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25.05.2008
 

Abschied in Paris

Tennisprofi Kuerten beendet seine Karriere

Letzter Aufschlag eines Publikumslieblings: Nach einer Niederlage in der ersten Runde beendet der frühere Weltranglistenerste Gustavo Kuerten seine Laufbahn. Natürlich bei den French Open in Paris - dort, wo er vor Jahren seine größten Erfolge feierte.

Hamburg - Eine Szene von Gustavo Kuerten wird den Tennisfans immer in Erinnerung bleiben: Als er 2001 seinen Matchball zum dritten Triumph bei den French Open verwandelt hatte (6:7, 7:5, 6:2, 6:0 gegen Alex Corretja), malte er ein großes Herz in den roten Sand und legte sich hinein. Mit dieser Liebeserklärung hat sich der Brasilianer in Paris endgültig unsterblich gemacht. Kein Wunder, dass die Bilder noch einmal über die Leinwand flimmerten, nachdem Kuerten in der ersten Runde der diesjährigen French Open 4:6, 2:6, 3:6 gegen Paul-Henri Mathieu verloren hatte.

Tennisprofi Kuerten 2001 in Paris: "Dieses Turnier ist meine Leidenschaft"
REUTERS

Tennisprofi Kuerten 2001 in Paris: "Dieses Turnier ist meine Leidenschaft"

Es soll endgültig sein letztes Match als Profi auf der ATP-Tour gewesen sein. Obwohl es sportlich von geringer Bedeutung war, fand die Partie auf dem Center Court statt - als Hommage an Publikumsliebling Kuerten. "Es war mir eine große Ehre, hier noch mal spielen zu dürfen. Dieses Turnier ist meine Leidenschaft und meine Liebe", sagte der 31-Jährige.

Als 20-Jähriger hatte er 1997 erstmals in Paris gewonnen, 2000 und 2001 wiederholte er diesen Triumph. Ende 2000 war er zudem die Nummer eins der Weltrangliste. Doch in der Folge ließ ihn sein Körper im Stich, nach zwei Hüftoperationen erreichte er nie wieder seine alte Klasse. In den vergangenen drei Jahren konnte Kuerten praktisch nicht mehr spielen, momentan rangiert er auf Platz 1141 der Weltrangliste.

Daher war es wenig überraschend, dass er gegen den an 18 gesetzten Mathieu ohne Chance war. Aber immer wenn er mit seiner einhändigen Rückhand punktete, den Franzosen passierte oder gefühlvolle Stopps spielte, jubelten die Zuschauer. Nach 1:49 Stunden war der letzte Punkt gespielt. Minutenlang verbarg Kuerten danach seinen Kopf unter einem Handtuch, von Tränen überwältigt.

"Ich habe fantastische Erinnerungen an dieses Turnier", sagte der Sandplatz-Spezialist. " Ich hatte hier großartige Erfolge, ich fühle mich sehr, sehr gut und bin mit allem zufrieden." In seiner Karriere gewann er insgesamt 20 Einzel-Turniere und kassierte rund 14,8 Millionen Dollar Preisgeld.

Auch neben dem Platz gilt Kuerten als besonderer Mensch. Der frühe Tod seines Vaters und sein behinderter Bruder Guillermo verliehen ihm eine Lebensperspektive, die über das Spiel mit den gelben Filzbällen weit hinausging.

2001 bekam er einen Preis der Unesco für soziale Arbeit verliehen. Das Institut Guga Kuerten wurde 2000 gegründet und soll Menschen mit Behinderung bei sportlichen Aktivitäten unterstützen. Mehr als 1,5 Millionen Dollar hat er bereits zusammengetragen. " Durch meinen Bruder habe ich eine sehr genaue Vorstellung davon bekommen, wie ich mit meinem Leben zufrieden sein kann", sagte Kuerten: "Ich bin ein glücklicher Mensch."

hut/sid/dpa

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