Hamburg - "Ich habe unerlaubte Mittel genommen", sagte Lechner der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und begründete seinen Schritt mit seinem Engagement im Antidoping-Kampf: "Wenn ich glaubwürdig Position beziehen und eine vertrauenswürdige Basis schaffen will, dann muss ich die Vergangenheit klären."
Lechner beschuldigte in seinem Geständnis auch Verantwortliche des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) schwer, wenngleich er keine Namen nannte. "Man empfahl mir dringend, die Gesundheit sichernde beziehungsweise leistungsoptimierende Präparate zu nehmen." Der Übergang zur Einnahme verbotener Medikamente wie Anabolika sei fließend gewesen.
Lechner habe nach eigenen Aussagen weder darum gebeten, noch Andeutungen gemacht: "Ich bekam es, Punkt." Lechner, der in Seoul Bronze im 1000-Meter-Zeitfahren gewann, habe den Eindruck gehabt, als sei es selbstverständlich, die medizinische Betreuung bis an die Grenzen auszureizen. Lechner stellte in dieser Phase fest, dass die "ohnehin unzureichende Trainingsbetreuung in dem Maße abnahm, wie die medizinische Versorgung zunahm".
Die Einnahme verbotener Substanzen beendete der Bayer am 8. August 1988. Beim Olympiastart am 20. September seien die Mittel nicht mehr nachweisbar gewesen. Lechner beendete seine Karriere 1992. Inzwischen arbeitet er als Trainer bei einem Fitness-Unternehmen.
fpf/sid
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