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13.02.2008
 

China

Steven Spielberg tritt aus Protest als Olympia-Berater zurück

Der Filmemacher, Regisseur und Oscargewinner Steven Spielberg tritt als künstlerischer Berater für die Olympischen Sommerspiele in Peking zurück. Seine Gründe: Die Sudan-Politik Chinas und die destruktive Rolle im Darfur-Konflikt.

Hamburg - "Mein Gewissen erlaubt es mir nicht, wie gewohnt einfach weiterzumachen", sagte Spielberg in seiner Erklärung. "An diesem Punkt darf meine Zeit und Energie nicht für olympische Zeremonien aufgewendet werden. Es geht darum, alles dafür zu tun, dass den unbeschreiblichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die weiter in Dafur passieren, endlich Einhalt geboten werde", fügt er hinzu.

Filmemacher Steven Spielberg auf dem Cover des Time Magazine 2005: Aus Protest zurückgetreten
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REUTERS

Filmemacher Steven Spielberg auf dem Cover des Time Magazine 2005: Aus Protest zurückgetreten

Er habe die chinesische Regierung wiederholt dazu aufgefordert, sich für Stabilität und Sicherheit in der westsudanesischen Krisenregion Darfur einzusetzen. Bereits im April schrieb er dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao einen Brief, in dem er gegen Chinas Umgang mit der sudanischen Regierung und der Krise in Darfur protestierte. Spielberg bat Hu um ein Treffen, doch der Präsident habe nicht geantwortet.

Spielberg gilt als einer von Hollywoods einflussreichsten Filmschaffenden - bekannt durch Blockbuster wie "Der Weiße Hai" bis zu "Krieg der Welten" oder "Schindlers Liste", ein Holocaust-Drama, für das er mit einem Oscar als bester Regisseur ausgezeichnet wurde. Zudem ist er Mitgründer der "Shoah Foundation", die sich zum Ziel gesetzt hat, die Erinnerung an das Schicksal der Juden im Dritten Reich aufrecht zu erhalten.

Spielberg sagte in seiner Erklärung weiter, dass der Sudan die Hauptverantwortung für die fortwährenden Verbrechen trägt. China müsste mehr tun, um das menschliche Leiden dort zu beenden. China hat enge wirtschaftliche Beziehungen zum Sudan und ist einer der Hauptabnehmer des in Sudan geförderten Erdöls. International sorgen Chinas Waffenlieferungen in die Krisenregion für Empörung. Zudem legt China regelmäßig sein Veto im UN-Sicherheitsrat ein, wenn es darum geht, das Vorgehen der Regierung in Khartum zu verurteilen.

Seit Anfang 2003 sind in Darfur bei Angriffen der von der sudanesischen Regierung unterstützten islamischen Dschandschawid-Milizen auf die schwarzafrikanische Bevölkerung mehr als 200.000 Menschen ums Leben gekommen, über zwei Millionen wurden vertrieben.

cjp/Reuters/AP

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