Peking - Mit einem großen Feuerwerk und einer glitzernden Jubelfeier hat auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking der Countdown ein Jahr vor den Olympischen Spielen begonnen. "Die Welt blickt mit großen Erwartungen nach China und auf Peking", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, bei der Zeremonie. 10.000 Gäste und ausgewählte Zuschauer begrüßten exakt um 8 Uhr abends Ortszeit den Start für das kommende Jahr bis zur Eröffnungsfeier am 8.8.2008 - die Zahl "8" verheißt den Chinesen Glück und Reichtum.
Bei der Zeremonie wurden formell die Einladungen an die 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) einzeln übergeben. Es seien "so viele wie nie zuvor", sagte Rogge. Die Spiele seien eine "großartige Gelegenheit, China und sein Volk zu entdecken".
Trotz seines Lobes für die Vorbereitungen in Peking zeigten sich Rogge und andere Sportverantwortliche besorgt über die Luftverschmutzung in Peking, die eine Verschiebung von Wettbewerben notwendig machen könnte. "Ja, das ist eine Option", sagte Rogge dem US-Fernsehsender CNN - gerade in Ausdauersportarten "wie Radrennen, wo sechs Stunden lang gekämpft wird".
"China hat die Schraube noch einmal erheblich angezogen"
Die Countdown-Feiern fanden auf dem Tian'anmen statt, dem Platz des Himmlischen Friedens, der 1989 im Mittelpunkt der blutig niedergeschlagenen Proteste für mehr Demokratie stand - Anlass für Menschenrechtler zu neuer Kritik an China. Das Regime habe seine Verpflichtungen nicht erfüllt, die es 2001 bei der Vergabe der Spiele eingegangen habe.
China hatte während der Bewerbungsphase 2001 Verbesserungen bei den Menschenrechten und "völlige Freiheit der Berichterstattung" zugesagt. Das sei nicht der Fall, im Gegenteil, kritisiert Human Rights Watch: China habe "die Schraube noch einmal erheblich angezogen", sagte die Direktorin des Deutschlandbüros der Organisation, Marianne Heuwagen, im Deutschlandfunk.
"Solange die chinesischen Behörden nicht dringend Maßnahmen ergreifen, um Menschenrechtsverletzungen im kommenden Jahr zu stoppen, nehmen sie in Kauf, dass das Bild Chinas und die Bilanz der Olympischen Spiele in Peking getrübt werden", sagte Amnesty-International-Generalsekretärin Irene Kahn. Zu den Menschenrechtsverletzungen zählen politisch motivierte Verhaftungen ohne Gerichtsverfahren, erzwungenes Exil von Regimekritikern, religiöse Unterdrückung, Probleme im Rechtssystem, mangelnde Pressefreiheit, die unverminderte Anwendung der Todesstrafe, Folter und Missbrauch von Gefangenen.
"Darauf dringen, die Situation ganz konkret zu verbessern"
Für die Grünen im Bundestag forderte Volker Beck, Obmann im Menschenrechte-Ausschuss, die Staatengemeinschaft, das IOC und die Sportverbände "müssten jetzt einfach den Druck auf China erhöhen". Die Weltöffentlichkeit müsse die Führung spüren lassen, "dass die Zusicherung, die Menschenrechtssituation werde sich vor den Olympischen Spielen verbessern, bislang nicht eingehalten wurde - und dass wir hier darauf dringen, die Situation ganz konkret zu verbessern".
Nur wenige Stunden vor der Feier wurden zwei tibetische Unabhängigkeitsaktivisten festgenommen. Lhadon Tethong aus Kanada und Paul Golding seien auf dem Weg zum Tian'anmen gewesen, als Sicherheitskräfte zugegriffen hätten, sagte eine Sprecherin von "Studenten für ein freies Tibet" (SFT). Ihr Schicksal ist ebenso ungeklärt wie das von sechs Aktivisten, die am Vortag an der Großen Mauer gegen Chinas Herrschaft in Tibet protestiert hatten.
Zuvor hatten sich schon Politiker in den USA wegen der Menschenrechtsverletzungen in China Gedanken über einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking gemacht. Republikaner stellten im Abgeordnetenhaus eine Resolution zur Diskussion: Solange China seine "ernsthaften Verletzungen von Menschenrechten" nicht stoppe und die Menschenrechtsverletzungen der Regierungen im Sudan, in Nordkorea und Burma unterstütze, müsse ein Boykott zumindest in Erwägung gezogen werden. Ein Doping-Experte forderte gar einen Olympia-Boykott der führenden Sportnationen.
"Den Weg einer friedlichen Entwicklung gehen"
Als höchster chinesischer Politiker nahm Parlamentschef Wu Bangguo an der Countdown-Zeremonie teil, nach Staats- und Parteichef Hu Jintao die Nummer zwei in der chinesischen Machthierarchie. In seiner stark ideologischen Rede versicherte Wu Bangguo, China sei entschlossen, "den Weg einer friedlichen Entwicklung zu gehen", und suche Freundschaft und Kooperation mit anderen Ländern.
Der Vorsitzende des Organisationskomitees (BOCOG) und Parteichef von Peking, Liu Qi, sicherte großen Anstrengungen zu, um großartige Spiele zu veranstalten und "Peking olympisch in Form zu bringen". Als Titelsong der sorgfältig orchestrierten, farbenfrohen Feier sangen mehr als 100 Sänger aus Festlandchina, Hongkong und Taiwan "Wir sind bereit" (We Are Ready). Das einfache Volk säumte schon Stunden vorher die Straßen um den streng abgesicherten Platz im Herzen der Hauptstadt, um zumindest am Rande etwas mitzubekommen.
fpf/sid/dpa
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[Sarkasmus Modus ein] Da es wohl tatsächlich so ist, das in fast jeder Sportart gedopt wird dann sollte man das Doping doch gleich zulassen. Es könnte irgendwann ja ganz amüsant sein wenn die Sprinter mit nahezu [...] mehr...
das Thema Tour de France und Kokain im Bundestag-Klo bzw. im Abwasser der Städte sollte uns doch selbst die Schamröte ins Gesicht treiben, wenn man es mal wieder unehrlich gemeint hat und erwischt wurde. Besser wäre doch [...] mehr...
Bitte? Weil irgendwelche Leute im IOC meinen China wäre würdig die Olympischen Spiele ausrichten zu dürfen soll sich der Rest der Welt jetzt mit Kritik an den Zuständen dort zurückhalten? Soweit kommts noch..... mehr...
Ich will gewiss nicht den Anwalt für ein totalitäres Regime spielen. Aber man hätte ja die Spiele nicht an Peking vergeben müssen. Solcherlei Bedenken kommen reichlich spät. Daher halte ich es für geboten, daß die "Jugend [...] mehr...
Nee, ich hab mal gelesen, dass man sich im Sinne des Dopings schon mit Jacobs Krönung dopen kann. Wenn ich es richtig erinnere, müssen es aber so 6 bis 8 Tassen mindestens vor einem Wettkampf sein. Dann soll es angeblich eine [...] mehr...
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