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15.04.2008
 

Peking 2008

Deutsche Olympiasiegerin sagt Teilnahme an Eröffnungsfeier ab

Aus Protest gegen Chinas Tibetpolitik wird Judo-Kämpferin Yvonne Bönisch nicht an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking teilnehmen. Die Goldmedaillengewinnerin von 2004 plant zudem weitere Protestaktionen - schließt einen Boykott der Wettkämpfe aber aus.

Hamburg - "Ich werde Zeichen setzen und nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen", erklärte Bönisch im ZDF. Einen Boykott der Wettkämpfe schloss die deutsche Medaillenhoffnung für sich aus. "Für jeden Sportler ist es das Größte, bei Olympischen Spielen teilzunehmen. Und wenn jetzt boykottiert werden würde, würden Tausende Träume platzen", sagte die Potsdamerin.

Olympiasiegerin Bönisch 2004: "Nicht bis zum Ende bleiben"
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DPA

Olympiasiegerin Bönisch 2004: "Nicht bis zum Ende bleiben"

In Peking will Bönisch zudem mit einem Symbolband am Handgelenk gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet protestieren.

Wie Bönisch, die 2004 in Athen als erste deutsche Judo-Frau Olympia-Gold erkämpfte, hatte zuvor schon Fechterin Imke Duplitzer ihren Verzicht auf die Eröffnungsfeier erklärt. "Ich werde da wohl nicht hingehen, um zu zeigen, ich bin hier, weil ich hier sein muss. Nach meinem Wettkampf werde ich China wohl sofort verlassen und nicht bis zum Ende der Spiele bleiben."

Für einen Boykott der Eröffnungsfeier in Peking hatte sich auch die frühere Weltklasse-Leichtathletin Heidi Schüller ausgesprochen. "Als Fähnchen schwenkende Staffage zur Huldigung eines autoritären Systems sollten sich weder Athleten noch Sportfunktionäre oder Politiker der freien Welt hergeben", erklärte die 57-Jährige, die bei den Olympischen Spielen in München 1972 als erste Frau den Olympischen Eid gesprochen hatte.

Vor fünf Tagen hatte IOC-Präsident Jacques Rogge einem Antrag zugestimmt, nach dem Sportler während der Wettkämpfe generell ihre politische Meinung äußern dürfen. Die gemeinsame Resolution der National Olympic Comitees (NOK) und des IOC hält fest: "Jedem Sportler wird es im Rahmen der Regeln der Olympischen Charta möglich sein, seine Meinung vor, während und nach den Olympischen Spielen frei zu äußern."

Konkret sind politische Demonstrationen wie das Tragen von Bannern, Plakaten oder Ähnlichem zwar weiter untersagt und können mit dem Ausschluss geahndet werden. Doch wird erstmals klar unterschieden zwischen solch symbolischer Meinungsäußerung und der mündlichen.

"Ein Statement in einer Pressekonferenz ist keine Demonstration", hatte auch der Präsident des deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, zuvor gesagt. Die Nationalen Olympischen Komitees von 17 europäischen Staaten hatten den Antrag eingereicht. Er räumt den Sportlern mehr Mündigkeit ein und schafft Klarheit bei der Auslegung des Paragraphen 51 der Olympischen Charta. Die Charta ist das verbindliche Regelwerk, nach dem das IOC operiert.

fpf/dpa

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