Mittwoch, 10. Februar 2010

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16.03.2008
 

Pietätlose Fahnder

Radprofi muss im Krematorium zum Doping-Test

Bizarre Szene in einem belgischen Krematorium: Ein Doping-Fahnder hat von Radprofi Kevin van Impe eine Urinprobe verlangt - der Fahrer des Quick-Step-Rennstalls war gerade dabei, die Einäscherung seines kleinen Sohnes zu planen.

Brüssel - Van Impe befand sich im Krematorium der belgischen Stadt Lochristi, als plötzlich der Doping-Fahnder auftauchte, ihn an Ort und Stelle zum Test aufforderte und auch nicht bereit war, später wiederzukommen. Zu diesem Zeitpunkt war der 26-jährige van Impe gerade dabei, die Einäscherung seines Sohnes Jayden zu regeln, der am Montag sechs Stunden nach der Geburt gestorben war.

Radprofi van Impe: Doping-Test im Krematorium
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REUTERS

Radprofi van Impe: Doping-Test im Krematorium

"Er wollte noch nicht einmal später wiederkommen und warnte, dass eine Verweigerung eine Zwei-Jahres-Sperre nach sich ziehen könnte", sagte van Impe.

Nach der Androhung einer Sperre beugte sich van Impe und gab seine Urinprobe ab.

Der flämische Sportminister kritisierte das Vorgehen des Doping-Fahnders: "Gesetz ist Gesetz, aber man darf den humanitären Gesichtspunkt nicht außer Acht lassen. Ich habe volles Verständnis für den Fahrer, der andere Dinge im Kopf hatte als den Test", sagte Bert Anciaux.

Mit Empörung wurde die Nachricht im Fahrerlager aufgenommen. Aus Verärgerung gegen die Vorgehensweise des Doping-Kontrolleurs riefen die Teilnehmer der Fernfahrt Paris-Nizza am Sonntag zum Protest auf und verzögerten damit den Start der letzten Etappe. Van Impes Landsmann Philippe Gilbert, Mitglied der internationalen Fahrervereinigung CPA, fordert mehr Respekt: "So etwas geht einfach zu weit."

Van Impe fährt seit 2006 für das ProTour-Team Quick Step. Seinen ersten Erfolg feierte er 2003 beim Team Lotto. Damals gewann er eine Etappe bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt. 2005 wechselte er für eine Saison zum belgischen Professional Continental Team Chocolade Jacques. Dort erreichte er unter anderem einen zweiten Platz bei der belgischen Meisterschaft.

Die Anti-Doping-Regelung des Radsportweltverbandes UCI sieht eine Sperre nach drei verpassten Doping-Tests vor.

pav/sid/dpa/AFP

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