01.2008 von Umberto:

Hallo gehlhajo, nun, bei den Rennen fahren sie doch auch zwischen abgasauswerfenden Autos und Motorrädern rum. Würde mich doch sehr wundern, wenn die in den Hallen keine leistungsstarken Absauganlagen haben. Nicht wegen der [...] mehr...

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